PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt Kernen Nr. 29-2026 vom 16.7.2026
Vorletzte Woche starteten wir mit unseren Überlegungen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (abgekürzt: KI, manchmal auch AI, von englisch „Artificial Intelligence“), die sich, erst 2022 „erfunden“, rasant weiterverbreitet. Wir brachten das Beispiel unserer Beiträge für das Mitteilungsblatt, die von KI kontrolliert werden. Und wo die KI gelegentlich „halluziniert“, also Sätze erfindet (und beanstandet), die wir gar nicht geschrieben haben. Das Gefährliche daran ist, dass die von der KI „erfundenen“ Resultate den anderen Resultaten täuschend ähnlich sehen und nicht sofort als falsch erkannt werden.
Heben wir das Ganze auf eine höhere Ebene, stellt sich die Frage, wo überall KI inzwischen eingesetzt wird? Wir werden dazu im Rahmen der Haushaltsberatungen einen Antrag stellen, wo KI in der Gemeinde inzwischen überall verwendet wird. Wenn wir bedenken, wieviele Menschen + Institutionen sie nutzen, gibt es weitere Gefahren: KI wird als Treiberin von psychischen Störungen angesehen, führt zu Jobverlust und wachsender Ungleichheit und wird z.B. in Form der Palantir-Software von unserer Polizei zur Überwachung eingesetzt. KI dient mehr und mehr zur Kriegführung ohne Soldaten und nicht zuletzt besteht ein Denkmodell (daran wird schon gearbeitet), dass die KI eine sogenannte Superintelligenz entwickelt, die dann außer Kontrolle gerät und die Menschheit auslöschen könnte. Von den 4 marktbeherrschenden Firmen werden dieses Jahr 700 Mrd Dollar in Rechenzentren investiert – ohne parlamentarische Kontrolle, ohne internationale Verträge, ohne irgendeinen Einfluss für uns BürgerInnen. Also jede Menge Anlässe für Besorgnis.
Beantwortung einer Frage an die Künstliche Intelligenz (KI) von ChatGPT, die Funktionsweise des Wikipedia Online Lexikons zu veranschaulichen. Foto von wikipedia.org, gemeinfrei
PFB WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt Kernen 28-2026 vom 9. Juli 2026 Letzte Woche starteten wir mit unseren Überlegungen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (abgekürzt: KI, manchmal auch AI, von englisch „Artificial Intelligence“), die sich, erst 2022 „erfunden“, rasant weiterverbreitet. Das meist benutzte System ist ChatGPT (von englisch „chat“ = sich unterhalten), mit dem die NutzerInnen über Textnachrichten oder Bilder ähnlich wie mit einem Menschen in Verbindung treten können. Es kann Bedienungsanleitungen oder Artikel schreiben oder alle Fragen dieser Welt beantworten, für die wir früher ein dickes Lexikon brauchten. Die NutzerInnen sind begeistert. KI hat aber auch viele problematische Seiten. Damit es funktioniert, müssen riesige Rechenzentren gebaut werden. Diese verbrauchen enorm viel Strom und Wasser (zur Kühlung). KI verleiht den wenigen Konzernen, die sie anbieten, eine enorme wirtschaftliche + politische Macht. Auch auf dem Rathaus wird KI eingesetzt. Z.B. für die Erstellung von Niederschriften von Gemeinderatssitzungen. Und zur Kontrolle von Artikeln für Mitteilungsblatts, ob diese mit dem Redaktionsstatut übereinstimmen. Die Einreicher erhalten dann ein von der KI erstelltes Schreiben, was beanstandet wird. Vor 14 Tagen passierte etwas Merkwürdiges: die KI bemängelte einen Satz, den wir gar nicht geschrieben hatten. Sie hat, wie es in der Fachsprache heisst, „halluziniert“. Das ist, wie wenn Sie etwas hören, obwohl niemand spricht. Wie das online-Lexikon wikipedia schreibt, kommt dies immer öfter vor und ist eine große Gefahr. Den Hintergrund zum beanstandeten Artikel und die „Halluzination“ finden Sie auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de. (Forts. folgt)
Beantwortung einer Frage an die Künstliche Intelligenz (KI) von ChatGPT, die Funktionsweise des Wikipedia Online Lexikons zu veranschaulichen. Foto von wikipedia.org, gemeinfrei
DIe KI-Halluzination und ihr Hintergrund – ein ausführlicher Bericht
Für alle, die sich für den Hintergrund der oben kurz erwähnten KI-Halluzination interessierten, hier die Entstehungs- bzw. Vorgeschichte: Für das Mitteilungsblatt Nr. 26-2026 (und nochmal wiederholt für das Mitteilungsblatt Nr. 27-2026 – siehe den untenstehenden Screenshot) hat unser PFB-Gemeinderat Hans-Peter Ruff den folgenden Artikel „Nein, es war kein Tribunal“ geschrieben. Darin kritisierte er das Abstimmungsverhalten seiner GR-KollegInnen im Verwaltungsausschuss, als dort die Zuschussanträge der beiden Vereine K21 Kernen + David-Pfeffer-Geschichtswerkstatt mit großer Mehrheit abgelehnt wurden. [Nur Hape Ruff vom PFB und Mathias Kramer von der OGL stimmten dafür]. Eine ausführliche Darstellung des ganzen Vorgangs finden Sie übrigens auf der Webseite www.kernen21.de.
In einer Email der Gemeindeverwaltung an Hape Ruff wurde der Nicht-Abdruck des Beitrags mit folgender Begründung abgelehnt:
Sehr geehrter Herr Ruff, vielen Dank für Ihre Einsendung. Ihr Beitrag liegt in einem Bereich, der eine redaktionelle Einzelfallentscheidung erfordert. Damit wir eine faire Lösung finden, bitten wir um eine kurze Stellungnahme und um eine überarbeitete Fassung.
Im Hinblick auf die inhaltliche Ausrichtung ist für Beiträge politischer Akteure nach Abschnitt 5.1 maßgeblich, dass „eigene Ziele“ erkennbar sind. In Ihrem Text ist zwar eine grundsätzliche Haltung zugunsten von Vereinen und gegen bürokratische Hürden erkennbar, der Schwerpunkt liegt aber über weite Strecken auf der Kritik am Verhalten anderer Gremienmitglieder und auf der Bewertung eines konkreten Vorgangs. Damit stellt sich die Frage, ob die eigenen politischen Ziele Ihrer Partei im Beitrag ausreichend klar und vorrangig dargestellt sind oder ob diese noch deutlicher herausgearbeitet werden sollten.
Daneben gilt nach Abschnitt 3.8 für alle Beiträge der Maßstab „Toleranz, Sachlichkeit, Fairness“. Problematisch erscheinen hierbei insbesondere Formulierungen wie „werden ihnen seit Jahren bürokratische Probleme gemacht“, weil diese einen pauschalen Vorwurf enthalten, ohne ihn im Text näher einzuordnen. Auch die Passage „wie man hört, im Verwaltungsausschuss emotional diskutiert“ ist in dieser Form grenzwertig, weil sie eine zugespitzte Bewertung eines Sitzungsverlaufs enthält, ohne dass die Aussage im Beitrag weiter belegt oder präzisiert wird.
Besonders kritisch ist im Rahmen von Abschnitt 5.1 die Kommentierung anderer. Dort ist als Maßstab vorgegeben, dass die Kommentierung anderer nur in zulässiger Form erfolgen darf. Die Formulierung „Was steckt hinter der Haltung genau dieser Kommunalpolitiker? Neid, fehlende Einsicht oder Ideologie?“ geht aus redaktioneller Sicht über eine sachliche politische Auseinandersetzung hinaus, weil hier einzelnen Beteiligten negative Motive zugeschrieben werden. Auch der Satz „Nicht nur, dass diese Gemeinderäte immer wieder öffentlich fordern, dass Vereine unterstützt werden“ wirkt in Verbindung mit der folgenden Zuspitzung deutlich personenbezogen und anklagend.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um Ihre Rückmeldung, ob Sie eine überarbeitete Fassung einreichen möchten, in der die eigenen politischen Ziele stärker in den Vordergrund gestellt und die genannten Formulierungen sachlicher gefasst oder gestrichen werden. Hilfreich wäre insbesondere eine Fassung, die den politischen Standpunkt Ihrer Partei zur Vereinsförderung, zu Entscheidungsverfahren und zu den angesprochenen Themen erläutert, ohne anderen Beteiligten Motive zu unterstellen.
Mit freundlichen Grüßen Redaktion Mitteilungsblatt Gemeindeverwaltung Kernen im Remstal
Diese Begründungen bzw. die daraus folgenden Schreiben an die Verfasser werden in der Regel von der Künstlichen Intellegenz (KI) erstellt, die die Gemeindeverwaltung zur Kontrolle aller Beiträge für das Mitteilungsblatt einsetzt. Leider ist es so, dass die KI oft sehr undurchsichtige und nicht nachvollziehbare Begründungen „erfindet“. So wie in diesem Fall den Satz Formulierungen wie „werden ihnen seit Jahren bürokratische Probleme gemacht“. Dieser Satz stand n i c h t im Beitrag. In der Fachsprache werden diese Art von Erfindungen als KI-Halluzinationen bezeichnet. Merkwürdig auch die Begründung, dass Gemeinderäten keine negativen Motive zugeschrieben werden dürfen. In der GR-Sitzung vom 25. Juni 2026 hat deshalb der Vorsitzende der PFB-WählerInnenvereinigung, Ebbe Kögel, in der Fragestunde für die EinwohnerInnen nachgefragt, wie diese KI-Halluzination zustande gekommen ist. Eine Antwort darauf hat er nicht erhalten, der eingereichte Beitrag von Gemeinderat Ruff wurde nicht abgedruckt.
PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt Kernen 27-2026 vom 2.7.2026
Mit Künstlicher Intelligenz in eine tolle Zukunft? (1) Allüberall werden uns die Vorteile der Künstlichen Intelligenz (abgekürzt: KI) gepriesen. Was ist KI? Meistens wird darunter ein textgebundenes Dialogsystem verstanden, dass uns – auf dem Computer oder dem Handy – in Verbindung bringt mit einem sog. „Chatbot“ (von engl. „chat = plaudern), den wir zu Alltagsproblemen befragen können (z.B. wieviel Porto kostet ein Standardbrief?), der uns aber auch ganze Artikel oder wissenschaftlich-politische Abhandlungen schreiben kann – zu allen nur denkbaren Themen. (Von SchülerInnen gerne für die Erstellung von Hausarbeiten benutzt). Auch auf dem Kernener Rathaus wird KI immer häufiger verwendet. Wer es mal benutzt hat, ist in der Regel begeistert. KI hat allerdings auch sehr viele problematische Seiten. (Forts. folgt) Europäische Friedenswanderung in Kernen Das PFB unterstützt die örtliche Initiative „Aufbruch zum Frieden“. Diese Ini begleitete letzte Woche für einen Tag den „European Peace Walk“ von Kernen nach Esslingen. (Siehe Foto vom Dichterblick). Die Friedens-Wanderung startete am 31. Januar 2026 in Finisterre (Spanien) und soll im Juni 2027 in Jerusalem ankommen. Siehe peacewalk.info (nur Englisch). Nächste Sitzung von „Aufbruch zum Frieden“: Mittwoch, 8.7., 19 Uhr, Begegnungsstätte Stetten. Kontakt: Susanne Häberle, Tel. 0162.8529 070
Die TeilnehmerInnen der Europäischen Friedenswanderung am Stettener Dichterblick, 19.6.2026, Foto Susanne Häberle
Hinweis: Untenstehend finden Sie (ebenfalls auf der Webseite www.allmende-stetten.de unter „Rückblick auf Veranstaltungen“) eine Präsentation (Power Point) über den Einführungsvortrag von Ebbe Kögel über das damalige örtliche Corona-Geschehen. Dieser war am 26.6. wegen technischer Probleme nur eingeschränkt zu sehen.
Am 11.3.2020 begann die Zeit der Corona-Pandemie. Sie hatte massive Auswirkungen auf politischer, gesundheitlicher, psychischer wie auch volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Grundrechte wurden massiv eingeschränkt, viele Menschen haben langandauernde gesundheitliche Beeinträchtigungen (durch Virus selbst oder Impfungen), psychische Erkrankungen haben massiv zugenommen, Existenzen wurden durch die Lockdowns zerstört. Spaltungen – privat wie auf gesellschaftlich-kommunaler Ebene – sind nach wie vor spürbar. Obwohl das Ende der Pandemie erst 3 Jahre her ist, ist unsere Dorfgesellschaft zur „Normalität“ zurückgekehrt. Es wird so getan, als ob nie etwas gewesen wäre. Über das damalige lokale Geschehen gibt es eine Einführung von Ebbe Kögel. Der Referent Gerald Grüneklee ist Buchantiquar („Der Ziegelbrenner“), Publizist und Sozialpädagoge und hat 2026 sein Corona-Buch veröffentlicht, das sich kritisch mit der Zeit der Pandemie und ihren Auswirkungen (national + international) befasst sowie mit der nicht stattfindenden Aufarbeitung. Dabei böten nicht zuletzt die jetzt zugänglichen und ungeschwärzten Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) viele Ansatzpunkte für eine Kritik der Corona-Maßnahmen und die überfällige Aufarbeitung. Festzuhalten ist: man hätte es wissen und besser machen können. Wenn man gewollt hätte. Das Buch analysiert das gesellschaftlich-politische Klima der Pandemiejahre und fragt, was zu lernen und aufzuarbeiten wäre. Dabei geht es neben der Kritik am exklusiven Expertenwesen und am vorherrschenden Impf-Fanatismus auch um Kritik an der Rolle der Medien und ihrer „Faktenchecks“. Und es geht um die Folgen der Pandemie nicht zuletzt für Kinder und Jugendliche. Der Autor zeigt auch zahlreiche politische Querverbindungen auf, denn die Pandemie-Politik hat auch jede Menge mit Kapitalismus, den neuesten Kriegen und dem Erstarken rechter Bewegungen zu tun. Und umgekehrt. Eine Einladung zu Diskusson an jene, die sich gegen bio-politische Machtanmaßungen, autoritäre Verhältnisse und die neue Kriegstüchtigkeit einsetzen. Weitere Bücher von Gerald Grüneklee: „Corona und die Demokratie – eine linke Kritik“ (2020), „Wider den Impfzwang“ (2022), „Nie wieder Krieg – Deutschland und die Ukraine“ (2022) und „Nur Lumpen werden überleben – Die Ukraine, der Krieg und die antimilitaristsiche Perspektive (2024). Er war bereits im Oktober 2022 bei der Allmende zu Gast, mit dem Vortrag „Kein Krieg mehr ohne uns“. Eine Veranstaltung der Allmende Stetten in Zusammenarbeit mit dem PFB. Eintritt frei, Spenden erwünscht.
PFB-WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt 25-2026 vom 18.6.2026
Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich das PFB mit den Gefahren und Risiken der Digitalisierung. Z.B. 2018, als es im GR um die Digitalisierung unserer Grundschulen ging. (Siehe MB 32, 40-42/2018). Eine Kindheit ohne PC und mit mehr Lebensnähe wären wichtiger wie digitale Geräte. In den MBs 06-08/2019 beschrieben wir die Gefahren der neuen Funktechnik und wandten uns gegen den massiven Ausbau des 5G-Netzes. Jeweils erfolglos. Viele unserer Bedenken wurden inzwischen allerdings bestätigt.
Nach wie vor ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass es für Menschen, die nicht können oder nicht wollen, ein „Recht auf ein analoges Leben“ geben muss. Egal, ob beim Umgang mit Behörden, Bankgeschäften oder der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
Genauso wichtig ist es, dass Bargeld und die Möglichkeit der Barzahlung erhalten bleibt. Wir verwiesen auf das badische Ettenheim (siehe https://ettenheim.life), wo es inzwischen 2 Bürgerbegehren gibt: eines (erfolgreich) gegen die ausschließlich digitale Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen. Und ein zweites, genannt „Zahlungsvielfalt + Bürgernähe“ (am 26.5. eingereicht) für die weitere Nutzung des Kontaktes (mit dem Rathaus) auf Papier + zur Nutzung von Bargeld als Zahlungsmittel. Wenn das entschieden ist, laden wir die Initiative mal zu einer Veranstaltung ein.
Judith Scheytt auf youtube Am 22.5. war die Beutelsbacher Klimagerechtigkeitsaktivistin in der Glocke, bei einer Veranstaltung mit der Allmende. Sie kann auf youtube.com angeguckt werden, Stichwort „Allmende Stetten“.
Lesung „Corona – Virus essen Seele auf“ Fr, 26.6. 19 Uhr, „Burgstüble“. Aufarbeitung der Corona-Zeit. Mehr unter pfb-kernen.de
Nicht bestelltes Digitalisierungspaket. Karikatur von Webseite ettenheim.life
Die Veranstaltung mit der Beutelsbacher Klimagerechtigkeitsaktivistin Judith Scheytt am 22. Mai 2026 in der Glockenkelter in Stetten haben wir aufgezeichnet und ins Netz gestellt. Sie kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.youtube.com/watch?v=k6mClxhtzCw&t=185s Oder in die Suchfunktion von youtube „Allmende Stetten“ bzw. „Provinzielle Lebenswege: Judith Scheytt“ eingeben. Ein beeindruckender Abend mit einer beeindruckenden Frau.
Ebbe Kögel + Judith Scheytt, 22.5.2026, Glockenkelter Stetten. Foto Allmende
PFB WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt 24-2026 vom 11.06.2026 Am Dienstag, 17. Juni um 19 Uhr (Glockenkelter), in Zusammenarbeit mit der Allmende (siehe auch www.allmende-stetten.de) Vortrag von Reinhard Lauterbach: „Gewinnt die Ukraine den (Drohnen-)Krieg + gibt es Chancen auf eine Friedenslösung? Wer dieser Tage unsere Massenmedien verfolgt, könnte den Eindruck gewinnen, die Ukraine könne jetzt dank ihrer Drohnen den Krieg gewinnen. Auf der anderen Seite verstärkt die russische Armee ihre massiven Bombardements auf ukrainische Städte und Infrastruktur. Was bedeutet das für uns in Kernen? Ist der Krieg tatsächlich weit weg? Gibt es eine realistische Chance auf Frieden oder einen Waffenstillstand? Welche Auswirkungen hat eine weitere Eskalation auf die bei uns lebenden ukrainischen Flüchtlinge?. Am Folgetag, Mittwoch, 18. Juni (19 Uhr, Glocke) spricht derselbe Referent über das historisch-politische Thema „Der 85. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22.6.1941“. An diesem Tag startete das „Unternehmen Barbarossa“ der Wehrmacht (im Volksmund „Russenfeldzug“ genannt) gegen Hitlers strategischen Hauptfeind, die Sowjetunion. Das Ende war furchtbar: Die Sowjetunion hatte 27 Mio Tote zu beklagen, davon 14 Mio ZivilistInnen. 3 Mio sowjetische Kriegsgefangene starben in deutschen Lagern. Auf deutscher Seite starben knapp 4 Mio Wehrmachtssoldaten, darunter fast 150 aus Stetten. An sie erinnert Heimatforscher Ebbe Kögel in einem Einführungsvortrag. (Siehe auch Beitrag der Geschichtswerkstatt in diesem MB). Der gelernte Historiker und Slawist Reinhard Lauterbach, der in Polen lebt, berichtet als Osteuropakorrespondent seit vielen Jahrzehnten über Polen, Ukraine + Russland.
Stettener Gefallene + Vermisste des 2. Weltkriegs – Namen über Namen. Foto Allmende
„Vermisst in Russland“. Grabstein Karl Konzmann, Alter Friedhof Stetten, Foto Moni Geier
PFB-WählerInnenVereinigung für Mitteilungsblatt Kernen 23-2026 vom 4.6.2026
Schon des öfteren haben wir (z.B. im MB 17+18/2025) auf die Gefahren der (Zwangs-) Digitalisierung hingewiesen, wenn Dienstleistungen nur noch digital erledigt werden können. Millionen Menschen werden ausgeschlossen, die diesen digitalen Zugang nicht haben oder nicht wollen. Immer größere Bereiche stehen unter Smartphone-Vorbehalt, erfordern also den Besitz eines Handys. Das ist undemokratisch. Wir bräuchten ein Recht auf Leben ohne Digitalzwang. Bürgerbegehren Dazu gab es im badischen Ettenheim ein interessantes Bürgerbegehren: dort wollte die Gemeindeverwaltung sich die grundsätzliche Erlaubnis holen, amtliche Informationen nur noch digital veröffentlichen zu müssen. Außerdem wurde die Möglichkeit zur Barzahlung im örtlichen Schwimmbad abgeschafft. Daraufhin schlossen sich einige Ettenheimer zusammen, um zu erreichen, dass Bürger, die auf traditionellen, analogen Umgang miteinander angewiesen sind oder darauf Wert legen, auch weiterhin Respekt erfahren und nicht diskriminiert werden. Dass Bargeld BürgerInnen, Kommune + Wirtschaft weiterhin als krisenfestes, selbstbestimmt nutzbares Zahlungsmittel erhalten bleibt. Da die Stadtverwaltung auf Proteste nicht reagierte, sammelten die Initiatoren (siehe https://ettenheim.life) erfolgreich Unterschriften für ein Bürgerbegehren bezüglich der amtlichen Informationen. Die Verwaltung lenkte ein, wg. der angeblich hohen Kosten eines Bürgerentscheids. Am 19.5. beschloss der Gemeinderat, die amtlichen Informationen weiterhin auch gedruckt zu veröffentlichen. (Forts. folgt)
Aufbruch zum Frieden Nächste Sitzung, Mi, 10.6., 19 Uhr, Begegnungsstätte Rom. Kontakt: S: Häberle, Tel. 0162.8529 070 Ebbe Kögel
Nachbemerkung: Zensur Für diesen Beitrag gab es wieder Mal Schwierigkeiten mit der Zensur. Am Montag, 2.6.26 erhielten wir folgende Email vom Rathaus: “ Vielen Dank für Ihre Einsendung. Wir haben Ihren Beitrag „Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang (1)“ sorgfältig geprüft und können ihn in der aktuellen Form leider nicht veröffentlichen, da er nicht mit den Vorgaben des Redaktionsstatuts übereinstimmt. Nach Abschnitt 4.2 ist ein örtlicher Bezug erforderlich; dort ist der Kernen-Bezug als maßgeblicher Prüfpunkt vorgegeben. Ihr Beitrag behandelt in seinem inhaltlichen Schwerpunkt jedoch den Vorgang in Ettenheim und leitet daraus eine allgemeine Bewertung zum Thema Digitalisierung ab. Ein hinreichend konkreter Bezug zu Kernen im Remstal tritt dabei nicht hervor. In der vorliegenden Fassung steht kein konkretes kommunalpolitisches Anliegen in Kernen im Mittelpunkt“. Dieses Argument ist völlig daneben. Natürlich ist ein konkreter Kernen-Bezug vorhanden, weil es Hunderte von Menschen in unserer Gemeinde gibt, die keinen Digitalzugang haben oder diesen nicht wollen. Es ist unsere Aufgabe als kommunalpolitisch tätige Gruppierung, auch diesen Menschen eine Stimme zu geben.
Wir haben den Beitrag dann – nach einem längeren Telefonat mit dem Rathaus – wie untenstehend umgeschrieben.
Neufassung:
Neu: Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang (1) Dem PFB war es stets ein (auch programmatisches) Anliegen, auf die Gefahren der Digitalisierung aufmerksam zu machen. (Siehe z.B. im MB 17+18/2025). Denn wenn immer mehr Dienstleistungen nur noch digital erledigt werden können, entsteht ein sog. Smartphone-Vorbehalt, der an den Besitz eines Handys gekoppelt ist. (Oder dem Zugang dazu). Unsere Forderung dazu: ein Recht auf Leben ohne Digitalzwang.
Recht auf analoges Leben – Kein Digitalzwang. Foto digitalcourage.de
PFB-WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt 22-2026 vom 28.5.2026
Benefiz-Konzert für Gaza Zum Benefiz-Konzert für die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international am Sa, 23.5. in der Glocke kamen 70 interessierte ZuhörerInnen. Vor allem der junge Harfenist Simon-Elias Krennerich aus Strümpfelbach hinterließ einen bleibenden Eindruck. Insgesamt wurden 700 € gespendet, die wir an die „Nothilfe Nahost“ von medico überwiesen haben. Wenn Sie auch spenden wollen: medico international e.V., IBAN: DE69 4306 0967 1018 8350 02.
Judith Scheytt zu Gast Am 22.5. sprach die Klimagerechtigkeits- und Friedensaktivistin Judith Scheytt aus Beutelsbach in der Glocke über ihr Leben und ihre Aktivitäten. 60 ZuhörerInnen kamen, um diese beeindruckende Frau zu hören. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und wird aller Voraussicht im Juni ins Netz gestellt.
Nachtrag: Ein ausführliches 4-stündiges Gespräch mit Judith findet sich bei Jung & Naiv unter dem folgenden Link: https://www.youtube.com/watch?v=pEM42a5vlrE
Vortrag Ulrich Bausch am 9.6. Das PFB und die Initiative „Aufbruch zum Frieden“ Kernen unterstützen die Veranstaltung der FI Esslingen mit U. Bausch am Di, 9.6. 19 Uhr, Gewerkschaftshaus Esslingen, Julius Motteler Str. 12. Titel des Vortrags des bekannten Politikwissenschaftlers und Gründer der SPD-Initiative „Mehr Diplomatie wagen“: „Sind wir militärisch bedroht – und wenn ja, von wem? Militarisierung als Lösung?“ Er spricht u.a. darüber, ob Russland uns demnächst angreifen wird. Bausch war im Januar 2025 in Stetten zu Gast und gab den Anstoß zur Gründung der hiesigen Initiative „Aufbruch zum Frieden“. Diese Ini trifft sich das nächste Mal am Mi, 10.6. um 19 Uhr. Ort wird noch bekanntgegeben. Kontakt: Susanne Häberle, Tel. 0162.8529 070.
Mitteilungsblatt Nach wie vor erreichen uns viele Rückmeldungen + Zuschriften wg. des neuen Erscheinungsbildes des Mitteilungsblatts. Was meinen Sie? info@pfb-kernen.de
Ebbe Kögel + Judith Scheytt, Prov. Lebenswege, 22.5.2026, Glockenkelter, Foto Hans-Martin FischerBenefiz Medico. Musiker (v.l.) Simon-Elias Krennerich, Daniel Kartmann, Andreas Krennerich, Glockenkelter Stetten, 23.5.2026, Foto Karin Laipple
Global denken – lokal handeln. Lokal denken – global handeln: So steht es im Grundsatzprogramm des Parteifreien Bündnisses PFB, mit dem wir erstmals 2014 zur Gemeinderatswahl angetreten sind. Diesen Grundsätzen fühlen wir uns nach wie vor verpflichtet. Deshalb unterstützen wir das Benefizkonzert der Allmende für die Hilfsorganisation medico international und deren Arbeit für die notleidende Bevölkerung in Gaza und im Westjordanland. Es findet am Pfingst-Samstag, 23. Mai 2026 um 19 Uhr in der Glockenkelter Stetten statt. Es spielen die Musiker Simon-Elias Krennerich aus Strümpfelbach an der Harfe, Andreas Krennerich Saxophon und Daniel Kartmann Schlagzeug. Daniel Kartmann gehörte übrigens zu den Schwerverletzten durch den brutalen Wasserwerfereinsatz gegen S21-DemonstrantInnen, den sogenannten „Schwarzen Donnerstag“ am 30.09.2010 im Schlosspark. 15 Jahre später hat der SWR einen Bericht über diesen Einsatz und über Daniel Kartmann gebracht, als dieser bei der 775. Montagsdemo eine Rede hielt, um an dieses traumatische Erlebnis zu erinnern. Hier der Link zum SWR-Beitrag: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/s21-opfer-daniel-kartmann-100.html Im Grundsatzprogramm von medico heisst es: „Gemeinsam streiten wir für eine gerechte Gesellschaft und ein Leben in Würde, frei von Armut und in bestmöglicher Gesundheit – für alle, überall“. Deshalb rufen wir dazu auf, zahlreich zu diesem Benefiz-Konzert zu kommen und für die medico-Arbeit zu spenden. Eintritt frei, großzügige Spenden sind erwünscht. Eine Veranstaltung der Allmende Stetten mit dem Parteifreien Bündnis PFB. Hinweis: Die Veranstaltung wird so rechtzeitig beendet sein, dass Interessierte am DFB-Pokalfinale zumindest noch die 2. Halbzeit angucken können.
Der vollständige Zerstörung Gazas und die Lage der Bevölkerung dort ist auch Thema des Gespräches mit der Klimagerechtigkeitsaktivistin + Internationalistin Judith Scheytt aus Beutelsbach (im Rahmen der „Provinziellen Lebenswege“ der Allmende) am Freitag, 22. Mai 2026, 19 Uhr in der Glockenkelter.
Siehe dazu auch die Ankündigungen auf der Webseite www.allmende-stetten.de
Gaza 2025, Foto medico international, Mohammed Zaanoun, activestills
Zehntausende getötete, verstümmelte und hungernde Kinder in Gaza. 2024 – 2025 – 2026 Und Deutschland liefert die Waffen dafür (Foto PFB)
… und die Welt schaut zu. Bundeskanzler Merz ist der Meinung, dass Israel „für uns die Drecksarbeit erledigt“. Foto PFB