“Cradle-to-Cradle” (Von der Wiege zur Wiege)

Im Gemeinderatswahlkampf hatten das PFB am 12.3.2019 den in Schw. Gmünd aufgewachsenen Prof. Michael Braungart zu Gast. Er stellte damals sein revolutionäres Konzept zur Abfallvermeidung vor. Mit dem Vorschlag, in Zukunft nur noch Häuser zu bauen oder Produkte herzustellen, die nach dem Ende ihrer Lebenszeit komplett wiedervertbar sind bzw. wieder in den Materialkreislauf eingespeist werden können. Wir haben im Rahmen der Ausschreibung des Architektenwettbewerbs für die Hangweide erreicht, dass dieser Cradle-to-Cradle Ansatz als mögliche Zielvorgabe an die beteiligten Büros weitergegeben wird.Am 4.5.2020 brachte die Stuttgarter Zeitung ein großes Porträt von Prof. Braungart. (Siehe unten). Darin fordert er die Abschaffung der Gelben Tonne zugunsten eines Systems, bei dem nur noch ein Kunststoff verwendet werden darf (der komplett wiederverwertet werden kann), nämlich Polyethylenterephthalat (PET). Und auf alle Kunststoffverpackungen müssen Pfand erhoben werden.
Interessante Ansätze, die wir weiterverfolgen sollten. Der Artikel enthält leider auch Ausfälle des Herrn Prof. gegen Greta Thunberg, die wir nicht gut finden.

Die unendliche Geschichte der Gaskonzession

Seit 2013 weigert sich unser Gasnetzbetreiber EnBW, das Gasnetz der Mitgliedsgemeinden des Remstalwerks an unseren eigenen Energieversorger herauszugeben. Und zwar mit üblen Tricks (Verschleppung der Verhandlungen, überhöhter Preis usw.). Und zwingt uns damit in ein teures und langwieriges neues Gaskonzessionsverfahren.
In der WKZ vom 5.5.2020 wird darüber berichtet. Unser Gemeinderat Ebbe Kögel hat dazu einen Leserbrief geschrieben, den wir hier im Wortlaut veröffentlichen:

Lomberei beim Gasnetz

Wenn wir die Auseinandersetzung der Gemeinde Kernen bzw. des Remstalwerks mit der Netze BW bzw. dem Mutterkonzern EnBW um das Gasnetz betrachten, bleibt dafür nur ein Ausdruck: „a Lomberei“.

Nachdem sich die Verhandlungen zwischen EnBW und Remstalwerk um das Stromnetz schon jahrelang hinzogen und das Netz letzten Endes von den EnBW zu einem überhöhten Preis an das Remstalwerk verkauft wurde, geht die EnBW beim Gasnetz noch viel dreister vor: seit 2013 (!) verschleppt unser Karlsruher Energieriese trickvoll die Übernahmeverhandlungen. Und verlangt erneut einen überhöhten Preis.

Gedeckt wird die EnBW dabei von der grün-schwarzen Landesregierung, die die Kommunen zwingt, die Machtdemonstrationen des nun wieder landeseigenen Betriebes klaglos hinzunehmen. Und in Person des Ministers Untersteller uns auffordert, mit der EnBW „vertrauensvoll“ zusammenzuarbeiten.

Der Feldzug der Energieriesen gegen die Kommunen (und gegen die Übernahme von Strom- und Gasnetzen in kommunale Hand) wird auch auf Bundesebene geführt. Dort von Schwarz-Rot. Die politische Farbe ist aber egal. Sie sind sich alle einig in der Bevorzugung der Strom- und Atomriesen: Hier wurde rahmenrechtlich die sogenannte Inhouse-Vergabe so erschwert, dass es keiner Kommune mehr gelingt, ihr Netz direkt an ihr eigenes Stadtwerk zu vergeben. Wenn sie aber bei dem dann erforderlichen Konzessionsverfahren den kleinsten Fehler macht, wird sie von den Konzernen sofort mit Prozessen überzogen. Deshalb musste in Kernen die Sozialamtsleiterin die Gemeinderatsvorlage erarbeiten und das Verfahren zur Gaskonzession betreuen, damit ja keine Befangenheitsgründe entstünden.

Der Millionenplan Hangweide

Am vergangenen Donnerstag, 30.4.2020, hat der Gemeinderat für die Hangweide die Vergabe der Rückbauplanung, also die Vorbereitungen für den Abbruch der bestehenden Gebäude, beschlossen.
Absolut unüblich wurde von ingesamt 3 Bietern aber nicht der kostengünstigste genommen, sondern der “Zweitplatzierte”, der immerhin 40.000 Euro teurer war.
Deshalb hat das PFB sich bei dieser Entscheidung enthalten bzw. dagegen gestimmt.

Die Waiblinger Kreiszeitung hat hierüber einen Artikel geschrieben.

Vieldiskutiertes Millionenprojekt

Schon seit einigen Jahren wird im Gemeinderat das Projekt Seestraße diskutiert: Tagespflege, Kinderbetreuung und Hauptsitz der Sozialstation. Der Planungsbeschluss kam vor allem deshalb zustande, weil vor Jahren im Gemeinderat ein Berater aus der Lüneburger Heide auftrat, der den Bau einer Tagespflege als höchst profitabel für die Gemeinde empfahl. Außerdem mussten Ersparnisse von 1 Mio Euro (aus Steuergründen) für eine Alteneinrichtung verbaut werden. Sie gehörten zum Vermögen der früheren Krankenpflegevereine von Stetten und Rom.
Das PFB hat von Anfang an große Zweifel an dem Bau an dieser Stelle geäußert. Der Standort ist zu abgelegen, die ÖPNV Erreichbarkeit ist schlecht.
Das Argument der Befürworter war, dass wir dafür 400.000 Euro Zuschuss vom Land Baden-Württemberg bekämen, der verfiele, wenn wir nicht bauten. Dieser Zuschuss wird allerdings dadurch aufgefressen, dass der Untergrund in der Seestraße sehr sumpfig ist (deshalb heißt sie ja “Seestraße), so dass eine Pfahlgründung notwendig wurde, die einige Hunderttausend Euro kostet.
Außerdem hatten wir (vergeblich) darum gebeten, mit Planung und Bau zu warten, bis Frau Prof. Dr. Steiner das Ergebnis ihrer Untersuchung über die Situation der Altenpflege in Kernen vorlegt. Und danach erst eine Entscheidung zu treffen.Vergeblich.
Die Diskussion über Klinker oder Putzfassade ist im Grunde ein (wenn auch teurer) Nebenschauplatz.

Artikel der Waiblinger Kreiszeitung.

Bürokratie gegen Gebote der Menschlichkeit

Schon seit langem setzt sich das PFB für ein Bleiberecht für Flüchtlinge ein, die bei hiesigen Firmen arbeiten oder eine Ausbildung machen.
Leider wurden in den letzten Monaten 2 Kernener Flüchtlinge abgeschoben und damit bürokratische Vorschriften (oder ein Anbiedern bei der AFD) über die Gebote der Menschlichkeit (und die Interessen des heimischen Handwerks) gestellt.Dagegen haben wir beim Innenministerium protestiert (und werden es auch weiterhin tun). Die Stuttgarter Zeitung/Fellbacher Zeitung hat mit einiger Verspätung darüber berichtet.

Ein Mann ist keine Altersvorsorge!

Vielleicht erinnern Sie sich: Im April 2019 war im Rahmen unseres Wahlkampfes die Frauenfinanzexpertin Annika Peters von der Frauenfinanzberatung Stuttgart bei einem PFB-Vortrag im Bürgerhaus zu Gast.
Am 18.11.2019 hatten Allmende + Gemeindebücherei die Münchner Finanzexpertin und Bestsellerautorin Helma Sick in die Glockenkelter eingeladen. Sie las vor einer interessierten (fast nur weiblichen) ZuhörerInnenschaft aus ihrem neuen Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“.
(Übrigens: Wer haben noch einige Exemplare des Buches vorrätig. Wer Interesse hat, bitte melden bei unserer Kontaktadresse info@pfb-kernen.de,  Tel. 42866).

Beide Frauen wurden nun am 7. März anlässlich des Weltfrauentages in der Wochenendbeilage unserer beiden Lokalzeitungen zu eben diesem Thema „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ befragt. Sie finden den vollständigen Artikel hier auf unserer Webseite. Nicht nur für Frauen interessant!