Die „sorgende Gemeinschaft“ in Eichstetten am Kaiserstuhl

Im Zusammenhang mit der Infoveranstaltung zur Pflege am 31.07. im Bürgerhaus erinnern wir an die PFB-Veranstaltung im Februar 2018 über das Pflegekonzept in der Kaiserstuhl-Gemeinde Eichstetten.


Berichte über den PFB-Vortrag von Ex-Bürgermeister Gerhard Kiechle am 28.2.2018 über das Pflegekonzept in seiner Gemeinde

Vortrag am 28.2.: Ein Dorf übernimmt den Generationenvertrag

Mehrere Male haben wir an dieser Stelle berichtet, dass Stetten dringend ein Pflegeheim braucht. Auf diese Berichte haben wir viel positive Resonanz aus der Bevölkerung bekommen. Deshalb wollen wir in den nächsten Monaten verschiedene Modelle aus anderen Gemeinden vorstellen, die uns als Vorbild dienen könnten. Zum Beispiel dafür, wie ein Pflegeheim bzw. eine Tagespflege als gemeinsame Initiative von Bürgerschaft und Verwaltung verwirklicht werden könnte.
Bei unseren Nachforschungen sind wir auf die Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl gestoßen, wo diese Kombination nun schon 20 Jahre existiert. Auf Initiative des ehem. Bürgermeister Gerhard Kiechle, den wir für Mittwoch, 28.2.2018 um 19.30 Uhr zu einem Vortrag in den Wildermuthsaal der Diakonie eingeladen haben.
Eintritt frei.
Herr Kiechle gab vor 20 Jahren unter dem Motto „Das Dorf übernimmt den Generationenvertrag“ in der 3500-Seelen-Gemeinde Eichstetten den Anstoß zur Gründung der Bürgergemeinschaft Eichstetten e.V. Sie hat verschiedenste Einrichtungen aufgebaut: Nachbarschaftshilfe, Tagespflege, Pflegewohngruppe, Betreutes Wohnen, Cafe Mitnander und Kernzeitbetreuung. Koordiniert wird alles von einem Bürgerbüro des Vereins in Zusammenarbeit mit der Gde. Der Referent wird uns zeigen, wie alles entstand und wie die heutige Praxis aussieht.

MB 08-2018 vom 21. Februar 2018

Heute, 19.30 Uhr, Vortrag „Ein Dorf übernimmt den Generationenvertrag“

Alle, die daran interessiert sind, dass wir in Stetten endlich ein Pflegeheim bekommen, sind herzlich eingeladen zu unserem heutigen Vortrag mit Gerhard Kiechle. Er kommt aus Eichstetten am Kaiserstuhl und hat dort vor 25 Jahren (als damaliger Bürgermeister) ein bundesweit beachtetes Modell für die Altenbetreuung und die Pflege entwickelt. Gegen viele Widerstände, aber mit viel Phantasie und Durchhaltevermögen hat er eine Bürgeraktion gegründet, die heute, zusammen mit der Gemeindeverwaltung, den Generationenvertrag auf lokaler Ebene verwirklichen.
Was heißt das, Generationenvertrag?
Er bezieht sich eigentlich auf die Rente. Dass nämlich die Erwerbstätigen über ihre Rentenbeiträge für die jetzigen Rentner bezahlen. Und dass die jetzt Erwerbstätigen, wenn sie in Rente kommen, von der nächsten Generation finanziert werden. Dieser Generationenvertrag kann aber auch auf den sozialen Zusammenhalt in einer Gemeinde übertragen werden: nämlich die Sorge aller BürgerInnen und der politisch Verantwortlichen für die Älteren unter uns – und natürlich auch für die nachkommenden Generationen. Das haben die Aktiven von Eichstetten gemacht. Und wir wollen uns dieses Beispiel (und in den nächsten Monaten noch einige mehr) angucken, um Ideen für unsere Gemeinde zu entwickeln. Damit wollen wir endlich Bewegung in diese verfahrene Situation bringen.
Der Vortrag findet heute, Mi, 28.2. um 19.30 Uhr im Wildermuthsaal der Diakonie Stetten statt.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

MB 09-2018 vom 28. Februar 2018

Verantwortungsgemeinschaft der Generationen

Vergangene Woche war der ex-Bürgermeister von Eichstetten am Kaiserstuhl, Gerhard Kiechle, bei einem Vortrag im Wildermuthsaal der Diakonie zu Gast, um über das beispielhafte Modell der Altenbetreuung in seiner Gemeinde zu sprechen. Eichstetten am Kaiserstuhl, unweit von Wyhl gelegen, wo Mitte der 1970er Jahre die Auseinandersetzungen um ein dort geplantes Atomkraftwerk tobten, hat zwei Alleinstellungsmerkmale: Der Bioanteil an der landwirtschaftlichen Produktion des von Weinbau und Sonderkulturen geprägten Ortes beträgt 25%. Und die 3.500 Seelen Gemeinde hat unter dem Motto „Ein Dorf übernimmt den Generationenvortrag“ vor 25 Jahren ein bundesweit herausragendes Modell der Altenpflege und der Betreuung von Kindern, Behinderten und Alten entwickelt. Initiator war eben jener Gerhard Kiechle, damals Bürgermeister Gerhard Kiechle der Kaiserstuhl-Kommune.

Er begann mit einem Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Bevölkerungsentwicklung. Die Deutschen werden durchschnittlich jedes Jahr um 3 Monate älter. Der Altenbericht der Bundesregierung geht davon aus, dass 0,6% der Bevölkerung einen Pflegeplatz brauchen. Bei 6.000 EinwohnerInnen in Stetten wären das 36 Pflegeplätze.

Danach präsentierte er die Entstehungsgeschichte und die einzelnen Einrichtungen der Eichstettener Initiative. Ausgangspunkt war die Weigerung der großen Träger der Altenpflege wie Caritas und Diakonie, in Eichstetten ein Pflegeheim zu bauen – wegen zu geringer Einwohnerzahl. „Dann müssen wir es eben selber machen“, sagte der Schuldes. Historisches Vorbild war die über Jahrhunderte geltende Verantwortungsgemeinschaft der Generationen. Die allerdings heute überwiegend nicht mehr funktioniert. (Forts. folgt).

MB 10-2018 vom 07. März 2018

Verantwortungsgemeinschaft der Generationen (2)

Letzte Woche berichteten wir über die Veranstaltung mit dem Ex-Bürgermeister Gerhard Kiechle von Eichstetten, über das dortige dörfliche Pflegekonzept.
Hier die Fortsetzung:

Herr Kiechle rief vor 20 Jahren zur Gründung der Bürgergemeinschaft Eichstetten auf. 272 Personen kamen zur Gründungsversammlung, heute zählt der Verein 500 Mitglieder. Er hat inzwischen ein engmaschiges Hilfenetz aufgebaut: Nachbarschaftshilfe, Betreutes Wohnen, Tagespflege, Pflegewohngruppe (vor allem für Demenzkranke) und Kernzeitbetreuung in der Schule. Sowie das „Café Mitnander“, ein inklusives Projekt mit Vollzeitarbeitsplätzen für 5 behinderte Menschen. Alles zentral gelegen.
Koordiniert werden alle Aktivitäten und die 60 bezahlten Mitarbeiterinnen von einem Dorf- bzw. Bürgerbüro, das von 3 hauptamtlich angestellten Frauen geleitet wird. Dieses Büro ist die Spinne im sozialen Netz, das über das ganze Dorf gespannt wurde.

Die 30 ZuhörerInnen im Wildermuthsaal waren begeistert, was eine funktionierende Dorfgemeinschaft alles auf die Beine stellte. Allerdings braucht es einen langen Atem in der Aufbauzeit – und viele schöpferische Ideen gegen die Argumente von Trägern und Behörden, dass „so etwas“ doch gar nicht ginge. „Innovation entsteht aus Unzufriedenheit“, so Kiechle.
Inzwischen ist das Modell Eichstetten bundesweit bekannt und Pilgerstätte für Studierende in Sozialberufen und für interessierte Initiativen. Viele Anwesende äußerten in der Diskussion die Hoffnung, dass dieses Beispiel für die verfahrene Situation in Stetten neue Impulse bringen möge. Vielleicht kommt Herr Kiechle mal zu einem Vortrag in den GR Kernen?

Infos über Eichstetten + die Bürgergemeinschaft unter www.eichstetten.de und www.buergergemeinschaft-eichstetten.de.

MB 11-2018 vom 14. März 2018

Wohnbaugipfel der Kreisbau

MB 37-2019 vom 11. September 2019

Letzte Woche berichteten wir über die Wohnungsnot in Kernen. Nach wie vor sind wir eine attraktive Zuzugsgemeinde. Folge: ein sehr angespannter Mietwohnungsbereich. Wir meinen: Die Gemeinde muss endlich in den Sozialwohnungsbau einsteigen. Geld dafür ist vorhanden. Großer Vorteil dieses Modells: Grundstücke und Verfügungsgewalt über die Wohnungen bleiben in der Hand der Gemeinde. Auch genossenschaftliche Modelle sollten gefördert werden.
Die Kreisbaugesellschaft (KBG), ein Tochterunternehmen des Landkreises, veranstaltet nun am 27.9. in Schorndorf einen Wohnbaugipfel mit VertreterInnen von Kommunen, Landtagsfraktionen und Wirtschaft. Begrüßenswert.
Allerdings stehen die ReferentInnen großteils für eine Herangehensweise, dass „der Markt“ alles richten täte (was er weder tat noch tut) bzw. aus den politischen Kreisen, die die jetzige Misere mitverantworten und massenhaft Sozialwohnungen verscherbelten. Es wurde niemand eingeladen, wo Alternativen vorschlägt. Wie z.B. das Mietshäusersyndikat (www.syndikat.org), der Mieterverein (der zusammen mit anderen Organisationen einen „Akutplan für soziales und bezahlbares Wohnen“ vorgelegt hat, siehe www.mieterbund.de, Suchwort „Akutplan“), die Gewerkschaft VER.DI mit ihrem Papier „Gutes Wohnen-Arbeiten-Leben. Aufbruch in eine solidarische Wohnungspolitik“) oder die europaweite Bürgerinitiative „Housing for all – Wohnen für alle“, www.housingforall.eu), mit ihrem Ziel: bezahlbare Wohnungen als Menschenrecht. Wir haben unsere Alternativvorschläge den Verantwortlichen übermittelt. Bisher ohne Erfolg.

Keine Post in Stetten
Seit 1. Juni. Ein Skandal. Finden Sie auch?
Dann rufen Sie den Pressesprecher der Dt. Post an: Herr Gimpel, Tel. 0711.601606-77

Unsere nächste Sitzung
Mi, 18.9., 20 Uhr,
Bürgerhaus Rom, Fraktionszimmer im 1. OG.
Gäste sind immer herzlich willkommen.

Wohnungsnot in Kernen?

MB 36-2019 vom 04. September 2019

Eines der großen Themen unserer Zeit ist die Wohnungsnot. Immer mehr Menschen sind davon betroffen. Vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen, Alleinstehende mit Kindern, ältere Alleinstehende, aber auch immer mehr Menschen mit mittlerem Einkommen. In Kernen kommt das Problem hinzu, dass junge Familien, die Kinder bekommen, keine größere Wohnung finden oder diese nicht bezahlen können und deshalb aus unserer Gemeinde wegziehen, obwohl sie eigentlich gerne hierblieben.
Jahrelang wurde – trotz vieler Warnungen, z.B. von Organisationen wie dem Mieterverein – die Wohnungsnot nicht beachtet oder unterschätzt. Dazuhin haben viele Kommunen (z.B. Stuttgart) Hunderttausende von Wohnungen mit Mietpreisbindung an internationale Konzerne verscherbelt, die diese zu Eigentumswohnungen umgewandelt oder luxusrenovierten. Konsequenz: Vertreibung der angestammten MieterInnen, ständig steigende Preise auf dem Wohnungsmarkt. Die „vertriebenen“ Familien ziehen immer weiter ins Umland, wo Mieten (und Bauland) noch günstiger ist. Müssen dafür aber immer weitere Wege zur Arbeit in Kauf nehmen, was wiederum zu mehr Verkehr auf den Straßen führt.
Es werden zwar neue Wohnungen gebaut, aber in der Regel als gewinnbringende Kapitalanlage. Auf der Strecke bleiben mietpreisgebundene Wohnungen, früher als „Sozialwohnungen“ bezeichnet.

Die Gemeinde Kernen hat zwar zusammen mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen in den letzten Jahren viele mietpreisgebundene Wohnungen gebaut. Aber diese Mietpreisbindung gilt nur für 20 oder 25 Jahre, danach kommen diese Wohnungen auf den „freien Markt“. Die neugebauten Wohnungen decken aber noch lange nicht die Nachfrage. Außerdem sehen wir die Zusammenarbeit mit der Kreisbau kritisch, da sie rechtlich eine GmbH ist, die den NormalbürgerInnen keine Kontrolle ihrer Geschäftstätigkeit ermöglicht.

Was sind die Alternativen? (Forts. folgt)

Keine Post mehr in Stetten

MB 35-2019 vom 28. August 2019

Die großen Ferien gehen so langsam zu Ende und der geschäftliche Alltag hat uns bald wieder. Genießen Sie deshalb die restlichen schönen Tage dieses Sommers. Auch die Pause beim Mitteilungsblatt ist vorbei, der politische Alltag kehrt zurück. Und das gleich mit einem großen Problem. Seit dem 1.6.2019 gibt es in Stetten keine Post mehr. Das ist sehr ärgerlich und mit großem Aufwand für uns KundInnen verbunden. Wer auf der Post etwas erledigen oder abholen will, muss extra nach Rom fahren.
Die Deutsche Post (DP) ist verpflichtet, in allen Orten oder Ortsteilen mit über 2.000 EinwohnerInnen eine Postfiliale zu unterhalten. Entweder in Form einer Agentur (so wie bis zum 31.5.), wo die Postgeschäfte an einen Dienstleister ausgelagert werden. Oder sie muss selbst Räumlichkeiten anmieten und diese mit eigenem Personal versorgen. Diese gesetzliche Vorschrift wird von der DP seit einigen Monaten verletzt. Wir haben deshalb bei den Verantwortlichen in Stuttgart angerufen und uns beschwert. Aber es gibt keine Aussicht auf eine Lösung. Es gab zwar Interessenten für eine Agentur. Aber dies scheiterte, weil die Vergütung der DP für die erbrachten Dienstleistungen zu gering ist oder weil die BetreiberInnen keine 6-tägige bzw. ganzjährige Öffnung anbieten können.

Nun steht seit 2 Jahren die ehemalige Filiale der Kreissparkasse (KSK) in der Klosterstraße leer. Ursprünglich wollte die KSK in das neu errichtete Gebäude auf dem Ochsen-Gelände umziehen und die Gemeinde hätte die alte Filiale gekauft. Beides ist nicht passiert. Wir schlagen vor, dass die Gemeinde nun die leerstehenden Räumlichkeiten kauft und vorübergehend an die DP vermietet. Die Post gehört zur Grundversorgung der Bevölkerung. Dann könnte auch der Geldautomat der KSK dort stehen bleiben, für den es auch noch keinen neuen Standort gibt. (Forts. folgt)

Großes Interesse für Pflegeveranstaltung

MB 32-2019 vom 07. August 2019

Am vergangenen Mittwoch fand im Bürgerhaus eine Veranstaltung zur Situation der Pflege und der Lage im Haus Edelberg statt. Sie stieß auf sehr großes Interesse, 400 ZuhörerInnen kamen. Zum einen waren es Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) vom Haus Edelberg, die vor 25 Jahren mit ihren Einlagen den Bau des Hauses finanziert haben. Zum anderen aber auch viele Interessierte an der Zukunft der Pflege in unserer Gemeinde. Und das waren nicht nur Ältere!Die Veranstaltung wurde angestoßen durch Anträge der OGL und Wünschen des Seniorenrates, dass sich Verwaltung und Gemeinderat – unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung – mit der Zukunft der Pflege in Kernen befasst. Nach langem Drängen fand nun diese erste Veranstaltung statt. Bei der wir aber nicht stehenbleiben dürfen. Denn es geht nichtnur um das Haus Edelberg, sondern um die Altenpflege allgemein. In beiden Ortsteilen. Wie aus dem Vortrag von Professorin Dr. Barbara Steiner von der Dualen Hochschule in Heidenheim deutlich wurde, brauchen wir ein Gesamtkonzept einer „sorgenden Dorfgemeinschaft“, die sich um Jung und Alt kümmert. So wie es z.B. in Eichstetten am Kaiserstuhl gemacht wird, unter dem Motto „Ein Dorf übernimmt den Generationenvertrag“. Der dortige Bürgermeister Gerhard Kiechle war am 28.2.2018 beim PFB zu Gast.
Nachzulesen in unseren Beiträgen in den Mitteilungsblättern 8-11/2018 auf der Webseite der Gemeinde unter „Aktuelles“ und „Mitteilungsblatt 2018“.
Sowie auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de.
Siehe auch www.buergergemeinschaft-eichstetten.de

Einladung zum SommerfestAm Samstag, 10. August, 19 Uhr, Heidenäcker 1. Wenn Sie uns schon immer mal kennenlernen wollten – das ist jetzt die Gelegenheit. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Bitte um kurze Anmeldung (auch wg. Wegbeschreibung) unter Tel. 42866.

Die „große Angst“ geht um

MB 31-2019 vom 31. Juli 2019

Früher sprachen wir gelegentlich, wenn es um Abstimmungen im Gemeinderat (GR) ging, von den „Blockparteien“. Sehr zum Verdruss von CDU, SPD und UFW, die damit gemeint waren. Der Ausdruck stammt aus der DDR, wo neben der SED z.B. auch noch CDU und FDP formal zugelassen waren, aber diese immer einheitlich abstimmen mussten. Die GR-Sitzung vom 25.7. erinnerte stark an diese alten Zeiten.
Da ging es zuerst darum, wer denn nun der 1. Stellvertreter vom Bürgermeister wird. In den vergangenen Wahlperioden war es üblich, dass dem „Stimmenkönig“ bei der GR-Wahl dieses Amt zufiel. Andi Colosi, der „Neue“ vom PFB, schlug deshalb vor, dass Ebbe Kögel, der bei der Wahl im Mai die weitaus meisten Stimmen (nämlich 5610) erhielt, zum 1. Stellvertreter gewählt wird. Dies sei auch Ausdruck des Wählerwillens. 
Aber da waren sich CDUUFWSPD einig: dies dürfe nicht passieren. Stellen Sie sich mal vor, BM und 1. Beigeordneter wären verhindert und dann müsste „dr Kögel“ die Sitzung leiten. Das ist anscheinend kurz vor dem Untergang des Abendlandes!

Dann ging es um einen Antrag der OGL, den Ausbau des sog. 5G-Netzes für einen schnellen Mobilfunk aus dem Vertrag mit der Deutschen Telekom über die Breitband (Glasfaser-) Verkabelung in Kernen vorläufig herauszunehmen. Es gäbe zu viele ungelöste Fragen über die gesundheitlichen Gefahren und zur Überwachungsfunktion der neuen Technik. Antrag mehrheitlich abgelehnt. Lediglich Caren Lederer (UFW) stimmte mit OGL und PFB.

Danach stand der Vertrag mit der Telekom zum Breitbandausbau in Kernen zur Abstimmung. Wir sagen: die Glasfaserleitungen gehören wie Strom und Wasser zur Daseinsvorsorge und sollten deshalb in kommunaler Hand bleiben und nicht (so wie im vorliegenden Vertrag) einem profitorientierten Großkonzern ausgeliefert werden. Der Vertrag wurde von den Blockparteien durchgewunken.

Situation der Pflege in Kernen

MB 30-2019 vom 23. Juli 2019 Café Klosterstraße

Die Gemeindeverwaltung organisiert am Mittwoch, 31. Juli um 18 Uhr im Bürgerhaus einen Infoabend zur Pflegesituation in Kernen, der sich vor allem mit der Zukunft des Hauses Edelberg in Rom beschäftigen wird. Dies geht zurück auf Aktivitäten der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) vom Edelberg, sowie auf einen Antrag der OGL im Gemeinderat und auf Ideen und Vorschläge des Seniorenrates zu diesem Thema. 
Deren Vorschläge umfassten allerdings wesentlich mehr wie nur die Situation im Edelberg, so z.B. auch Ideen zur Pflege, die über die Unterbringung in einem Pflegeheim hinausgehen. Und eine Lösung für Stetten.
Wir hoffen also, dass der Veranstaltung nächste Woche weitere folgen werden.

Im Februar 2018 hatte das PFB bereits einen Vortrag mit dem ehem. Bürgermeister von Eichstetten, Gerhard Kiechle, organisiert. Dort wurde vor über 20 Jahren unter der Überschrift „Unser Dorf als sorgende Gemeinschaft“ ein System aufgebaut, das neben einer Pflegewohngruppe auch Tagespflege, Nachbarschaftshilfe, Betreutes Wohnen, Cafe Mitnander und Kernzeitbetreuung umfasst. Und vor allem die Betreuung der zu pflegenden Personen in ihren eigenen 4 Wänden. Koordiniert werden alle Einrichtungen von einem Bürgerbüro in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung. Den Vortrag von Herrn Kiechle können wir Ihnen auf Wunsch gerne zuschicken. Bitte Nachricht an info@pfb-kernen.de oder Tel.Nr. 42866).

Ende April 2019 hatte das PFB dann den Autor des Buches „Der Pflegeaufstand“, Armin Rieger aus Augsburg eingeladen. Es ging damals vor 65 ZuhörerInnen auch um die Zukunft des Hauses Edelberg in Rom bzw. um dessen Betreiber, den französischen Konzern Orpea. 

Zu Orpea, deren Aktivitäten wir sehr kritisch sehen, hat das PFB ein ausführliches Dossier erstellt, das wir Ihnen auf Wunsch ebenfalls gerne zuschicken.

Inklusives Café Klosterstraße?

MB 29-2019 vom 11. Juni 2019

2018/19 wurde die Klosterstraße für rund 2 Mio € neu gestaltet. Ob das Ergebnis gut geworden ist, darüber gehen die Meinungen in der Bevölkerung weit auseinander. Einig sind sich allerdings alle, dass das Stettener Dorfzentrum unbedingt belebt werden müsse.
Für diese Belebung böten sich die Räumlichkeiten der Filiale der Kreissparkasse an, die im Sept. 2018 geschlossen wurde. Was in (und vor) diesem zentralen Ort möglich wäre, darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen: der Bürgermeister favorisiert gehobene Gastronomie. Das PFB schlug vor, dort ein „Dorfbüro“ einzurichten, in dem u.a. die Postfiliale untergebracht werden könnte.

Weitere Idee:
ein Tagescafé als inklusives Projekt, in Zusammenarbeit mit der Diakonie. In einem Papier vom Febr. 2019 hatte die Gemeinde den Ausbau der Inklusionsprojekte in der Gemeinde zugesagt.

Ein derartiges Café gibt es bereits in Mössingen auf der Schwäb. Alb: das 2018 eröffnete „Café Pausa“. Hier eine Kurzbeschreibung von der Webseite www.cafe-pausa.de: „Das Café mit Ladengeschäft ist täglich außer dienstags von 9-19 Uhr geöffnet. Dort werden regionale Produkte (z.B. aus heimischen Streuobstwiesen) verarbeitet und in Wert gesetzt. Angeboten werden selbstgebackene Kuchen und Torten, verschiedene Frühstücksvarianten, Salate, Suppen, 2 Tagesessen und weitere kleine Gerichte. Das Getränkeangebot beinhaltet neben selbstproduzierten Säften auch regionale Weine, Apfel und Birnensecco, Most und Cidre. Das Café hat im Innenbereich 65 und im Außenbereich 50 Sitzplätze.“

In Küche, Service und Verkauf werden insg. 10 Menschen, großteils Menschen mit Behinderungen, beschäftigt. Das Café Pausa ist ein Erfolg und es wäre sicherlich lohnenswert, uns damit näher zu beschäftigen. Die Diakonie Stetten betreibt auch schon ähnliche Einrichtungen, z.B. das Café Entrée in Schorndorf.

Gute Idee, falscher Standort

MB 28-2019 vom 11. Juli 2019

Das PFB stimmte im GR am 27.6. gegen das Bebauungskonzept Seestraße (Tagespflege, Schülertreff, Sozialstation, Kita). Schon bei den Vorberatungen brachten wir große Bedenken vor. Zum einen wegen des Baugrundes, einem früheren Sumpfgebiet. (Von den Planern als vernachlässigbar abgetan). Nun muss deswegen eine Bodenplatte eingebaut werden, was zu einer Erhöhung der Baukosten um 300.000 € führt. Der Standort ist mit dem Bus sehr schlecht zu erreichen.
Nicht vergessen werden sollte auch, dass es schon seit 10 Jahren einen gültigen Bebauungsplan für ein Pflegeheim in der Frauenländerstraße gibt.
Wir hätten hier die Gelegenheit gehabt, in Verbindung mit Tagespflege und Sozialstation, dies endlich zu verwirklichen.

Einen interessanten Vorschlag hat OGL-Gemeinderat Christof Leibbrand in einem Brief an BM und GR formuliert. Wegen der zu hohen Baukosten in der Seestraße und den Problemen im Haus Edelberg mit der Landesheimbauverordnung (massive Umbauten, da in Zukunft die Doppelzimmer wegfallen) schlägt er vor, „die für die Tagespflege, Kindertagesstätte etc. vorgesehenen Einrichtungen in der Seestraße in das Bestandsgebäude im Edelberg zu verlegen und an der Seestraße sowie an der Frauenländerstraße eine Pflegeeinrichtung mit jeweils 45 Plätzen zu errichten“.

Es ist sehr schade, dass sowohl bei der Seestraße wie auch bei der Pflegeheimproblematik nicht schon wesentlich früher in andere Richtungen gedacht wurde.


Vortrag zum Nord-Ost-Ring

Obwohl schon öfters totgesagt, wird von interessierten Auto-Lobbyisten immer wieder ein autobahnähnlicher Nord-Ost-Ring von Kornwestheim bis Fellbach mit Anschluss an die B29 gefordert. Auch Kernen wäre durch steigendes Verkehrsaufkommen massiv betroffen. Vortrag von Joseph Michl von der ARGE Nord-Ost e.V. am Di, 16.7., 19:30 Uhr, Wilhelm-Enßle-Halle in Geradstetten.

Ein wiederverwertbares Feuerwehrhaus

MB 27-2019 vom 3. Juli 2019

Letzte Woche berichteten wir über die „Cradle to Cradle“ Idee (auf deutsch „Wiege zu Wiege“) von Professor Michael Braungart, der im März beim PFB zu Gast war: wir produzieren keinen „Abfall“ mehr, der weggeworfen oder verbrannt wird (und damit unsere Umwelt belastet), sondern wir entwickeln (wie in der Natur) eine Kreislaufwirtschaft, in der nichts verlorengeht.

Ein Beispiel dafür ist das geplante neue Feuerwehrhaus der badischen Gemeinde Straubenhardt (südlich von Pforzheim). Dort hat der Gemeinderat (in Zusammenarbeit mit Prof. Braungart) einstimmig beschlossen, für alle 5 Teilgemeinden ein neues, zentrales Feuerwehrhaus zu bauen, bei dem nur Materialien verwendet werden, die (auch nach einer angenommenen Nutzungszeit von 50 Jahren) komplett wiederverwendet werden können. Um damit auf lokaler Ebene einen konkreten Beitrag zu leisten für den Klimaschutz und gegen die Verschwendung unserer wertvollen Ressourcen. Z.Zt. gibt es dort Überlegungen, ein neues Gewerbegebiet auszuschreiben, bei dem Bedingung ist, dass die Firmen, wo sich dort ansiedeln wollen, für ihre Bauten entsprechende „Cradle to Cradle“-Konzepte vorlegen. Der Straubenhardter Bürgermeister Helge Viehweg (den wir im Frühjahr besucht haben), wäre gerne bereit, in unserem Gemeinderat mal die dortigen Ideen vorzustellen.

Schade, dass es in unserer Gemeinde keine derartigen Überlegungen gibt. Die neuen Bauprojekte für den Kindergarten in der Blumenstraße und für das Projekt Seestraße hätten sich dafür geradezu angeboten. Wir haben in der letzten GR-Sitzung den Vorschlag gemacht, bei diesen beiden Bauten zumindest zu prüfen, ob wiederverwertete Baustoffe verwendet werden können.

Das PFB hat übrigens gegen das die Entwurfsplanung für die Seestraße (Tagespflege, Kita, Sozialstation, Schülertreff) gestimmt. Mehr dazu im nächsten MB.