Nochmal Mediathek (5) – und Umbenennung Hindenburgstraße in Stetten

PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt Kernen 06-2026 vom 4.2.2026

Man tut, glauben wir, unserem Bürgermeister kein Unrecht, wenn man sagt, dass er bestimmte Lieblingsprojekte hat: so die Digitalisierung und seit einiger Zeit auch die Mediathek Hangweide. Zu letzterer fand nun letzte Woche eine mit großem Aufwand betriebene Projektvorstellung statt: 4 Riesen-Bildschirme und 4 Infopunkte waren aufgebaut, eine Moderatorin engagiert, der planende Architekt Vos kam extra aus Holland, zahlreiche RathausmitarbeiterInnen waren abgeordnet. Man war versucht zu sagen: wenn mit demselben Aufwand die Planung eines dringend notwendigen Pflegeheims in Stetten vorangetrieben worden wäre, dann wären wir da nicht bei „Null“, wie schon seit vielen Jahren. Klar, diese Mediathek wäre eine tolle Sache. Die vielen „Aber“ dazu auf unserer Webseite pfb-kernen.de

Umbenennung Hindenburgstraße
In der GR-Sitzung vom 29.1. stand ein Einwohnerantrag zur Um- bzw. Rückbenennung der Hindenburgstr auf der TO. In Hildegard-Spieth-Str. oder in (den über Jahrhunderte üblichen Namen) „Obergaß“. Ziel des Antrages: die Voraussetzungen für eine Umbenennung durch externe Gutachten untersuchen. In der Sitzung tauchte plötzlich ein (zuvor nichtöffentlicher) „Gegenantrag“ von CDUFDPUFWSPD auf (die OGL kam in letzter Minute dazu). PFB und OLK wurden in diesen Antrag nicht einbezogen (!). Die Initiative zog nach Diskussion ihren Einwohnerantrag zurück. Beschlossen wurde dann u.a.: „zu prüfen, welche Maßnahmen einer sichtbaren Erinnerungskultur umgesetzt werden können, ohne den bestehenden Straßennamen zu ändern.“ (Der gesamte Beschluss ist nachzulesen unter https://kernen.ratsinfomanagement.net, Sitzung 29.1.26), oder auf unserer Webseite pfb-kernen.de

Es ist schon eine Weile her, dass Hexen in der Walpurgisnacht eine Rückbenennung der Hindenburgstraße in Obere Gasse vornahmen. Leider nur für kurze Zeit. Foto Archiv Allmende Stetten


Vorbemerkung zum folgenden Dokument:
Im folgenden finden Sie das Beschlussprotokoll zum Tagesordnungspunkt „Umbenennung Hindenburgstraße“ der Gemeinderatssitzung vom 29.1.2026.
Dieses Beschlussprotokoll ist nicht sehr strukturiert und für Außenstehende schwer zu verstehen. Deshalb der Versuch einer Einordnung:
Das Fern-Ziel des Einwohnerantrages war die Umbenennung der historisch belasteten Hindenburgstraße in Stetten. Entweder in den Jahrhunderte gültigen Namen „Obergaß“ oder in „Hildegard-Spieth-Straße“. Als Vorarbeit dafür sollten verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben werden, z.B. zur Rolle Hindenburgs, zur Person von Frau Spieth und zu den evtl. Kosten einer Umbenennung für die AnwohnerInnen.
Das Ziel des dann kurz vor der Sitzung eingereichten Antrags von CDUSPDFDPUFW war es, die Annahme dieses Einwohnerantrags zu verhindern – und damit auch eine mögliche Umbenennung der Hindenburgstraße. (Siehe dazu die in rot markierten Stellen im untenstehenden Dokument). Alle Ausführungen zur Notwendigkeit von Erinnerungsarbeit, die in dem Antrag enthalten sind, sind Balkon-Bekenntnisse ohne weitere Konsequenzen oder Handlungen.
Dieses Ziel wurde erreicht, weil die Initiative ihren Einwohnerantrag zurückzog und (recht unverbindlich) beschlossen wurde, eine Informationsveranstaltung über Hindenburg durchzuführen. Was soll die bringen außer den seitherigen Erkenntissen, dass Hindenburg ein Steigbügelhalter Hitlers und als Oberbefehlshaber der Heeres ein Kriegsverbrecher des 1. Weltkrieges war? Mit der Verantwortung für Millionen von Toten.
Gleichzeitig ist noch interessant, dass dem Gemeinderat – nichtöffentlich! – eine weitere Unterschriftenliste vorlag, die von einer betroffenen Obergaß-Anwohnerin in den letzten Wochen durchgeführt wurde. Diese Liste hatte insgesamt 484 Unterschriften vorzuweisen. Der Einwohnerantrag hatte nur 368! Wobei dazu gesagt werden muss, dass für die Rechtsgültigkeit eines Einwohnerantrags nur 180 Unterschriften notwendig gewesen wären. Die Initiative also gar nicht mehr aktiv weiter gesammelt hat, nachdem absehbar war, dass genügend Unterschriften zusammenkommen.
Des weiteren muss erwähnt werden, dass der dann im GR eingebrachte Gegenantrag von CDUSPDFDPUFW unter Ausschluss der OGL zustande kam (die hat man kurz vor der Sitzung noch mit reingenommen) und vor allem unter komplettem Ausschluss der EinzelgemeinderätInnen von PFB und OLK. Klar, kann man machen im Bewusstsein der Machtverhältnisse, aber ist das die „feine, demokratische Art“?
Und es muss noch erwähnt werden, dass Bürgermeister Paulowitsch der Initiative ein (begrenztes) Veröffentlichungsrecht im Mitteilungsblatt verwehrt hat, um ihr Anliegen und ihre Ziele darzustellen. Klar, kann er machen kraft Amtes, aber ist das die „feine, demokratische Art“?
Und nicht zuletzt hat BM Paulowitsch der Druckerei Grübel (die das Mitteilungsblatt druckt) untersagt, im Mitteilungsblatt Kernen eine bezahlte (!) Anzeige der Initiative zu veröffentlichen, mit der auf die Unterschriftensammlung beim Martinimarkt hätte hingewiesen werden sollen. Ein eindeutiger Verstoß gegen das Redaktionsstatut des MB, das die Verantwortung für Anzeigen beim Verlag verortet.
Nun, an dieser Stelle soll mal aufgehört werden – obwohl es noch viel zu sagen gäbe. Sonst blickt ja gar niemand mehr durch.
Ebbe Kögel
Wenn Sie uns schreiben wollen. Gerne. Email an info@pfb-kernen.de

Weitere Infos auch auf der sehr gut gestalteten Webseite der Initiative für den Einwohnerantrag: www.hindenburgstrasse-umbenennen.de

Mediathek auf der Hangweide? (4)

PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt 05-2026 vom 28.1.2026

Bereits mehrere Male berichteten wir über die geplante Mediathek auf der Hangweide. Nun fand am Mo, 26.1. eine Infoveranstaltung dazu statt. (Nach dem Redaktionsschluss für diesen Beitrag). Trotzdem ein paar Bemerkungen im Vorfeld, auch wg. des WKZ-Artikels vom 22.1. über „Offene Fragen zur Mediathek“.

Darin wird das Rathaus (wegen Umfrage von PFB + OLK) mit der Aussage zitiert, „kritisch darf man immer sein – aber bitte die Fakten beachten“. Das ist nett, dass uns das Rathaus gestattet, kritisch zu sein. 
Und hier sind auch die Fakten dazu:
a) Für eine zentralisierte Bibliothek gibt es erst einen Planungsbeschluss, keinen Baubeschluss des GR.
b) In der GR-Vorlage 121-24 werden die geplanten Kosten angegeben: 376T für Einrichtung, 170T Miete/Jahr. Das macht in 20 Jahren 3,7 Mio. Eine einfache Rechnung. Aber nie entsprechend veröffentlicht, auch nicht in der online-Umfrage zur Mediathek in 2025. Man kann jetzt natürlich sagen – so wie die Gemeinde – die jährlichen Ausgaben für Miete wären nur 0,2% des Haushalts. Oder man spricht von 3,4 Mio in 20 Jahren.
c) Die Gemeinde spart ab 2026 massiv an ihrer Kulturarbeit: Kabarett-Reihe gestrichen, keine Kulturmanagerin mehr. Wird hier für Mediathek umgeschichtet?
d) Zu unserer angeblich fehlenden Transparenz: Den Text unserer Umfrage haben wir wir hier im MB veröffentlicht. Und dort darauf hingewiesen, dass die Bedenken der Bevölkerung, die uns per Email erreichten, auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de dokumentiert sind. Wer wollte, hätte es dort lesen können.
Dort finden Sie noch viele weitere Bemerkungen/Fragen (und o.g. WKZ-Artikel), die wir aus Platzgründen hier nicht veröffentlicht können.
Ebbe Kögel

Nachbemerkung: Der obige Artikel wurde v o r der Infoveranstaltung am Mo, 26.1.2026 geschrieben.

Die Veranstaltung zur Mediathek am 26.1. war war sehr gut besucht. (Siehe Foto unten). Die Gemeinde hatte einen Riesen-Aufwand betrieben: 4 Riesen-Bildschirme aufgestellt, eine Moderatorin und den holländischen Architekten „eingeflogen“, 4 Infopunkte mit großen Plakaten aufgestellt und ca. 2 Dutzend Rathaus-MitarbeiterInnen zur Betreuung abgestellt. (Wenn die Gemeinde mit solchem Eifer und Aufwand die Planung eines Pflegeheims in Stetten betrieben hätte, dann hätten wir schon längst eines!)
Klar, hochinteressante Idee, so eine Mediathek. Und tolle Präsentation des Architekten. Er versprach sozusagen ein neues „Paradies“ auf der Hangweide. Die BesucherInnen waren beeindruckt. Kritische Punkte kamen eher nicht zur Sprache, über die Finanzen (nach wie vor über 3 Millionen Euro in 20 Jahren) wurde gar nicht gesprochen, die Mediathek scheint beschlossene Sache zu sein.
(Ausführlicher Bericht folgt).
Ebb Kögel

Architekt Art Voss präsentiert sein Mediathek-Konzept, Bürgerhaus, 26.1.2026, Foto PFB

Was wird aus unserem Gasnetz?

Beitrag PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt Kernen Nr. 4-2026 vom 21.01.2026
Ende 2025 machte eine Verlautbarung der Stadtwerke Mannheim die Runde. (Siehe Artikel ZEIT 30.12.25). Sie gaben bekannt, dass sie sich bis 2035 komplett aus dem Gasnetz zurückziehen werden. Alle Haushalte mit Gasheizung müssten deshalb auf Fernwärme bzw. Wärmepumpe umsteigen. Was ja bekanntlich, neben technischen Schwierigkeiten bei älteren Häusern, mit hohen Kosten verbunden ist. Lock- oder Druckmittel für die Umstellung ist die Tatsache, dass nach deutschem Recht die Kosten für Betrieb und Instandhaltung des Gasnetzes komplett auf die angeschlossenen Haushalte umgelegt werden können. Je weniger angeschlossen sind, desto teurer wird es für die Übrigbleibenden. 
Dasselbe gilt übrigens auch für Wasser/Abwasser: die Kosten (insg. 22 Mio €) für die Zentralisierung der Kernener Kläranlagen werden in den nächsten Jahren auf alle Haushalte umgelegt.

Die Ankündigung der Mannheimer Stadtwerke sorgte für Aufregung, es gründete sich eine Bürgerinitiative „Hände weg vom Gasnetz“, der Gemeinderat schaltete sich ein. Die Stadtwerke blieben beim dann umbenannten „Zielkorridor“ 2035.
Das Grundproblem besteht auch für Kernen: Gibt es 2035 noch ein funktionsfähiges Gasnetz zu erschwinglichen Preisen in unserer Gemeinde? Im Mai 2025 wurde vom Gemeinderat beschlossen (gegen die Stimme des PFB), die Konzession für unser Gasnetz für 20 Jahre (also bis 2045) an die Netze BW bzw. die EnBW zu vergeben. Aber niemand weiß, was die EnBW vorhat. Werden sie sich auch in 10 Jahren zurückziehen, trotz Vertrag? Werden sie auf Wasserstoff umsteigen? Oder haben sie gar ganz andere Pläne, wo die Öffentlichkeit noch nicht kennt? Viele Fragen, (noch) keine Antworten.

Ebbe Kögel

Von den meisten Menschen unbemerkt: Abdeckung für die Gasleitung in der Pommerstraße in Stetten. Darunter verläuft die Gasleitung. Foto PFB

Ein verspäteter Weihnachtswunsch – Nulltarif im ÖPNV

Beitrag PFB-WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt 03-2026 vom 14.01.2026
Unser Weihnachtswunsch 2025 konnte leider aus Platzgründen im Mitteilungsblatt vor den Festtagen nicht veröffentlicht werden. Deshalb kommt hier jetzt der verspätete Wunsch:
Wenn Sie zu den vielen Menschen gehören, die mit dem X20 zum Esslinger Weihnachtsmarkt fuhren, dann kennen Sie wahrscheinlich die Situation, dass der Bus rappelvoll ist und es zu zusätzlichen Wartezeiten kommt, weil Fahrgäste beim Fahrer bezahlen wollen. So entstand unser Wunsch: nämlich die Einführung des Nulltarifs im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), also in Bussen und S-Bahnen. 
Stellen Sie sich mal vor, Sie bräuchten keinen Fahrschein mehr, Sie stehen einfach an der Haltestelle, steigen ein und fahren los. Im Idealfall auch noch mit einem Bus im Viertelstundentakt. Der Zeitaufwand für das Bezahlen entfällt, der Bus kann sofort losfahren und kommt so schneller an sein Ziel, sagen wir mal nach Esslingen, Endersbach, Waiblingen oder Fellbach. Und dort angekommen, steigen Sie einfach in die nächste S-Bahn um. Auch die Kosten für die Fahrscheinautomaten, die Kontrolleure und der bürokratische Aufwand für den Verkauf von Monatskarten und Deutschlandticket entfielen.
Wäre das nicht ein tolles Weihnachtsgeschenk für uns alle? 
Übrigens: in unserer Nachbarstadt Waiblingen gibt es diesen Nulltarif schon: er galt 2025 an allen Samstagen im Advent im Stadtgebiet der Stauferstadt. Das wäre doch für Kernen auch eine gute Idee. Dieses Jahr vielleicht?
Die Millionenstadt Madrid begann das Jahr 2026 mit 2 Tagen Nulltarif am 8. + 9. Januar. Sie wiederholt damit eine Aktion, die bereits erfolgreich bei anderen Gelegenheiten zu Zeiten hoher Nachfrage angewandt wurde.
Hier die dazugehörige Meldung aus dem Internet:
https://madridsecreto.co/de/kostenlose-busse-und-bicimad-in-madrid-2026-bestatigt/
Madrid wird das Jahr 2026 mit zwei Tagen kostenlosem Nahverkehr beginnen. Die Busse der EMT und Bicimad fahren am Donnerstag, den 8. und Freitag, den 9. Januar kostenlos, wenn nach den Weihnachtsferien die Schule und die Arbeit wieder aufgenommen werden. Der Stadtrat wiederholt damit eine Formel, die er bereits bei anderen Gelegenheiten zu Zeiten hoher Nachfrage angewandt hat, um die Menschen zu ermutigen, ihr Auto zu Hause zu lassen und Staus in einer der verkehrsreichsten Wochen des Jahres zu reduzieren.
48 Stunden lang werden alle EMT-Busse kostenlos fahren, mit einer Ausnahme: Auf der Linie Airport Express wird weiterhin der übliche Fahrpreis erhoben.
Der kostenlose Dienst wird von Donnerstag, dem 8. Januar, 00:00 Uhr, bis Freitag, dem 9. Januar, 23:59 Uhr, angeboten. Wie bei früheren Gelegenheiten ist die Entwertung des Fahrscheins obligatorisch, und wer keine Zeitkarte oder keinen Fahrschein hat, kann den Fahrer um einen kostenlosen Einzelfahrschein bitten. Diese Politik wurde bereits an 72 Tagen in 29 Zeiträumen seit 2021 angewandt, mit mehr als 79,4 Millionen kostenlosen Fahrten, von denen 15,25 Millionen auf nicht-reguläre Busnutzer entfielen, so die Angaben der Stadtverwaltung von Madrid.

Elektronische Fahrplanauskunft für X20 Kurzstrecke Stetten – Rom. (Für die Kurzstrecke dürfen max. 3 Haltestellen betroffen sein. Gilt also vom Einstieg bis zur übernächsten Haltestelle. (Die durchfahrenen Haltestellen – wo z.B. der Expressbus nicht hält – zählen auch mit). Im Jahr 2018
kostete sie noch 1,40 €, im Januar 2026 sind es 2,10€. Bei Nulltarif tät es nix koschda!
Foto PFB

Das Mitteilungsblatt Kernen – ein „lebendiges Stück Gemeindeleben“?

Für die meisten Menschen – zumindest für diejenigen, die es feiern bzw. feiern können – ist Weihnachten eine Zeit der Geschenke und eine Zeit der guten Wünsche.
Davon ging auch der Verein Kernen21 (kurz „K21“) aus, der sich seit 12 Jahren um den Öffentlichen Nahverkehr und die Barrierefreiheit in unserer Gemeinde und in der Region kümmert.
Für die letzte Ausgabe, die Weihnachtsausgabe des Mitteilungsblattes, hatte K21 einen Weihnachtswunsch formuliert, der in dieser letzten Ausgabe des Jahres veröffentlicht werden sollte. Wie schon in vielen anderen Fällen wurde dieser Beitrag – trotz Weihnachtswünschen – von der Gemeindeverwaltung zensiert.
Der Beitrag hatte den folgenden Wortlaut, die zensierten Passagen sind in rot:

K21 Kernen für Mitteilungsblatt Kernen Nr. 51-2025 vom 17.12.2025 Weihnachtswunsch

Ein Weihnachtswunsch
Haben Sie auch manchmal Weihnachtswünsche, von denen Sie nicht wissen, ob sie je in Erfüllung gehen werden? Aber diese Erfüllung ist auch nicht komplett ausgeschlossen, es ist halt nicht so klar, wann das sein wird.
So einen Weihnachtswunsch hätten wir auch: nämlich den Nulltarif im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), also in Bussen und S-Bahnen. Stellen Sie sich mal vor, Sie bräuchten keinen Fahrschein mehr, Sie stehen einfach an der Haltestelle, steigen ein und fahren los. Im Idealfall auch noch mit einem Bus im Viertelstundentakt. Die Zeitaufwand für das Bezahlen entfällt, der Bus kann sofort losfahren und kommt so schneller an sein Ziel, sagen wir mal nach Esslingen, Endersbach, Waiblingen oder Fellbach. Und dort angekommen, steigen Sie einfach in die nächste S-Bahn um. 
Wäre das nicht ein tolles Weihnachtsgeschenk für uns alle? 
Übrigens: in unserer Nachbarstadt Waiblingen gibt es diesen Nulltarif schon: zumindest an allen Samstagen im Advent im Stadtgebiet der Stauferstadt. Das wäre doch für Kernen auch mal eine gute Idee. Nächstes Jahr vielleicht?

Mit dem X20 zum Weihnachtsmarkt Esslingen
Der Weihnachts- und Mittelaltermarkt hat noch bis Montag, 22.12. täglich von 11-20 Uhr (Fr + Sa bis 21:30 Uhr) geöffnet. Der X20 fährt alle halbe Stunde in die alte Reichsstadt, am Wochenende stündlich. Dieser Bus wird rege genutzt, wie Sie sicher festgestellt haben. (Auch zur Umgehung des S-Bahn Chaos auf der Strecke zwischen Waiblingen und Cannstatt). 
Und nun stellen Sie sich mal vor, beim Nulltarif im ÖPNV entfielen die Wartezeiten beim Bezahlen und Sie wären noch schneller am Ziel. Als Weihnachtswunsch halt.
In diesem Sinne: Kommen Sie gut ins Neue Jahr.


Nachbetrachtung: Die Zensur im Mitteilungsblatt der Gemeinde Kernen nimmt immer absurdere Formen an. Als jemand, der regelmäßig für das Mitteilungsblatt schreibt, schwanke ich zwischen Empörung, Amusement und Resignation – ganz abgesehen von der verschwendeten Zeit, wenn mensch stundenlang vor dem Rechner sitzt, um einen Beitrag zu schreiben, der nachher mit einem Federstrich rausgeworfen wird.
Ein zusätzlich erschwerendes Moment ist die Tatsache, dass Zensur immer willkürlich ist. Und das ist auch so gewollt. Als Schreibender weißt du nie, ob der Beitrag veröffentlicht wird oder nicht. Die eine Woche geht etwas durch, was die darauffolgende Woche zensiert wird. Wie gesagt: willkürlich. Und in dem oben beschriebenen Fall auch absurd. Die Willkürlichkeit der Zensur trägt wesentlich dazu bei, dass die Schreibenden die sog. „Selbstzensur“ praktizieren. Wenn es zweifelhaft ist, ob etwas veröffentlicht wird, wird es von vorneherein nicht geschrieben.
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie (vielleicht ist es auch absurd), wenn die Redaktion des Mitteilungsblatts (und damit die Gemeinde Kernen) auf der Titelseite der Weihnachtsausgabe (Nr. 51 vom 17.12.2025) schreibt (in derselben Ausgabe, in der der „Weihnachtswunsch“ von K21 zensiert wurde): „Die Redaktion bedankt sich herzlich für […] die zahlreichen Beiträge, die uns im Laufe des Jahres erreicht haben. Sie alle machen das Mitteilungsblatt zu dem, was es ist: ein lebendiges Stück Gemeindeleben“. (Siehe Foto).
Vor allem angesichts der Tatsache, dass der allgemeine gesellschaftliche Meinungskorridor immer enger wird – weil tatsächlich viele Menschen sich nicht mehr getrauen, ihre Meinungen und Gefühle in der Öffentlichkeit (teilweise auch im Privaten) zum Ausdruck zu bringen, zu sagen oder zu schreiben. Beziehungsweise auf Plattformen ausweichen, die durchaus auch problematisch sein können.
Leider ist es zur Zeit auch nicht möglich, eine öffentliche Debatte darüber zu führen, weil diejenigen, die die Macht haben, über den Abdruck von bestimmten Dingen zu entscheiden (oder halt über bestimmte Dinge nicht berichten) das Problem nicht sehen, ignorieren oder gar abstreiten, dass es überhaupt existiert. Und sich deshalb auch weigern, darüber zu diskutieren oder sich damit auseinanderzusetzen.
Ebbe Kögel


Ausschnitt Titelseite Mitteilungsblatt Kernen Nr. 51-2025 vom 17.12.2025


Mediathek auf der Hangweide? (3)

PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt 51-2025 vom 17.12.2025

Im letzten Mitteilungsblatt 2025 gehen wir nochmal auf die geplante Mediathek auf der Hangweide ein. Aufgrund unserer Beiträge und wegen unserer Umfrage unter den NutzerInnen der Büchereien in Stetten und Rom wurden wir von verschiedenen Fraktionen angegriffen. Wir würden mit Unwahrheiten und Falschinformationen arbeiten.

Dazu stellen wir fest: wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Bürgerschaft rechtzeitig (!) in die Planung dieses Millionenprojekts einzubinden. Das ist seither nicht der Fall gewesen, obwohl es ja eigentlich einen Bürgerbeteiligungsprozess für die Hangweide gab. Die von uns verwendeten Zahlen (Kosten von 3,7 Mio € in 20 Jahren) entnahmen wir einem offiziellen und amtlichen Dokument, nämlich der Gemeinderatsvorlage 121-2024, die jederzeit im Ratsinformationssystem der Gemeinde eingesehen werden kann. Bei der von uns durchgeführten Befragung standen 2 Antworten zur Auswahl: a) Mediathek bauen + Schliessung Stetten/Rom
b) Erhalt der beiden bestehenden Büchereien. 
198 von 200 Befragten haben sich für die Variante b) entschieden. Das sind die Fakten.
Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung: info@pfb-kernen.de. Mehr Infos: pfb-kernen.de

Dank
Wir bedanken uns bei allen Menschen, die uns und unsere Gemeinderätin Corinna Konzmann im vergangenen Jahr unterstützt und Mut zugesprochen haben. Diesen Mut braucht es, wenn man/frau nicht mit dem großen Strom schwimmt und kritische Fragen stellt. Aber Demokratie lebt von der Meinungsvielfalt. Wir sind ein Teil davon.

Spenden
Gerne dürfen Sie uns mit einer Spende unterstützen (steuerlich abzugsfähig): Parteifreies Bündnis, IBAN DE19 6025 0010 0015 1820 61. Bitte Adresse nicht vergessen.

Wieder einmal sah sich die Gemeindeverwaltung genötigt, in der Druckausgabe des Mitteilungsblatts eine Nachbemerkung zu unserem Beitrag zu veröffentlichen:

Anmerkung der Gemeindeverwaltung
Wie bereits mehrfach betont: In Stetten wird eine Kinderbücherei eingerichtet. Der Gemeinderat hat diese dauerhafte Lösung für Stetten bereits deutlich gemacht. Für Rommelshausen gilt: Die geplante Bibliothek liegt nur etwa 7 bis 10 Gehminuten vom bisherigen Standort entfernt, für Teile des Ortsteils sogar näher als der aktuelle Standort. Ziel ist, das Angebot auch künftig gut erreichbar zu halten. Unabhängig von der politischen Debatte ist uns wichtig, dass die anstehende Informationsveranstaltung am Montag, 26. Januar 2026 um 18 Uhr im Bürgerhaus Rommelshausen die offenen Fragen sachlich beantwortet und die konkreten Planungen transparent darstellt.

Zusätzlich zu dieser Nachbemerkung wurden im amtlichen Teil des Mitteilungsblatt 51-2025 zwei Sonderseiten veröffentlicht, mit der Entstehungsgeschichte der Idee einer Mediathek auf der Hangweide und Abbildungen der ersten Entwürfe des holländischen Architekturbüros Aat Vos. Siehe die untenstehende Datei.
Wobei auf diesen Sonderseiten nun nicht mehr von einer „Mediathek“ die Rede ist, sondern von einer „Bibliothek“. Aus welchen Gründen auch immer.
Die dort abgebildeten Entwürfe wurden übrigens dem Gemeinderat bereits am 26.11.25 in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt.
Hier ein paar Bemerkungen zu diesen 2 Sonderseiten:
a) Eine Mediathek die, wie beschrieben, ein Ort ist, „der Bildung, Kultur und Alltag miteinander verbindet“, ist sicherlich eine tolle Sache. Die Frage ist allerdings, ob diese neue tolle Einrichtung mit dem bestehenden Personalschlüssel und den jetzigen Kosten betrieben werden kann? Und wem sie letzten Endes zugute kommt.
b) Wird die Mediathek auf Kosten der bestehenden Büchereien gebaut? Die Schließung der Bücherei in Rom und der Erwachsenen-Bücherei in Stetten trägt sicherlich zur weiteren Verödung der bestehenden Ortskerne bei. Was insbesondere in Stetten ein großes Problem ist.
c) Wenn nun gesagt wird, dass die Mediathek auf der Hangweide nur 7-10 Minuten Fußweg von der jetzigen Bücherei entfernt sei, dann müsste dies nachgeprüft werden. Und wie weit ist der Fußweg von Stetten?
d) Im erwähnten Beitrag wird eine transparente Finanzierung eingefordert. Dann müssten tatsächlich alle möglichen Kosten nachprüfbar offengelegt werden, für 10, 20 und 30 Jahre Betrieb. Insbesondere in einer Zeit, in der der Gemeinderat schon die ersten Einsparungen beschlossen hat und die gemeindliche Kulturarbeit mehr oder weniger eingestellt wird. (Keine Kabarett-Veranstaltungen im Bürgerhaus mehr, Stelle der Kulturamtsleisterin wird nicht wieder besetzt.)
e) Die Idee einer Mediathek wurde wohl vor 6 Jahren im damaligen Bürgerbeteiligungsprozess auf eine lange Liste von Vorschlägen gesetzt. Aber danach ist in Sachen Bürgerbeteiligung nichts mehr passiert.
e) Weitere Fragen werden sich sicherlich noch ergeben
Ebbe Kögel

Hier soll einmal der Dorfplatz der Hangweide mit Mediathek gebaut werden – dafür wurde in einem Akt der Gewalt der ehemalige Kirchsaal der Anstalt abgerissen. Foto PFB, Dezember 2025

Mediathek auf der Hangweide? (2)

PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt 50-2025 vom 10.12.2025

Aufgrund der Aufrufe von PFB und OLK im Mitteilungsblatt haben uns überraschend viele Menschen ihre Meinung zur geplanten Mediathek auf der Hangweide geschrieben, fast 200 haben sich an unserer Umfrage beteiligt. Bis auf zwei Personen überwiegend skeptisch bis ablehnend.

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Argumente zusammen:
Die größte Sorge war, dass 9.000 Menschen aus Rom und 6.500 aus Stetten ihre (jetzt zumeist fußläufig erreichbaren) Büchereien – und damit auch ihre sozialen Treffpunkte – verlieren, zugunsten eines Treffpunktes für die 1.500 zukünftigen BewohnerInnen der Hangweide. Insbesondere für den Stettener Ortskern, der eh schon ausgedünnt ist, wäre es ein herber Verlust. Die seitherigen NutzerInnen (darunter viele Ältere) müssten dann in Zukunft alle auf die Hangweide. Zumeist mit Auto oder Bus, was mit Zeitaufwand und Kosten verbunden wäre. 
Wie sollen es die Römer Grundschulkinder machen? Zu Fuß zur Mediathek? (Es herrscht auch große Skepsis, ob dann die Stettener Kinder-Bücherei langfristig erhalten bliebe). Und wäre es nicht besser, die Hangweide-BewohnerInnen würden in Rom in die Bücherei und zum Einkaufen? 
Ein weiteres wesentliches Argument sind – in Zeiten leerer Gemeindekassen – die zukünftig anfallenden Miet-Kosten, immerhin 14.000 € pro Monat(!). Die jetzigen Räumlichkeiten sind mietfrei. 
Ja, die jetzigen Büchereien sind beengt + nicht barrierefrei. Aber wurden hier bauliche Verbesserungen oder Alternativen untersucht? (Forts. folgt)
Eine ausführliche Zusammenstellung der wichtigsten Argumente finden Sie untenstend.
Gerne dürfen Sie uns auch weiterhin schreiben: info@pfb-kernen.de

Die wichtigsten Zitate aus Email-Zuschriften ans PFB zur Mediathek
Als unsere Kinder 6 Jahre alt waren, konnte ich sie bedenkenlos alleine in die Bücherei laufen lassen – bis in das neue Quartier würde ich als Mutter zurückhaltender sein.
In Bezug auf Nachhaltigkeit ist es ein Trauerspiel, denn die Stettener werden mindestens zu 80% mit dem Auto kommen.
Eine Kinderbibliothek in Stetten ist ja nett, aber erstens ist die Frage, wann diese dem Rotstift zum Opfer fallen wird und zweitens ist es für Eltern nur bedingt eine Hilfe: die Möglichkeit für sich selber Bücher (in Ruhe) auszusuchen, während der Nachwuchs im Kinderbereich stöbert, entfällt. Soweit ich weiß, sind in der Umfrage der Gemeindeverwaltung zur Mediathek nur inhaltliche Dinge abgefragt worden, nicht aber, wer dieses Projekt überhaupt befürwortet bzw. den Standort gutheißt.
Was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass uns vor wenigen Wochen im gleichen Medium mitgeteilt wurde, dass die Kassen leer seien und wir alle etwas kürzer treten müssten. Wie ist das bitte mit den immensen Kosten zu vereinbaren?
Bei meinem heutigen Besuch in der Bücherei ist mir bewusst geworden, dass beide Büchereien nicht barrierefrei sind.

Eine obdachlose Frau mit Kleinkind nutzt der Architekt der Mediathek, um die Vorzüge einer Bibliothek zu propagieren. Aber es bleiben halt 16.000 Leute ohne Bibliothek in ihren Ortskernen zurück.

Ich halte dieses Vorhaben für den absoluten Wahnsinn

Vielleicht sollten die neuen Bewohner der Hangweide aus ihrer „anonymen Schlafstadt“ herauskommen in die Bezirke, wo das Leben schon immer war und ist, und sich der Einzelhandel und Vereine auf ihr Kommen und ihre Eingliederung freuen. Im besten Fall werden die neuen Bewohner der Hangweide irgendwann selbst aktiv, und gründen in Eigeninitiative kreative Treffen, wozu es meiner Meinung nach keine Bücherei benötigt. Der Großteil der Kerner Bevölkerung lebt in den Stadtteilen Rommelshausen und Stetten. Warum sollen diese Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen künftig die langen Wege in Kauf nehmen?
Die Interessen beider Dorfgemeinschaften werden für eine kleine Anzahl Bürger in der Hangweide total übergangen

Schade wäre es für den Ortskern Stetten, der nach dem Wegfall der Gaststätte Idler und der Sparkassen-Filiale sowieso schon unter Schwund leidet. Wenn dann auch die Bücherei wegfällt, werden noch weniger Bewohner den Weg in die Stadt und die verbliebenen Geschäfte finden.
In Zeiten leerer (Kommunal-)Kassen, nachdrücklicher Brandbriefe von Politikern und Bürgermeistern, und einer Kommunalverwaltung, die offenbar nur noch den Mangel verwalten kann, kann eine solche Planung wie die geplante Mediathek den Bürgern nicht vermittelt und zugemutet werden.
Des Weiteren steht das geplante weitgehend autoarme Umfeld in einem klaren Widerspruch zu einer Mediathek, die für die BürgerInnen der Teilorte Stetten und Rommelshausen eher die Inanspruchnahme eines Autos erforderlich macht
Dass zum Vorteil von etwa 1.500 künftigen Bewohnern, bei denen es sich nicht unbedingt um Bürger aus Kernen handeln dürfte, über 9.000 Bürger aus Rommelshausen und über 6.300 Bürger aus Stetten benachteiligt werden, wenn sie ihre eigenen Büchereien in den jeweiligen Teilorten verlieren würden. Außerdem fallen in den gemeindeeigenen Gebäuden keine Mietkosten an.

Als Inhaberin eines Büchereiausweises wurde ich vor einigen Wochen per Mail von der Stadtbücherei dazu aufgefordert, meine Wünsche und Vorstellungen zur neuen Mediathek mittels einer sehr aufwändigen Befragung abzugeben. Diese habe ich detailliert beantwortet. Aber eine solche Einrichtung gehört dahin, wo viele Menschen wohnen und unterwegs sind, nicht abseits.

Viele werden dann mit dem Auto nach Weinstadt oder Waiblingen gleich weiterfahren.
Laufende Kosten z.B. Miete sind sehr teuer und evtl.. in vielleicht 5 bis 10 Jahren für die Gemeinde nicht mehr finanzierbar. Dann haben wir keine Bücherei mehr. Mietkosten steigen.
Bücherei in Stetten ist sozialer Treffpunkt.

Die Frage nach Brandschutz und Barrierefreiheit bei den vorhandenen Bibliotheken.
Die Idee einen Aufzug außen am Gebäude anzubringen kam auf. Bevor 300.000 € in die Mediathek gesteckt werden.
In Stetten steht der Idler leer

Stand: 10.12.2025

Zusammengestellt vom Parteifreien Bündnis

Die Bücherei im Alten Schulhaus in Rom soll geschlossen werden. Foto PFB

Mediathek auf der Hangweide? (1) + Schulstreik gegen Wehrpflicht

PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt 49-2025 vom 3.12.2025

Am Ende der Gemeinderatssitzung am 24.11. gab es eine aufgeregte Debatte über die Umfrage, die OLK und PFB in den letzten 2 Wochen in der Bevölkerung bzw. unter den NutzerInnen der Bücherei durchgeführt hatte. Und zwar zum Thema Schließung der Büchereien in Rom und Stetten bzw. zur geplanten Mediathek auf der Hangweide. Der Vorwurf gegen uns: Wir hätten mit Falsch-Informationen operiert.

Das weisen wir zurück. Unsere Angaben sind nachzulesen in der Vorlage 121/2024 zur Mediathek, die in der GR-Sitzung am 19.12.24 mehrheitlich (gegen die Stimmen von OLK + PFB) beschlossen wurde. Dort steht auf Seite 5 unter „Finanzielle Auswirkungen“: Einmalige Investitionskosten für Einrichtung: 376.000 €. Des weiteren soll die Mediathek von einem Investor gebaut und von der Gemeinde für 170.000 € im Jahr gemietet werden. Bei angenommenen 20 Jahren Betrieb wären das (ohne Inflation): 3,4 Mio + 0,37 Mio = 3,77 Mio €. 
Sie finden diese Vorlage unter kernen.de, „Menu“, „Rathaus & Service“, „Gemeinderat & Politik“, „Rats-Info-System“, dann links „Vorlagen“, dann als Suchbegriff „121/2024“ eingeben. Oder hier auf unserer Webseite.
Auf diese öffentliche(!) Vorlage haben wir uns im MB-Beitrag bzw. auf dem Flugblatt, das wir für unsere Umfrage gemacht haben, bezogen. 
Der Resonanz auf unsere Initiative war überraschend groß. Im Detail werden wir darüber im nächsten MB bzw. auf unserer Webseite berichten. Gerne dürfen Sie uns ihre Meinung dazu weiterhin schreiben: info@pfb-kernen.de. (Forts. folgt)


Hier die Vorlage 121/2024 aus dem Ratsinformationssystem der Gemeinde Kernen:



Für unsere Umfrage haben wir den untenstehenden Vordruck verwendet. Diesen können Sie gerne herunterladen, ausdrucken, unterschreiben (lassen) und uns wieder zuschicken. Adresse: info@pfb-kernen.de


Der folgende Hinweis zur Wehrpflicht wurde nicht zur Veröffentlichung zugelassen.
Mit der folgenden Begründung: „Der Abschnitt zur Wehrpflicht kann dagegen nicht abgedruckt werden, da er keinen erforderlichen Bezug zur Gemeinde Kernen gemäß § 4.2 des Redaktionsstatuts aufweist und zudem kein kommunalpolitisches Thema im Sinne des § 5.1 darstellt“.
Wehrpflicht
Das PFB unterstützt den bundesweiten Schulstreik gegen die geplante Wehrpflicht. Kundgebung + Demo: Fr. 5.12., 11:30 Uhr, Kronprinzenplatz oder Schillerplatz in Stuttgart
(Zum Ort gibt es unterschiedliche Angaben, bitte vorher im Netz recherchieren).
Wer auf Instagram ist, kann unter folgendem Link nachgucken:
https://www.instagram.com/schulstreikgegenwehrpflicht_st/
Unser Kommentar: Als ob unsere jungen Männer aus Kernen keinen Kriegsdienst machen müssten, wenn es soweit ist. Und gemustert werden sie auf alle Fälle.
Soweit zur vielbeschworenen Diskussionskultur in unserer Gemeinde.

Die streikenden SchülerInnen schreiben: „Wir wollen nicht ein halbes Jahr unseres Lebens in Kasernen
eingesperrt sein, zu Drill und Gehorsam erzogen werden und töten lernen. Krieg ist keine Zukunftsperspektive und zerstört unsere Lebensgrundlage.“, heißt es von Seiten der streikenden
Schüler*innen. Auch beklagen sie, nicht gehört zu werden: „Niemand fragt uns, was wir wollen. Niemand will wissen, was wir dazu denken. Dabei sind wir die Betroffenen! Es sind unsere Leben, über die sie
diskutieren und bestimmen wollen.“

Foto: Plakat des Netzwerks Friedenskooperative gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Kriegstüchtig oder friedensfähig? (2)

Vorbemerkung zu diesem Beitrag
Der Beitrag des PFB im MB 47-2025 hat eine kommunalpolitische Kontroverse ausgelöst. Zum einen durch die Zusatzbemerkung der Gemeindeverwaltung zu unserem Beitrag von letzter Woche.
Dieser Beitrag war tatsächlich unglücklich formuliert, zum einem durch die Verwendung des Ausdrucks „Kriegstüchtigkeit“ statt des vom Bürgermeister verwendeten Ausdrucks „Verteidigungsfähigkeit“. Zum anderen durch die Zusammenziehung von drei Zitaten aus verschiedenen Stellen der Rede. Dafür habe ich mich, der diesen Beitrag geschrieben hatte, im untenstehenden Beitrag entschuldigt.

Andererseits bleibt festzuhalten: nach den Richtlinien zu Beiträgen von Parteien und Wählervereinigungen im Redaktionsstatut des Mitteilungsblattes (MB) hätte dieser Beitrag gar nicht veröffentlicht werden dürfen. Zum einen wegen der Erwähnung des Ausdrucks „Kriegstüchtigkeit“, der ja so nicht gefallen war. Der Verwaltung lag ja der Wortlaut der Rede vor und es wäre ein leichtes gewesen, darauf hinzuweisen bzw. das zu korrigieren. Zum anderen hätte die unzulässige Zusammenfassung von drei Zitaten in einem Satz nicht abgedruckt werden dürfen. Dies wurde bei anderen Gelegenheit von der Gemeindeverwaltung als sog. „Zitat-Trick“ bezeichnet und nicht zur Veröffentlichung zugelassen.
In diesem Fall wurde es durchgelassen, um es danach dementsprechend denunzieren zu können. Spricht für sich selbst.
Noch eine Bemerkung zum Inhaltlichen: ja, es war einerseits eine nachdenkliche Rede des Bürgermeisters mit Bezügen zu seinem eigenen Lebensweg als Kriegsdienstverweigerer. So wurde sie von den meisten ZuhörerInnen wahrgenommen. Aber es ging ja im PFB-Beitrag vor allem um die ebenfalls in der Rede vorkommenden „neuen Töne“, die „Verteidigungsfähigkeit“ bzw. „Wehrhaftigkeit“ gegen die, so der Bürgermeister „immer offener zur Schau gestellten Drohungen und Angriffe gegen ganz Europa“. Mit dieser Behauptung, die uns propandistisch tattäglich eingehämmert wird, steht er nicht allein. Ob sie tatsächlich existiert, wird von vielen – vor allem Militärs – erheblich bezweifelt. Man könnte auch verhandeln statt für Hunderte von Milliarden aufzurüsten. Der amerikanische Präsident Trump tut es, die Europäer und Deutschen weigern sich und propagieren „Wehrhaftigkeit“.
Herr Paulowitsch hätte – mit Bezug auf seinen Lebensweg – auch sagen können: Früher habe ich die Anti-Kriegs-Lieder von Reinhard Mey und Hannes Wader gehört und für gut befunden. Und das tue ich immer noch, wenn Reinhard Mey singt: „Meine Söhne geb ich nicht“.

In diesem tollen Lied heißt es nämlich:

„Sie werden nicht in Reih’ und Glied marschieren,
nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt,
auf einem gottverlass’nen Feld erfrieren,
während ihr euch in weiche Kissen setzt

Ich werde sie den Ungehorsam lehren
Den Widerstand und die Unbeugsamkeit
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit
Wir haben nur dies eine kurze Leben
Ich schwör′s und sag’s euch g′rade ins Gesicht:
„Sie werden es für euren Wahn nicht geben“
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht

Hier der Link zur neuen Version mit Reinhard Mey und Freunden:
https://www.youtube.com/watch?v=1q-Ga3myTP4&list=RD1q-Ga3myTP4&start_radio=1

Wenn Herr Paulowitsch am Ende seiner Rede „Demut vor der Geschichte“ einfordert, dann ist dazu zu sagen: es war Deutschland, das im letzten Jahrhundert zwei Mal Russland bzw. die Sowjetunion angegriffen hat. Und nicht umgekehrt!
Ebbe Kögel für das Parteifreie Bündnis PFB


PFB-WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt 48-2025 vom 26.11.2025

Durch den Bericht des PFB im MB der letzten Woche über die Rede von BM Paulowitsch bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem St. Pierre Platz in Stetten kam es zu Missverständnissen und einem falschen Eindruck des Gesamtinhaltes der Rede des Bürgermeisters.

Zum einen durch einen als wörtliches Zitat gekennzeichneten Satz, in dem drei verschiedene Begriffe, die in seiner Rede an unterschiedlichen Stellen verwendet wurden, in einem Zitat zusammengefasst wurden. Ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Zum anderen durch die Verwendung des Begriffes „Kriegstüchtigkeit“, der in der Rede selbst nicht vorkam. Herr Paulowitsch sprach von der Notwendigkeit der „Verteidigungsfähigkeit“ gegen Aggressoren. Diese Fehler bedaure ich und möchte mich dafür entschuldigen.
(Die gesamte Rede kann auf der Webseite der Gemeinde abgerufen werden)

Als ich das schrieb (Redaktionsschluss ist Montags um 10 Uhr) lag mir allerdings der Wortlaut der Rede nicht vor und ich wurde von der Redaktion auch nicht darauf aufmerksam gemacht, dass der von mir erwähnte Begriff „Kriegstüchtigkeit“ vom Bürgermeister nicht verwendet worden war.

Es bliebe die Notwendigkeit, darüber zu sprechen, wie wir mit Aufrüstung und Wehrpflicht in Zukunft umgehen. Insbesondere wenn es darum geht, dass die jungen Männer unserer Gemeinde wieder Wehrdienst ableisten müssten. Zu einem öffentlichen und moderierten Streitgespräch darüber wäre ich gerne bereit.
Ebbe Kögel

Initiative „Aufbruch zum Frieden“
Die 2024 gegründete Initiative trifft sich alle 4 Wochen. Nächstes Treffen ist am 17.12.. Neue MitstreiterInnen herzlich willkommen. Kontakt: Susanne Häberle, Tel. 0162.852 90 70, susannehaeberle@web.de

Schülerinnen der Rumold Realschule am Volkstrauertag, 16.11.2025, St. Pierre Platz, Motto „Hoffnung“, Foto PFB

Kriegstüchtig oder friedensfähig?

PFB-WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt 47-2025 vom 19.11.2025

Am Sonntag war Volkstrauertag. In der Einladung hieß es: „Wir gedenken der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror, deren Schicksale uns mahnen, den Frieden nicht als selbstverständlich zu betrachten“. 2024 sagte der stellvertretende Bürgermeister H. Heissenberger auf dem Römer Friedhof: „Lassen Sie uns derer gedenken, die in ihrem Leben Unglaubliches erleiden mussten, oft nur, weil sie anders waren, eine andere Überzeugung hatten oder zum Kriegsdienst gezwungen wurden.“

Bei der diesjährigen Feier in Stetten waren in der Rede von Bürgermeister Paulowitsch neue Töne zu hören. Er sagte, dass wir inzwischen „wieder über Kriegstüchtigkeit sprechen müssen, dass Wehrhaftigkeit gefragt und der Dienst an der Waffe ein Dienst an der Gemeinschaft sei.“

Wollen wir tatsächlich, dass unsere jungen Männer beim Militär wieder lernen, wie sie andere junge Männer umbringen können? Ganz zu schweigen von den zivilen Opfern, die die heutige Art der Kriegsführung mit sich bringt. (Siehe die Lesung zu Gaza am 24.11.)

Friedensfähig statt kriegstüchtig – das wäre unsere Botschaft zum Volkstrauertag. Ganz im Sinne der auf der ganzen Welt gültigen UN-Charta (Gründungsvertrag und Verfassung der Vereinten Nationen) von 1945, in der sich alle 193 UN-Mitgliedsstaaten verpflichteten, ihre Konflikte ausschließlich durch friedliche Mittel – also durch Verhandlungen und Diplomatie – zu lösen.
Lesung „Völkermord in Gaza“
Am Mo, 24.11., 19 Uhr, Glocke. Mit Helga Baumgarten. Siehe allmende-stetten.de

Zu diesem Beitrag hat die Gemeindeverwaltung Kernen einen Kommentar mit folgendem Wortlaut abgedruckt:
Anmerkung der Gemeindeverwaltung zum Beitrag des pfb – Parteifreies Bündnis Wählervereinigung

Die Redaktion stellt klar, dass die im Beitrag enthaltenen Aussagen, die Bürgermeister Benedikt Paulowitsch zugeschrieben werden, weder dem Wortlaut noch dem tatsächlichen Inhalt seiner Rede zum Volkstrauertag 2025 entsprechen. Der Bürgermeister hat das im Artikel verwendete Zitat so nicht gesagt. Der Begriff „Kriegstüchtigkeit“ kam in seiner Rede nicht vor. Andere Inhalte der Rede wurden im Beitrag der pfb falsch wiedergegeben. Die ungekürzte Rede von Herrn Bürgermeister Paulowitsch ist ab Seite 4 dieses Mitteilungsblatts abgedruckt oder kann online unter folgendem Link nachgelesen werden:
https://www.kernen.de/de/aktuelles/Aktuelles-aus-Kernen/Nachricht?view=publish&item=article&id=3202

Die Zuschreibung von Aussagen, die nachweislich nicht getätigt wurden, ist ein schwerwiegender Vorgang. Falsch oder verzerrt wiedergegebene Zitate beschädigen die öffentliche Debatte, führen zu einer falschen Darstellung der betroffenen Person und untergraben das Vertrauen in eine sachliche politische Auseinandersetzung. Die Redaktion betrachtet dies als inakzeptabel.

Dennoch hat sich die Redaktion nach sorgfältiger Abwägung dazu entschieden, den Beitrag der pfb und von Herrn Kögel abzudrucken. Dies ermöglicht es der Bürgerschaft, sich selbst ein vollständiges Bild zu machen. Die notwendige Richtigstellung erfolgt mit dieser Anmerkung.

Die Redaktion wird auch künftig darauf achten, dass im Mitteilungsblatt keine Aussagen als Zitate erscheinen, die von den betreffenden Personen nicht getätigt wurden.

Gedenkfeier Volkstrauertag St. Pierre Platz Stetten, 16.11.2025, Foto PFB