Wohnungsnot in Kernen?

MB 36-2019 vom 04. September 2019

Eines der großen Themen unserer Zeit ist die Wohnungsnot. Immer mehr Menschen sind davon betroffen. Vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen, Alleinstehende mit Kindern, ältere Alleinstehende, aber auch immer mehr Menschen mit mittlerem Einkommen. In Kernen kommt das Problem hinzu, dass junge Familien, die Kinder bekommen, keine größere Wohnung finden oder diese nicht bezahlen können und deshalb aus unserer Gemeinde wegziehen, obwohl sie eigentlich gerne hierblieben.
Jahrelang wurde – trotz vieler Warnungen, z.B. von Organisationen wie dem Mieterverein – die Wohnungsnot nicht beachtet oder unterschätzt. Dazuhin haben viele Kommunen (z.B. Stuttgart) Hunderttausende von Wohnungen mit Mietpreisbindung an internationale Konzerne verscherbelt, die diese zu Eigentumswohnungen umgewandelt oder luxusrenovierten. Konsequenz: Vertreibung der angestammten MieterInnen, ständig steigende Preise auf dem Wohnungsmarkt. Die „vertriebenen“ Familien ziehen immer weiter ins Umland, wo Mieten (und Bauland) noch günstiger ist. Müssen dafür aber immer weitere Wege zur Arbeit in Kauf nehmen, was wiederum zu mehr Verkehr auf den Straßen führt.
Es werden zwar neue Wohnungen gebaut, aber in der Regel als gewinnbringende Kapitalanlage. Auf der Strecke bleiben mietpreisgebundene Wohnungen, früher als „Sozialwohnungen“ bezeichnet.

Die Gemeinde Kernen hat zwar zusammen mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen in den letzten Jahren viele mietpreisgebundene Wohnungen gebaut. Aber diese Mietpreisbindung gilt nur für 20 oder 25 Jahre, danach kommen diese Wohnungen auf den „freien Markt“. Die neugebauten Wohnungen decken aber noch lange nicht die Nachfrage. Außerdem sehen wir die Zusammenarbeit mit der Kreisbau kritisch, da sie rechtlich eine GmbH ist, die den NormalbürgerInnen keine Kontrolle ihrer Geschäftstätigkeit ermöglicht.

Was sind die Alternativen? (Forts. folgt)