Haushaltsantrag 2024 für die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen – Gemeinderatssitzung vom 5. März 2024

PFB WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt Kernen 10-24 vom 6.3.24 Verpackungssteuer

Haushaltsantrag Verpackungssteuer
Wir haben den Antrag gestellt, dass Kernen ab 2025 eine Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen einführt. Begründung: das immer weiter steigende Müllaufkommen für Einwegverpackungen führt zu einer großen Belastung für die Umwelt, da die meisten Verpackungen nicht wiederverwertet, sondern verbrannt + deponiert oder nach Asien exportiert werden. 
Tübingen hat zum 1. Januar 2022 eine Verpackungssteuer eingeführt, die uns als Vorbild dienen könnte. Vorher müssten Gespräche mit den betroffenen Firmen und Verkaufsstellen geführt werden.

Sperrzeit im Mittteilungsblatt (MB)
Wie verschiedentlich berichtet, hat der GR (gegen die Stimme des PFB) vor kurzem beschlossen, für die Gemeinderatswahl am 9.6. eine 3-monatige Karenzzeit für alle politischen Berichte einzuführen. Diese Sperre beginnt in der KW 12. Nun schreibt die CDU im letzten MB, dass sie massiv benachteiligt würde, weil sie nicht mehr über ihre zahlreichen Haushaltsanträge berichten könne. Alle CDU-Gemeinderäte haben allerdings für das Statut mit Sperrzeit gestimmt. Merkwürdig, oder?

Vom „Gendern“
Es ist gerade „schick“, Kampagnen gegen das Gendern zu fahren. „Gendern“ heißt, dass in Veröffentlichungen sowohl männliche wie weibliche Formen verwendet werden, also z.B. MitarbeiterInnen (mit Sternchen Mitarbeiter*innen). Die CDU hat nun einen Antrag gestellt, in der Verwaltung auf diese sogenannte Gendersprache zu verzichten. Wieso kann das nicht den einzelnen MitarbeiterInnen in der Verwaltung überlassen werden? Sind doch selber groß. Übrigens: Die CDU stimmte beim neuen Statut fürs MB dem Passus zu, dass Texte geschlechtsneutral formuliert werden sollen. 

Ebbe Kögel, PFB-WählerInnenvereinigung

Nachbemerkung: Im folgenden finden Sie den Wortlaut unseres Antrags:

Steuer auf Einwegverpackungen

Antrag

Der Gemeinderat möge beschließen:
Nach Tübinger Vorbild führt die Gemeinde Kernen ab 2025 eine Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen ein.

Begründung

Die Zahl der Einwegverpackungen wächst unaufhörlich, führt zu einem erhöhten Müllaufkommen und zu einer steigenden Belastung für die Umwelt, da die meisten Einwegverpackungen nicht wiederverwertet, sondern verbrannt und deponiert werden.
Deshalb hat die Stadt Tübingen zum 1. Januar 2022 eine Verpackungssteuer eingeführt. Zahlen müssen sie die Verkaufsstellen von Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck, die darin Speisen und Getränke für den sofortigen Verzehr oder zum Mitnehmen ausgeben.
Der Steuerbetrag beträgt:
0,50 Euro (netto) für Einwegverpackungen wie zum Beispiel Kaffeebecher
0,50 Euro (netto) für Einweggeschirr wie zum Beispiel Pommes-Schalen
0,20 Euro (netto) für Einwegbesteck und andere Hilfsmittel wie z.B. Trinkhalm oder Eislöffel

Dem Beschluss vorausgehen müsste eine Untersuchung bzw. ein Zustandsbericht, der aufzeigt, wo Einwegverpackungen anfallen und wie hoch das Gesamtaufkommen pro Jahr ist.
In einem weiteren Schritt müssten Gespräche mit den betroffenen Firmen und Verkaufsstellen (Supermärkte, Restaurants, Döner-, Pizzageschäfte, landwirtschaftliche Verkaufsstände usw.) geführt werden, wie diese sich zu der geplanten Steuer stellen und welche Ideen sie zur Müllvermeidung eventuell schon entwickelt haben. Bei den von der Gemeinde (mit-)veranstalteten Festen (Straßenfest, Kirbe) sollte mit gutem Beispiel vorangegangen werden. Die Stadtverwaltung in Tübingen sollte kontaktiert werden, um zu erfahren, welche Erfahrungen diese Pilotkommune seit der Einführung der Einweg-Verpackungssteuer gemacht hat.

Nachbemerkung:
von der Webseite der Stadt Tübingen https://www.tuebingen.de/verpackungssteuer#/41595:
Auf Grundlage der bisher eingegangenen Steuererklärungen ist mit einem Steueraufkommen von mindestens 692.359 Euro für das Jahr 2022 auszugehen. Die Einnahmen fließen in den städtischen Haushalt. Sie werden für die Beseitigung des Mülls im öffentlichen Raum und für weitere Umweltschutzmaßnahmen rund um das Thema Müll verwendet.

Kosten
Die Kosten sind von der Gemeindeverwaltung zu beziffern. Mögliche Einnahmen könnten nach der o.g. Untersuchung benannt werden.
Kernen im Remstal, 14. Februar 2024
Corinna Konzmann, PFB-Gemeinderätin

Das Ergebnis: 1 Ja-Stimme (PFB), 16 Nein-Stimme(n), 4 Enthaltung(en) (abgelehnt)

Anfragen zum Haushalt Kernen 2024: Rücklagen für Kosten von Stuttgart21 gebildet?

PFB WählerInnenvereinigung für Mitteilungsblatt Kernen 08-24 vom 21.2.2024

Haushalt 2024 – PFB-Anfragen – hier: Stuttgart21
Gegenwärtig stellt Kernen den Haushaltsplan 2024 auf. Dazu können GemeinderätInnen Anträge und Anfragen stellen, die dann beraten bzw. von der Verwaltung beantwortet werden. Bei unserer 1. Anfrage geht es um S21: „Seit 1 Jahr läuft ein Gerichtsverfahren, mit dem die Deutsche Bahn (DB) von ihren Projektpartnern [u.a. Verband Region Stuttgart bzw. Umlandlandkreise] die Mehrkosten für S21 einklagen will. Grundlage ist der Finanzierungsvertrag von 2010, durch den Kernen (über die Kreisumlage) bereits 729.580 € an S21 bezahlt hat. 
Der damalige Vertrag wurde auf Grundlage einer Bausumme von ca. 3 Mrd. € abgeschlossen (+ Risikotopf von 1,45 Mrd. €). Inzwischen sind wir aber bei 11,5 Mrd. € und die DB will, dass sich die Projektpartner an den Mehrkosten von 6 Mrd. € beteiligen. Falls die Bahn damit durchkäme, bedeutete dies, dass Kernen [über Kreisumlage] auf einen Schlag einen Millionenbetrag bezahlen müsste. Gibt es im Haushalt 2024 der Gemeinde Kernen entsprechende Rückstellungen?“
Siehe auch WKZ-Artikel vom 17.2.: „Drohen Stgt. hohe Schulden?

Neues Statut fürs Mitteilungsblatt (MB)
Wir haben öfters über unsere Bedenken wg. des neuen MB-Statuts berichtet. Nun ist es so, dass 2 Vereine (K21 und Geschichtswerkstatt) bekanntgeben, dass sie wegen dieser Bestimmungen die Berichte über ihre Aktivitäten im MB einstellen. Finden wir sehr schade.

PFB-Rundbrief
Da wir wg. der neuen 3-monatigen Karenzzeit [Sperrfrist] fürs MB von März bis Juni keine pol. Inhalte mehr veröffentlichen dürfen, bieten wir Interessierten ab März einen regelmäßigen Rundbrief über unsere Aktivitäten an. Bestellformular auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de.

Nachbemerkung: Die obige Anfrage zu den gestiegenen Kosten von Stuttgart21 hat die Gemeinde Kernen mit einem einfachen „NEIN“ beantwortet. Wir halten dies für fahrlässig, dass das Rathaus sich dazu noch keine Gedanken gemacht hat. Die enormen Mehrkosten des Projekts werden auf uns zukommen, auch wenn mensch den Kopf in den Sand steckt.
Bei Tag der Offenen Baustelle an Ostern 2024 strömten Tausende von BesucherInnen auf die Baustelle. Klar, die Kelchstützen von Ingenhoven sind durchaus technisch und ästhetische faszinierend, nur – weiß sind sie nicht, wie vom Architekten und den Betonbauern versprochen. (siehe unsere Fotos). Und, wie sich alle auf der Baustelle überzeugen konnten: fertig bzw. in Betrieb gehen wird der Bahnhof, der eigentlich bahntechnisch nur eine Haltestelle ist, im Leben nicht im Jahr 2025. Und es wird auch nicht bei den jetzt zugegebenen 11,5 Mrd. Euro Baukosten bleiben.

Die sauteuren Kelchstützen im Kellerbahnhof S21, 31.3.2024, Foto Michael Becker. Rechts ein Bauschild der Fa. Züblin, die auch die neuen Wohnhäuser auf der Hangweide in Kernen bauen soll. Ob die dann – nach den Erfahrungen bei S21 – rechtzeitig und im Kostenplan fertig werden?
Technisch-ästhetische Faszination der Kelchstützen von Architekt Ingenhoven. Halt nur sauteuer. Foto Martin Krämer vom 31.3.2024
Verschandelung der Hbf-Schalterhalle im Innern des Bonatzbaus. Und 2025 fertig? Foto von Martin Krämer vom Tag der „Offenen“ Baustelle am 31.5.2024.