Beitrag PFB-WählerInnen-Vereinigung für Mitteilungsblatt Kernen Nr. 4-2026 vom 21.01.2026
Ende 2025 machte eine Verlautbarung der Stadtwerke Mannheim die Runde. (Siehe Artikel ZEIT 30.12.25). Sie gaben bekannt, dass sie sich bis 2035 komplett aus dem Gasnetz zurückziehen werden. Alle Haushalte mit Gasheizung müssten deshalb auf Fernwärme bzw. Wärmepumpe umsteigen. Was ja bekanntlich, neben technischen Schwierigkeiten bei älteren Häusern, mit hohen Kosten verbunden ist. Lock- oder Druckmittel für die Umstellung ist die Tatsache, dass nach deutschem Recht die Kosten für Betrieb und Instandhaltung des Gasnetzes komplett auf die angeschlossenen Haushalte umgelegt werden können. Je weniger angeschlossen sind, desto teurer wird es für die Übrigbleibenden.
Dasselbe gilt übrigens auch für Wasser/Abwasser: die Kosten (insg. 22 Mio €) für die Zentralisierung der Kernener Kläranlagen werden in den nächsten Jahren auf alle Haushalte umgelegt.
Die Ankündigung der Mannheimer Stadtwerke sorgte für Aufregung, es gründete sich eine Bürgerinitiative „Hände weg vom Gasnetz“, der Gemeinderat schaltete sich ein. Die Stadtwerke blieben beim dann umbenannten „Zielkorridor“ 2035.
Das Grundproblem besteht auch für Kernen: Gibt es 2035 noch ein funktionsfähiges Gasnetz zu erschwinglichen Preisen in unserer Gemeinde? Im Mai 2025 wurde vom Gemeinderat beschlossen (gegen die Stimme des PFB), die Konzession für unser Gasnetz für 20 Jahre (also bis 2045) an die Netze BW bzw. die EnBW zu vergeben. Aber niemand weiß, was die EnBW vorhat. Werden sie sich auch in 10 Jahren zurückziehen, trotz Vertrag? Werden sie auf Wasserstoff umsteigen? Oder haben sie gar ganz andere Pläne, wo die Öffentlichkeit noch nicht kennt? Viele Fragen, (noch) keine Antworten.
Ebbe Kögel
