Eigentlich war er langweilig …

MB 22-2019 vom 29. Mai 2019

… der Gemeinderatswahlkampf. Finden Sie nicht auch? Es gab keine Auseinandersetzung über unterschiedliche Ideen und Vorstellungen, keine kontroversen Diskussionen über aktuelle und zukünftige Probleme.
Gut, es gab Hochglanzbroschüren verschiedener Gruppierungen und teure Wahlplakate, mit den Fotos der KandidatInnen, auch mit einzelnen Programmpunkten. Aber können Sie mit Schlagworten wie „Wir für Kernen“ oder „Zukunft beginnt vor Ort“ wirklich was anfangen?
Eigentlich müsste die Möglichkeit bestehen, Aussagen zur seitherigen Politik und zum Wahlprogramm auf Herz und Nieren zu prüfen. Z.B. in einer Podiumsdiskussion mit allen zur Wahl stehenden Listen

Wir haben mehrere Vorstöße unternommen, Diskussionen z.B. zu den Themen Klimakrise, Dorfentwicklung oder zur Situation der Pflege zu organisieren: mit den Lokalzeitungen bzw. mit örtlichen bürgerschaftlichen Initiativen.
Oder organisiert von den 5 Gruppierungen im Gemeinderat selbst. Ohne Erfolg.Auch im Mitteilungsblatt kam die Wahl in den letzten 2 Wochen vor dem Wahltermin nicht mehr vor. Weil es eine gesetzliche Regelung gibt, dass hier eine sogenannte „Karenzzeit“ einzuhalten ist. Aber zumindest auf der Titelseite des Mitteilungsblattes hätte doch letzten Mittwoch ein Aufruf stehen können, zur Wahl zu gehen.

Am 21.5. gelang es doch noch, eine Veranstaltung mit allen 5 Gruppen zu organisieren. Ein „Speed-Dating“ mit je 2 KandidatInnen pro Liste. [Speed-Dating ist ein engl. Ausdruck, ursprünglich aus der Partnervermittlung. Dabei kann mensch innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine größere Zahl anderer Menschen kontaktieren]. Ziel des pol. „Speed-Datings“ ist es, ErstwählerInnen mit KandidatInnen aller Listen zusammenzubringen. Weil aber vom veranstaltenden Jugendreferat der Gemeinde – angeblich aus Gründen der „Neutralität“ – keine Werbung dafür gemacht werden durfte, kamen nur 4 Jugendliche ins Jugendhaus K7. So funktioniert die Heranführung junger Menschen an die Kommunalpolitik mit Sicherheit nicht. Schade.

Wegen des frühen Redaktionsschlusses des MB können wir leider zum Ausgang der Kommunalwahl hier noch nichts sagen. Außer einem herzlichen Dankeschön an alle, wo uns gewählt haben!

Lob für die Gemeindeverwaltung

Auf Anregung von Eltern hatte das PFB in der GR-Sitzung vom 9. Mai die Verwaltung gebeten, in der Klosterstraße doch den früher dort vorhandenen Fußgängerüberweg (FGÜ) am Ausgang der Bachstraße wieder anbringen zu lassen.
Schon seit der Wiedereröffnung der Klosterstraße mussten Kinder, die aus der Bachstraße kommend zum Alten Schulhaus bzw. zum Kindergarten „Lummerland“ und zur Schule gehen wollten, bei dem Ochsen-Bauzaun auf die vielbefahrene Klosterstraße ausweichen, um dann beim FGÜ am Kreisel die Klosterstraße zu überqueren. Hier kam es öfters zu gefährlichen Situationen.
Die Verwaltung sagte in der o.a. GR-Sitzung zu, das Ansinnen zu prüfen. Dies wurde nun in einer Rekordzeit von 2 Wochen (!) verwirklicht. (Siehe Foto). Unser Dank geht an Ordnungs- und Bauamt der Gemeinde bzw. ans Landratsamt, die diese schnelle Umsetzung auf den Weg brachten.

Zirkus statt Verkabelung

Am 25.5. wurde in einem Zelt hinter der Kelter die Projektwoche von Karl-Mauch-Schule und Zirkus Piccolo mit einer öffentlichen Vorführung abgeschlossen. Die SchülerInnen zeigten, was sie in 5 Tagen zusammen mit den Zirkusleuten gelernt hatten: Akrobatik, Koordination, öffentlich auftreten, Zusammenarbeiten, anderen vertrauen, auf andere Rücksicht nehmen – jede Menge gelernte Sozialkompetenzen kamen bei dieser mitreissenden Vorstellung zum Tragen. Auch die behinderten Kinder der Dierlamm-Schule wurden toll mit einbezogen. Dass solche Aktionen regelmäßig stattfinden und entsprechend finanziert werden, wäre viel wichtiger wie eine Grundschule für 250.000 € zu verkabeln!