Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

MB 51-2019 vom 18.12.2019

Für die letzte Ausgabe des Mitteilungsblatts ein kurzer Rückblick auf ein ereignisreiches kommunalpolitisches Jahr 2019:

Vier Ereignisse standen im Mittelpunkt:
zuerst die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai. Im Wahlkampf organisierten wir 15 Informationsveranstaltungen, Filme und Rundgänge, die von 800 Interessierten besucht wurden. Mit einem sehr erfreulichen Ergebnis für das PFB: wir konnten 22 KandidatInnen aufbieten (14 Frauen, 8 Männer) und unser Stimmenergebnis mehr wie verdoppeln. PFB-Mann Ebbe Kögel wurde mit großem Vorsprung Stimmenkönig. Mit unseren 3 Sitzen haben wir ab sofort auch Fraktionsstatus im Gemeinderat. Und das Gremium hat sich verjüngt.

Das nächste Ereignis war die Remstalgartenschau vom Mai bis September. Vom Zuspruch und von der Stimmung her ein großer Erfolg. Aber für uns zu viel Halli-Galli, zu wenig Nachhaltigkeit. Die Endabrechnung liegt allerdings noch nicht vor. 10 Mio €? Oder 12? Wir sind gespannt.

Ende September die Bürgermeisterwahl, mit der Abwahl des langjährigen Bürgermeisters Altenberger. In der Bevölkerung existierte wohl ein Bedürfnis nach Wechsel und Neuanfang.

Und schließlich noch der Kauf der Hangweide, mit großen Plänen für die Zukunft.

Einen ausführlichen Jahresrückblick 2019 (auch auf die Kommunalpolitik) mit Fotos gibt es Donnerstag, 2. Januar um 19 Uhr im Museum unter der Yburg, bei einer Veranstaltung der Allmende Stetten. Die Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen.

Unsere nächste Sitzung

Heute, Mi, 18.12.2019, 20 Uhr. TV-Heim Stetten (s’Burgstüble). Gäste sind immer gerne willkommen.

Dankschee

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung, Anregungen, Kritik und Lob. Und wünschen Ihnen ein paar geruhsame Feiertage. Bleiben Sie uns weiterhin gewogen, denn auch das Jahr 2020 wird spannend.

Alle Infos übers PFB auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de

Das Mietshäuser Syndikat

MB 50-2019 vom 11.12.2019

Am 9.12. haben wir bei einem Vortrag das Mietshäuser Syndikat vorgestellt. Mit der Idee, dass diese andere Form des Eigentums auch eine Möglichkeit für das zukünftige Wohnen auf der Hangweide wäre.

Das Mietshäuser Syndikat ist eine – nicht auf Gewinn orientierte – Beteiligungsgesellschaft – zum gemeinschaftlichen Erwerb von Häusern, um damit langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der wichtigste Grundsatz dabei ist, dass Grundstücke bzw. Häuser, die seither im Privateigentum waren, in Gemeineigentum überführt werden. Aber nicht in Form einer Enteignung. Die Häuser werden schon auf dem „normalen“ Markt gekauft. (Manchmal sind sie vorher auch besetzt worden, nachdem sie jahrelang leer standen). Der Kauf erfolgt über Eigenkapital der Menschen, die darin wohnen wollen, über Direktkredite von UnterstützerInnen, über „normale“ Bankkredite und evtl. einen Beitrag aus dem Solidarfonds des Syndikats, mit dem finanzstärkere Hausprojekte die schwächeren unterstützen.

Die Menschen, die das Haus bewohnen, schließen sich zu einem Hausverein zusammen. Dieser Verein bildet zusammen mit dem Syndikat eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Hausverein und Syndikat haben in der GmbH Stimmengleichheit, so dass Verkauf oder Umwandlung nur einvernehmlich möglich sind. So ist gewährleistet, dass ein gemeinschaftlich erworbenes Haus nicht wieder privatisiert bzw. weiterverkauft werden kann.

Mit der Miete zahlen die BewohnerInnen zum einen die laufenden (Kredit-)Kosten und die Instandhaltung. Darin enthalten ist aber auch ein Solidarbeitrag an das Syndikat, mit dem dann wieder weitere Projekte unterstützt werden können. 2019 ist das Syndikat an fast 150 Hausprojekten beteiligt. Und es werden immer mehr.

Unsere nächste Sitzung

Mi, 18.12.2019, 20 Uhr. TV-Heim Stetten (s’Burgstüble). Gäste sind immer herzlich willkommen.

Vortrag Tilman Gocht: Das Mietshäuser Syndikat – Alternatives Wohnen auf der Hangweide

Die zwischen Rommelshausen und Stetten gelegene Hangweide soll in den nächsten Jahren von einem Konsortium aus Gemeinde Kernen, Kreisbau und LBBW zu einem neuen Wohnquartier für über 1000 Menschen ausgebaut werden.

Sie wird auch Teil der Internationalen Bauausstellung IBA, die 2027 in der Region Stuttgart stattfindet. Bei der Beteiligung der Bürgerschaft an den zukünftigen Planungen wurde vorgeschlagen, dort auch neue Wohnformen zu planen.

Eine dieser neuen Wohnformen ist das Mietshäuser Syndikat, dem inzwischen in Deutschland 150 Projekte angehören. Sie haben zum Ziel, Wohnraum zu sozial verträglichen Mietpreisen und unter Ausschluss privater Gewinninteressen zu schaffen. Die Mieten decken langfristig den Erwerb, die Sanierung sowie den Erhalt der Häuser. Mit den Überschüssen aus den Mieteinnahmen werden neue Projekte unterstützt.

Der Referent Tilman Gocht wohnt selbst in einem selbstverwalteten Haus und ist beim Syndikat als Berater beim Aufbau neuer Wohnprojekte tätig. Bei seinem Vortrag am Montag, 9.12.2019 um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Kernen beschreibt er Entstehungsgeschichte und Funktionsweise des Mietshäuser Syndikats.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Parteifreien Bündnisses und der Offenen Grünen Liste im Gemeinderat Kernen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Weitere Infos auf https://www.syndikat.org/de/

Anfang 2020 folgt dann eine Veranstaltung über Struktur und Funktionsweise von Wohnbaugenossenschaften.

Große Fridays for Future Demo

Am Fr., 29.11. forderten 10.000 junge Menschen in Stuttgart (und Millionen weltweit) die Politik auf, endlich mit konkreten Maßnahmen die Klimakrise aufzuhalten. Wir haben die Demo mit unserer Teilnahme unterstützt.

Prima Klima?

Vor 1 Jahr begannen auch in Stuttgart die wöchentlichen Versammlungen bzw. Proteste von jungen Menschen, die sich der Bewegung „Fridays for Future“ [Freitage für die Zukunft] angeschlossen hatten. Diese Bewegung entstand durch die junge Schwedin Greta Thunberg, die sich jeden Freitag vor das Parlamentsgebäude in Stockholm setzte. Sie protestierte damit gegen die Untätigkeit der verantwortlichen PolitikerInnen, die Augen (und Ohren) vor den Mahnungen der Wissenschaft verschließen, dass wir uns immer schneller auf eine Klimakatastrophe zubewegen. Wenn jetzt nicht massiv dagegengesteuert wird.

Auch wir in Kernen tragen dafür Verantwortung: die Bevölkerung (mit unserem Lebensstil), unsere Firmen (mit dem, was – und wie sie es herstellen), und auch die Lokalpolitik (beim Planen von neuen Baugebieten, bei Bau von Straßen, Gebäuden, Kläranlagen usw.).

Wir haben uns allerdings bisher wenig Gedanken darüber gemacht, wie wir uns dieser Verantwortung stellen wollen. Auf alle Fälle halten wir es für wichtig, die jungen Menschen zu unterstützen.

Wir rufen deshalb dazu auf, am Freitag 29.11. am weltweiten Aktionstag der „Fridays for Future“-Bewegung in Stuttgart teilzunehmen. Kundgebung um 13:30 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Wir fahren mit dem X20 um 12:42 ab Diakonie (12:47 Karlstr.), 12:58 ab WN mit dem RB13 bis Hbf. Sind Sie dabei?
Weitere Infos über https://fridaysforfuture.de. Die Stuttgarter Gruppe ist auch auf Facebook zu finden: www.facebook.com/fridaysforfuturestuttgart

Vortrag Mietshäuser Syndikat

Bei der Bebauung der Hangweide sollen auch alternative Wohnformen verwirklicht werden. Wir haben deshalb Tilman Gocht vom Mietshäuser Syndikat (siehe https://www.syndikat.org/de/) in Tübingen zu einem Vortrag eingeladen: Mo, 9.12., 19:30 Uhr, Bürgerhaus. Er ist ehrenamtlicher Berater für den Aufbau neuer Wohnprojekte. Bitte Termin vormerken.

Teufel oder Belzebub?

Bei der GR-Sitzung am 7.11. stand auch „Breitbandausbau in Kernen“ auf der Tagesordnung. Eigentlich soll ja die Telekom in den nächsten Jahren unser komplettes Glasfasernetz ausbauen (nun ja, 90%). Das hat die Region Anfang 2019 beschlossen.
Aber aufgrund von Förderprogrammen, die von Land und Bund aufgelegt wurden, sollen nun zuerst die Gewerbegebiete Frauenländerstraße in Stetten und Lange Äcker/Lange Furchäcker (westlich der Waiblinger Str. in Rom) komplett verkabelt werden. Während es vor 3 Jahren noch hieß, dass die einzelnen Firmen ca. 2.000 € für einen Anschluss bezahlen sollen, bekommen sie diesen nun für umsonst. Die Ausbaukosten von fast 600.000 € werden komplett von der öffentlichen Hand übernommen. Auf Kernen entfallen dabei 111.000 €.

Für die Vergabe dieses Auftrags wurde eine Ausschreibung durchgeführt, bei der sich 3 Firmen bewarben. Diese wurden von der Fa. W2K nach einem Punktesystem bewertet. Die beste Punktzahl erhielt dabei die Netcom BW, eine Tochter der EnBW. Sie war zwar um einiges teurer wie die Telekom, versprach aber den Ausbau bis Ende 2020. (Telekom 2024). Deshalb erhielt sie letzten Endes den Zuschlag.

Unser Antrag auf Vertagung wg. vieler Ungereimtheiten erhielt keine Mehrheit. Wir stimmten dann gegen die Vergabe an die Netcom, weil uns die EnBW die letzten Jahre sowohl bei der Übernahme des Strom- wie auch des Gasnetzes über den Tisch gezogen hat. Eine solche Politik muss dann nicht auch noch mit der Vergabe eines Auftrages „belohnt“ werden. Die Abstimmung erbrachte 10 Ja-Stimmen für den Ausbau durch die Netcom, 5 dagegen und 5 Enthaltungen. Knapp. Gut, wer schon mal mit der Telekom zu tun hatte, kann bezweifeln, ob die besser gewesen wäre. Teufel oder Belzebub sozusagen.

Unsere nächste Sitzung
Heute, Mi, 20.11., 20 Uhr, TV-Heim (s’ Burgstüble). Gäste immer herzlich willkommen.

Bürgerbeteiligung Hangweide

Vergangene Woche fand im Bürgerhaus der 1. Bürgerdialog zum „Zukunftsprojekt Hangweide“ statt. Eingeladen hatten die drei Projektpartner, die das Gelände der Hangweide gekauft haben bzw. die zukünftige Bebauung organisieren und planen: die Gemeinde Kernen, die Kreisbaugesellschaft Rems-Murr sowie die KE (Abk. für Kommunalentwicklung), eine Tochter des Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Bei der Veranstaltung hörten die über 50 erschienenen interessierten BürgerInnen viele interessante Vorträge, u.a. vom Intendanten der Internationalen Bauausstellung IBA, die 2027 in der Region stattfinden soll. Andreas Hofer, ein Schweizer Architekt, präsentierte verschiedene Beispiele für Wohnprojekte aus Zürich, die verdichtet gebaut wurden. „Verdichtet“ heißt, dass es keine Einfamilienhäuser gibt, sondern mehrstockig gebaut wird. Das ist auch notwendig, um einen Teil der Parklandschaft der Hangweide mit ihrem Baumbestand erhalten zu können. Hofer sagte: „Es geht um Lebensraum, in dem wir uns wohlfühlen sollen. Dichte bedeutet nicht Stress, sondern die Möglichkeit, viel Gutes um sich herum zu haben“. Isa Hasselt und Ulli Lang, die im Frühjahr zusammen mit dem Gemeinderat eine Fahrt nach Zürich und Freiburg unternommen hatten, zeigten verschiedene (genossenschaftliche) Wohnprojekte in verdichteter Bauweise. Besonders beeindruckten dabei die sog. „Allmend-Räumlichkeiten“ im Erdgeschoss der Züricher Häuser, die allen BewohnerInnen gemeinschaftlich zur Verfügung stehen: Aufenthalts- und Veranstaltungsräume, Kantine/Cafè, Waschmaschinenraum, eine Rezeption für Infos und Anlaufstelle, Übernachtungsräume für auswärtige BesucherInnen, Fahrradreparaturwerkstatt u.v.a.m. (Forts. folgt).

Unsere nächste Sitzung
Mi, 20. November, 20 Uhr, TV-Heim (s’Burgstüble). Gäste herzlich willkommen. Kontakt: info@pfb-kernen.de, Tel. 42866

Runder Tisch „Zukunft der Landwirtschaft“

Zum 1.8.2019 trat in Bayern ein neues und verbessertes Naturschutzgesetz in Kraft, das davor mit großer Mehrheit im Landtag verabschiedet worden war. Dem vorausgegangen war eine Unterschriftenaktion für ein Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“, das von 1,8 Mio BürgerInnen unterschrieben worden war.

Auch in Baden-Württemberg starteten 2 Stuttgarter Berufsimker im September eine ähnliche Unterschriftenaktion, die u.a. zum Ziel hat, den Einsatz von Insektenvertilgungsmitteln (wie Glyphosat) in Landschafts- und Naturschutzgebieten einzuschränken oder gar ganz zu verbieten.

Dies führte zu einem empörten Aufschrei der (konventionell wirtschaftenden) Landwirte. Ihre Existenz sei bedroht.

Inzwischen gibt es eine Übereinkunft der Landesregierung mit den InitiatorInnen des Volksbegehrens, so dass die Unterschriftensammlung vorläufig ausgesetzt ist.

Dies gibt uns Gelegenheit, einen Vorschlag des PFB wieder aufzugreifen: Ein Runder Tisch über die Zukunft unserer Landwirtschaft. Mit den örtlichen Bauern und Wengertern. Auch mit Nebenerwerbslandwirten, wg. der Streuobstwiesen. Vorausgehen müsste eine Untersuchung über die Zahl und die Ausrichtung unserer landwirtschaftlichen Betriebe. Darauf aufbauend sollte diskutiert werden: wie groß ist die Anbaufläche? Was wird angebaut? Wie ist der zukünftige Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen? Wie sieht die Betriebsnachfolge aus? Gibt es eine nachfolgende Generation, die Hof oder Weingut weiterführt? Wie sieht die soziale Absicherung der jetzigen BetriebsinhaberInnen aus? Wie können wir den Absatz hiesiger Produkte bei den örtlichen VerbraucherInnen verbessern? Was kann hier die Lokalpolitik, die Bauern, die VerbraucherInnen tun?

Was halten Sie davon? Schreiben Sie uns: info@pfb-kernen.de. Oder Telefon 42866. Weitere PFB-Infos unter www.pfb-kernen.de

Klima-Visionär Hermann Scheer

Am 14.10.2010 starb Hermann Scheer, Bundestagsabgeordneter unseres Wahlkreises und Vordenker für den Klimaschutz.

Vor seinem Tod sagte er in einem Film

„Energienutzung ist überall, wo Menschen arbeiten und leben. Förderung von Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran dagegen findet nur in ganz in wenigen Ländern der Welt statt. Es wird immer knapper. Die Abhängigkeiten werden größer und sie sind existenzieller Art.

Deshalb müssen atomare und fossile Energien durch erneuerbare Energien ersetzt werden, durch Sonnenstrahlen und -wärme, Wind, Laufwasserkräfte, Wellen, geothermische Energie. Kostenlos von der Natur geliefert.

Wir dürften das jetzt bekannte Potenzial schon gar nicht mehr verbrennen, das hält die Biosphäre des Erdballs – und wir sind ein Teil davon – nicht mehr aus. Man darf es heute nicht mehr erlauben, dass man einfach Energieemissionen hinterlässt und die ganze Gesellschaft die Folgen tragen muss.

Dass Regierungen angesichts dieser Vorgänge bei einer instabiler werdenden Welt noch ruhig schlafen können, kann man nur mit einem krankhaften Verdrängungsprozess erklären.

Es ist die Unterwerfung der Politik unter die Interessen der Energiewirtschaft. Damit man weiter festhalten kann an der herkömmlichen Energieversorgung, ein paar Jahrzehnte mehr.

Wenn jemand eine verantwortliche gestaltende Funktion hat, diese aber nicht wahrnimmt, weil er zu denkfaul ist oder weil er sich diesen neuen Anforderungen nicht stellt, noch nicht mal dadurch stellt, dass er sich informiert, dann ist das nicht zu entschuldigen.

Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass alles schneller, höher, größer und weiter gehen müsste. Es muss im Grunde genommen alles, was neu installiert wird, erneuerbare Energie sein.”

Soweit der Visionär Hermann Scheer vor 10 Jahren. Und was machen wir heute?

Stetten braucht eine Postfiliale

MB 42-2019 vom 16. Oktober 2019

Seit 1.6.2019 hat Stetten keine Post mehr. Wir berichteten schon mehrmals. Im BM-Wahlkampf kam Bewegung in die Sache, beim Sportplatz solle ein Container aufgestellt werden. Glaubhaft?

Wir schlugen vor, zu prüfen, ob die Post nicht in die ehem. KSK-Filiale in der Klosterstraße einziehen könnte. Dies wurde von BM mit dem Argument abgelehnt, dass die damalige Bürgerbeteiligung zum Umbau der Klosterstraße ergeben habe, dass dort Gastronomie reinkommen soll.

Wir guckten uns daraufhin die Ergebnisprotokolle der Bürgerbeteiligung von 2015 nochmals an. Dort steht, dass die Klosterstraße als Dorfzentrum wieder belebt werden soll. U.a. mit den Vorschlägen: Gastronomie (Cafe), “Weindorf Stetten”, regelmäßiger Markt, Kunst und Dorfbüro.

Der GR fasste im Juli 2016 den Beschluss, eine Machbarkeitsstudie hinsichtlich einer gastronomischen Nutzung der KSK-Flächen (vorzugsweise Cafe [!!]) erstellen zu lassen. Damals gab es jedoch noch eine Postfiliale. Und der GR ging davon aus, dass die KSK mit ihrer Filiale ins Erdgeschoss des gegenüberliegenden neuen Ochsen-Gebäudes einzieht. Ganz andere Voraussetzungen wie heute, wo wir keine Post und seit 2 Jahren keine KSK-Filiale mehr haben.

Deshalb unser Vorschlag (der auch viel Zustimmung der Bevölkerung bekam), die Post in der KSK unterzubringen, evtl. zusammen mit einem (inklusiven) Cafe oder einer Eisdiele. Außerdem eine zentrale Paketverteilstelle. Der KSK-Geldautomat, der noch keinen neuen Standort hat, könnte auch dort bleiben. Für diese Lösung gibt es schon konkrete Entwürfe, die bei der Verwaltung liegen. Dies käme wahrscheinlich auch den dortigen WohnungseigentümerInnen entgegen, die sich vehement gegen eine (Abend-)Gastronomie wehren.
Wir hoffen, dass sich die Gemeindeverwaltung offen mit diesen Ideen beschäftigt und bei der nächsten GR-Sitzung auf die TO setzt.

Pflege – wie geht es weiter?

MB 41-2019 vom 09. Oktober 2019

Ein wichtiges Thema der letzten Monate (auch im Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlkampf) war die Situation der Pflege in unserer Gemeinde. Mit durchaus überraschenden Entwicklungen.

Blicken wir kurz zurück: Schon im letzten und vorletzten Jahr hat das PFB im Gemeinderat erfolglos angemahnt, dass wir uns in der Gemeinde Gedanken über die Zukunft der Altenpflege in Kernen machen müssen. Und dass wir endlich auch ein Pflegeheim in Stetten brauchen. Dafür existiert schon seit vielen Jahren in der Frauenländerstraße ein gültiger Bebauungsplan. Ohne dass von Seiten der Diakonie, der das Gelände gehört, etwas passiert wäre.

Erst 2019 kam Bewegung in die Sache. Und zwar, als die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) des Hauses Edelberg an den Gemeinderat herantrat und auf ihre mißliche Lage aufmerksam machte. Die neue Heimbauverordnung erfordere hohe Investitionen, um das Haus für die darin geforderten Einzelzimmer umzubauen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch öffentlich bekannt, dass das Edelberg seit 2014 von dem französischen Pflegekonzern Orpea betrieben wird.

Wie sehr das Thema die Bevölkerung interessiert, zeigte sich bei einer PFB-Veranstaltung im Wahlkampf und am 31.7. bei einer Infoveranstaltung der Gemeinde im Bürgerhaus, zu der 400 Leute kamen. Diese war auf Vorschlag der OGL und des Seniorenrats zustande gekommen. Weitere Veranstaltungen sollen folgen.

Von BM Altenberger und der WEG wurde ursprünglich der Bau eines zweiten Orpea-Komplexes neben dem Bestehenden favorisiert, mit dann insg. fast 180 Plätzen. Dies ist inzwischen wieder vom Tisch. Jetzt sehen die Pläne so aus, dass der Altbau auf 112 Plätze umgebaut wird.

Nun kam plötzlich wieder die Diakonie ins Spiel, die in einem Brief an den Bürgermeister ihre Bereitschaft erklärte, nun doch eventuell in Stetten ein Pflegeheim bauen zu wollen. (Den Brief hat der Gemeinderat allerdings noch nicht gesehen).

Auch weitere Ideen sind im Spiel, zum Beispiel die Einrichtung einer Tagespflege. Diese soll, so der GR-Beschluss, in einen millionenteuren Neubau der Gemeinde in der Seestraße.

Das PFB hat in der letzten GR-Sitzung vorgeschlagen, dass zunächst die weiteren Planungen für die Seestraße ausgesetzt werden.

Was wir jetzt brauchen (und was in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurde) ist eine Gesamtkonzeption für die ganze Gemeinde. Wo das Edelberg mit drin ist (evtl. auch in anderer Trägerschaft), das Pflegeheim in Stetten, die Tagespflege, der Standort der Sozialstation und wo vor allem auch neue Ideen für die Pflege zuhause entwickelt werden sollten. Hier gibt es gute Beispiele, z.B. die „sorgende Gemeinschaft“ der Gemeinde Eichstetten, die vor 2 Jahren bei einer Allmende-Veranstaltung vorgestellt wurde.

Mit Prof. Barbara Steiner, die bei der Infoveranstaltung im Bürgerhaus sprach, wäre eine sehr kompetente Fachfrau vorhanden, wo diese Konzeption erstellen könnte. Erst danach sollten – nach Einbeziehung der Bevölkerung – weiter Zukunfts-Entscheidungen getroffen werden.

Klimabündnis in Kernen – dank Greta Thunberg?
Es begann im August 2018, als die damals 14-jährige Greta Thunberg sich mit einem Schild “Schulstreik fürs Klima” vor das schwedische Parlament setzte. Daraus ist in nur einem Jahr eine weltweite Bewegung entstanden. Greta Thunberg sprach vor kurzem vor der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in New York. Auch in Stuttgart demonstrierten am 20.9. fast 20.000 Menschen für eine Klimawende.
Vor zwei Monaten entstand ein Aktionsbündnis Klimaschutz Rems-Murr, das in einer Aktionswoche zahlreiche Veranstaltungen auf Kreisebene durchführte. Die Frage ist, ob es uns gelingt, auch auf lokaler Ebene ein entsprechendes Aktionsbündnis auf die Beine zu stellen?