Corona-Vollbremsung

Mit einer Vollbremsung wurde innerhalb weniger Tage unser wirtschaftliches, soziales und kulturelles Leben fast auf Null gesetzt. Eine Entwicklung, die so niemand für möglich gehalten hätte.

Die vor uns liegenden Wochen könnten nun zu einer Zeit des Nachdenkens werden. Über unsere Art zu leben und über unser Wirtschaftssystem.
Der französische Staatspräsident Emanuel Macron hat am 12.3. Erstaunliches dazu gesagt: Seine Rede im Wortlaut: „Morgen müssen wir die Lehren ziehen aus dem, was wir gegenwärtig durchmachen, das Entwicklungsmodell hinterfragen, das unsere Welt seit Jahrzehnten entwickelt hat und dessen Mängel nun ans Licht kommen, die Schwächen unserer Demokratien hinterfragen. Eines hat sich durch diese Pandemie schon jetzt herausgestellt: Das kostenlose Gesundheitssystem, unabhängig von Einkommen, Stellung und Beruf, unser Sozialstaat sind keine Kosten oder Lasten, sondern wertvolle Güter, unverzichtbare Trümpfe, wenn das Schicksal zuschlägt. Diese Pandemie hat jetzt schon deutlich gemacht, daß es Güter und Dienstleistungen gibt, die außerhalb der Marktgesetze gestellt werden müssen. Es ist verrückt, unsere Ernährung, unseren Schutz, unsere Fähigkeit zur Gestaltung unserer Lebenswelt im Grunde an andere zu übertragen. Wir müssen die Kontrolle darüber zurückgewinnen, mehr noch als bisher ein souveränes Frankreich und Europa errichten, ein Frankreich und Europa, die ihr Schicksal selbst in der Hand behalten. Die kommenden Wochen und Monate werden Entscheidungen erfordern, die einen Bruch in dieser Richtung darstellen. Ich werde mich darum kümmern.“

Das Original der Rede im Internet unter www.elysee.fr/emmanuel-macron/2020/03/12/adresse-aux-francais

Flüchtlinge

Und was passiert mit den Flüchtlingen, z.B. auf den griechischen Inseln, auf deren Situation wir in den letzten Wochen hingewiesen haben?

Keine Altpapiersammlungen mehr?

Im Februar hat der CVJM Rommelshausen angekündigt, dass die diesjährige Frühjahrssammlung des Altpapiers die letzte sein wird, die von ihm durchgeführt wird. Auch beim TV Stetten, dessen Jugendabteilung in Stetten sammelt, gibt es ähnliche Überlegungen. Grund dafür ist der Verfall der Altpapierpreise, so dass sich der große Aufwand nicht mehr lohne.

Wir fänden dies sehr schade. Denn diese Tradition der Altpapiersammlungen gibt es nun schon 50 Jahre! In Rom war es immer der CVJM, in Stetten früher das selbstverwaltete Jugendzentrum, später dann die TV-Jugend, die die Sammlungen organisierten.

Als vor über 10 Jahren die Abfallwirtschaft des Landkreises die blauen Papiertonnen einführte, wurde die Tradition trotzdem fortgeführt.

Die Sammlungen sind ein schönes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements, praktiziertem Umweltschutz – und von dörflichem Zusammenhalt. Für viele EinwohnerInnen war es eine jahrzehntelange Gewohnheit, das Papier bis zum Sammeltag aufzuheben, um damit konkret die Jugendarbeit der örtlichen Vereine zu unterstützen. Es gibt auch Haushalte, wo kaum Platz ist für die sperrige Altpapiertonne. Und die SammlerInnen haben sogar die Papierbündel aus dem Keller geholt, wenn sie jemand nicht tragen konnte.

Wir haben deshalb in der GR-Sitzung vom 20.2. eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt, im Benehmen mit Abfallwirtschaft, Recyclingfirmen und Vereinen nach einer Lösung zu suchen, dass die liebgewordene Tradition der Altpapiersammlungen fortgesetzt werden kann.
Die Situation mit den fallenden Preisen hat vor einigen Jahren schon mal bestanden. Damals hat die Gemeinde den Vereinen den Differenzbetrag zwischen alten und aktuellen Preisen erstattet, so dass “unter dem Strich” für die Jugend noch ein Plus herausgekommen ist.

Unsere nächste Sitzung
Mi, 11.3., 20 Uhr, s’Burgstüble (TV-Heim)

Aktion im Gemeinderat für Kelvin Akuanyionwy

Im MB 06-20 berichteten wir schon mal über den Nigerianer Kelvin A., der 2015 nach Kernen kam. 2016 fand er eine Arbeitsstelle beim Bäcker Schöllkopf in WN. Trotzdem sollte er abgeschoben werden. Bei seiner Verhaftung floh er durch ein Fenster und ist seither untergetaucht.
In der GR-Sitzung vom 20.2. schlug das PFB den anderen GemeinderätInnen vor, einen Brief ans Innenministerium zu schreiben:
“Sehr geehrter Herr Innenminister,
die unterzeichnenden Mitglieder des Gemeinderats Kernen [insg. 19 von 22] verurteilen die vorgesehene Abschiebung des Nigerianers Kelvin Akuanyionwy, der in unserer Gemeinde Kernen als gut integrierter Mitbürger wohnt und bei der Bäckerei Schöllkopf in Waiblingen als wertvoller Mitarbeiter in einem Mangelberuf arbeitet.

Das ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil wir in unserer Gemeinde noch mindestens drei weitere, rechtlich ähnlich gelagerte Fälle haben. Auch hier leisten Flüchtlinge wertvolle Arbeit in Mangelberufen für örtliche Handwerks- und Industriebetriebe.

Es ist öffentlich angekündigt, dass die Landesregierung mit einer Bundesratsinitiative die gesetzlichen Voraussetzungen einer Beschäftigungsduldung erleichtern will. Vernünftiges Verwaltungshandeln soll künftig Abschiebungen zulasten von Unternehmen vermeiden.

Wir fordern deshalb, dass Abschiebungen von langjährig in Unternehmen arbeitenden ausreisepflichtigen Geflüchteten im öffentlichen Interesse ausgesetzt werden, zumindest bis neue Grundlagen für eine Beschäftigungsduldung geschaffen sind.

Wir sind guter Hoffnung, dass in all diesen Fällen vom Innenministerium eine Entscheidung getroffen werden kann, die sowohl den geflüchteten Menschen wie auch den Interessen der heimischen Wirtschaft (und der Landesregierung) gerecht wird.

Alles andere wäre den Bürgern nur sehr schwer zu vermitteln.”

Bildquelle: Zeitungsverlag Waiblingen WKZ 13.07.2016

Frühlingsgefühle

Hatten Sie auch Frühlingsgefühle am vergangenen Sonntag? Bei Sonnenschein und 20 Grad Celsius. Da konnte mensch sogar auf dem Balkon oder im Garten Kaffee trinken.

Für einige Menschen wurden diese Frühlingsgefühle allerdings stark beeinträchtigt. Und zwar für all jene, die an der Esslinger Straße in Stetten wohnen. Oder auf der Höhe der Esslinger Straße irgendwo anders im Dorf. Sie alle konnten das Röhren und Aufheulen der Motorräder hören, die die Esslinger Straße befuhren – egal in welcher Richtung. Und zwar buchstäblich im Minutentakt.

Das wird nun das ganze Jahr so weitergehen – bis zum Spätherbst, wenn die Motorräder wieder eingemottet werden. Und was können wir dagegen tun? Eigentlich gar nichts. Da gibt es elektronische Geschwindigkeitsanzeigen am Straßenrand. Oder Lärm-Messgeräte. Des weiteren Geschwindigkeitsbegrenzungen (immerhin – nach vielem Hin und Her – 70 km/h von der Einfahrt Friedhof bis zum Ortsrand), Appelle an die Vernunft der MotorradfahrerInnen. Alles vergebliche Liebesmüh. Der Verkauf von Motorrädern hat enorme Steigerungsraten. Und die Industrie verkauft Motorräder, wo ein kleiner Schalter umgelegt werden kann, damit die Karre so richtig „röhrt“.

Der Gesetzgeber scheint machtlos. Wie schon beim systematischen Betrug mit den Abgaswerten tanzt die Auto- und Motorradindustrie der Politik auf der Nase herum.

Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Uns bleibt nur das Stoßgebet: Oh Herr, schmeiß Hirn ra!

Unsere nächste Sitzung

Mittwoch, 19.2.2020, 20 Uhr, Bürgerhaus Rom, 1. Stock (Saal 3). Gäste herzlich willkommen. Unsere Webseite: www.pfb-kernen.de. Kontakt: info@pfb-kernen.de

GR-Sitzung, Do, 20.2.

U.a. mit TOP 3 “Gut älter werden in Kernen”. Die Pflegesituation in unserer Gemeinde soll wissenschaftliche untersucht werden. Ein Vorschlag, den das PFB seit Jahren immer wieder gemacht hat.

Partnerschaft mit der Telekom?

Am 29.11.2018 stand im Gemeinderat der Pkt. „Breitbandausbau – Kooperationsvereinbarung mit der Telekom“ auf der Tagesordnung. Dem GR wurde eine 120-seitige (!) Vorlage vorgelegt, mit vielen Vertragstexten und vielen schönen Versprechungen über die zukünftige „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ der Telekom mit den Gemeinden der Region Stuttgart beim Ausbau des Breitbandnetzes (Glasfaser). Ausbauvolumen: 1,1 Mrd € (Telekom) und 500 Mio € (Kommunen). Dem GR wurde die Pistole auf die Brust gesetzt, der Vertrag müsse bis Jahresende 2018 unterzeichnet werden, sonst „würden wir abgehängt“. Also Mehrheit von 17:3 Stimmen dafür.

Dann passierte erst mal gar nichts. Am 25.7.2019 wurde die Kooperationsvereinbarung mit derselben Mehrheit erneut beschlossen. Dann passierte wieder nichts.

Kurz vor Weihnachten 2019 waren in Stetten Telekom-Vertreter unterwegs, die den Menschen mit z.T. fragwürdigen Argumenten und Methoden an der Haustüre neue Verträge für einen Glasfaseranschluss verkaufen wollten.

Das PFB hat deshalb schon mehrere Male bei der Verwaltung nachgefragt, was es denn damit auf sich habe. Das Rathaus wusste nichts. Und argumentierte, diese Werbeaktion läge in alleiniger Verantwortung der Telekom.

Wir sehen das anders. Damit in Kernen der Glasfaserausbau für Privathaushalte starten kann, braucht die Telekom eine bestimmte Anzahl von Verträgen. Leider weiß niemand, wie hoch diese Zahl für Kernen wäre. (Anders wie z.B. in Fellbach). Es läge doch auf der Hand, eine gemeinsame Werbeaktion Kommune + Telekom zu machen. Z.B. dadurch, dass im MB darüber informiert wird, dass Telekom-Vertreter unterwegs sind. Und dass vor allem darüber informiert wird, was die Vor- und Nachteile (Kosten, Technik usw.) von Vertrag und Glasfaseranschluss wären. So stellen wir uns eine „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ vor.

Menschlichkeit oder Parteitaktik?

MB 06-2020 am 5.2.2020

Kelvin A., Flüchtling aus Nigeria, kam 2015 nach Deutschland. Er wohnte zuerst in der Kirchstraße, dann in Rom. Er lernte schnell Deutsch und fand 2016 eine Arbeitsstelle beim Bäcker Schöllkopf in WN. Er bezahlte Steuern, Sozialversicherungen und seine Miete. Am 12.12. tauchte die Polizei an seinem Arbeitsplatz auf und wollte ihn mitnehmen, zur Abschiebung in sein Heimatland. Er floh durch ein Fenster und ist seither untergetaucht.

Viele setzten sich danach dafür ein, dass Kelvin hier bleiben kann, u.a. der AK Asyl und sein Arbeitgeber Hermann Schöllkopf, CDU-Gemeinderat in WN. Das PFB schlug in der GR-Sitzung vom 19.12. vor, eine Resolution an den Innenminister (IM) zu schicken: „Der GR Kernen verurteilt die vorgesehene Abschiebung von Kelvin A., der in unserer Gemeinde als gut integrierter Mitbürger wohnt und bei der Bäckerei Schöllkopf als wertvoller Mitarbeiter arbeitet. Wir fordern den IM auf, ihm eine Ermessensduldung zu gewähren, so dass er weiterhin seiner Arbeit nachgehen kann.”

Der BM schlug jedoch vor, einen Brief ans IM zu schreiben. Letzte Woche kam die vorhersehbare Antwort: die Abschiebung sei gerechtfertigt. Hintergrund: IM Strobl (CDU) will sich – unter Druck der AFD – als strammer Vertreter von Recht und Ordnung profilieren, mit möglichst hohen Abschiebezahlen. Sein grüner Koalitionspartner trottet willig hintendrein. Schon viele Flüchtlinge wurden von ihrem Arbeitsplatz weggeholt und abgeschoben. Die Landtags-SPD brachte am 29.1. einen Antrag ein, gut integrierte Flüchtlinge vor Abschiebung zu schützen. Grün/Christlich stimmte dagegen, auch „unsere“ Abgeordneten Häffner (Grüne) und Paal (CDU). Ein erbärmliches Schauspiel. Es wäre ein einfacher Verwaltungsakt, Kelvin (und anderen Flüchtlingen in Arbeit) eine sog. Ermessensduldung zu geben. Menschlichkeit statt Parteitaktik.

Quelle der Grafik: https://www.spd-landtag-bw.de/

Es war einmal….

MB 05-2020 vom 29.1.2020

…. vor vielen Jahren. Da begab es sich, dass in einer Gemeinderatssitzung ein geheimnisvoller Mann aus der Lüneburger Heide auftauchte. Niemand hatte ihn vorher gekannt. Und auch danach ward er nie mehr gesehen.

In einem mit vielen Zahlen gespickten Vortrag machte er der honorigen Versammlung die Idee vom Bau einer Tagespflege in Kernen schmackhaft. Und dass mit der Einrichtung einer Tagespflege in der Trägerschaft der Gemeinde eine hohe RENDITE zu erzielen sei. Bei der Erwähnung dieses Zauberworts bekam ein mancher im Gremium leuchtende Augen.

Außerdem war die Gemeinde in der besonderen Situation, dass sie aus der Auflösung der örtlichen Krankenpflegevereine seit Jahren jede Menge Goldtaler im Werte von über 1 Mio € in ihrer Schatzkammer gehortet hatte. Auf diese Goldtaler hatte ein auswärtiger Herrscher namens Fiskus ein begehrliches Auge geworfen. Deshalb sollten sie in Betongold verwandelt werden.

Also wurden auswärtige ExpertInnen beauftragt, für viel Geld Pläne für den Bau dieser RENDITE-trächtigen Tagespflege zu erstellen. Und zwar in der SEE-Straße. Alle Warnungen von Ureinwohnern, dass diese Straße aus gutem Grund SEE-Straße hieße, wurden in den Wind geschlagen. Auch der Hinweis, dass die nächste Bushaltestelle zum Erreichen der Tagespflege viele hundert Meter weg sei, war vergeblich. Ebenso ins Leere lief der Vorschlag, dass es doch sinnvoller wäre, zuerst eine Gesamtkonzeption für die Pflege in der  g a n z e n  Gemeinde zu erstellen, bevor in der Seestraße gebaut wird.

So wurden weitere Planungen in Auftrag gegeben. Und, oh Wunder, es stellte es sich heraus, dass der Untergrund Investitionen von mehreren Hunderttausend Euro erforderte, damit das zukünftige Gebäude nicht im Sumpf versänke. Trotzdem wurde mit großer Mehrheit ein Baubeschluss im Gemeinderat gefasst. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf….

Zukunft Haldenschule

MB 04-2020 vom 22.1.2020

Am 16.1. beauftrage der GR die Fa. Zoll Architekten mit der Erstellung eines Masterplans für den “Kinder- und Jugend-Campus Haldenschule“.
Das Wort „Campus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutete ursprünglich „Feld“. Dann fand es Eingang ins Amerikanische, wo es eine parkähnliche Anlage mit vielen Gebäuden bezeichnet, in der Regel die Heimstatt einer größeren Universität. Inzwischen wird es auch für andere, zusammenhängende Gelände benutzt. Vielleicht a bissle unglücklich als Bezeichnung.

Die Haldenschule, die in ihren Grundzügen aus den späten 1950er Jahren stammt, ist von der Bausubstanz und von ihren Anlagen her in die Jahre gekommen. Deshalb ist es richtig und geboten, Überlegungen zu ihrer (baulichen) Zukunft anzustellen und notwendige Umbauten (z.B. WC) jetzt zu machen.

Der erste Schritt hätte eigentlich die Erstellung eines Schulentwicklungsplans für alle Schulen für die nächsten Jahrzehnte sein müssen. Wird die Haldenschule z.B. zur Ganztagsgrundschule? Dann müsste sie evtl. anders geplant werden. Dasselbe gilt für die Haldenschul-Turnhalle. Hier bräuchten wir einen Sportentwicklungsplan für alle Sportstätten der Gemeinde. Und erst danach sollten wir entscheiden, ob und wie neu gebaut wird. Also zuerst der große Plan, dann die Einzelmaßnahme.

Außerdem haben wir vorgeschlagen, dass bei dem geplanten Beteiligungsprozess für den Masterplan nicht nur LehrerInnen und Eltern beteiligt werden sollen, sondern alle, die mit der Schule zu tun haben, also auch Hausmeister, Putzpersonal, Sozialarbeiter. Auch die Idee der CDU: auf der Hangweide ganz neu bauen. Überlegenswert.

Genossenschaftliches Bauen auf Hangweide
Vortrag heute, Mi, 22.1., 19:30 Uhr, Bürgerhaus

Vortrag Andreas Hofer
Intendant Internationale Bauausstellung IBA 2027. Über Neues Bauen + Hangweide. Fr, 24.1., 19:30 Uhr, Glocke. VHS + Heimatverein.

Vortrag Iris Beuerle am 22.1.: Wohngenossenschaften

MB 03-2020 vom 15.1.2020

Ende letzten Jahres organsierten PFB und OGL zusammen einen Vortrag über das Mietshäuser Syndikat, als Teil einer Reihe über alternative Wohn- und Eigentumsformen für die Hangweide.

Am Mi, 22. Januar, 19.30 Uhr, Bürgerhaus stellen wir eine weitere alternative Eigentumsform vor: die Wohnungsbaugenossenschaft. Dazu haben wir Frau Beuerle eingeladen, seit 2019 Verbandsdirektorin des vbw (Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.).

Geschichte Wohnungsbaugenossenschaften (WBG)

Die Wurzeln der WGBs gehen zurück auf die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Zur Behebung der Wohnungsnot und zur Bekämpfung des Mietwuchers in den neu entstandenen Industriezentren wurden zahlreiche genossenschaftliche und gemeinnützige Selbsthilfeorganisationen gegründet. Diese waren vor allem dem Interesse ihrer Mitglieder an bezahlbarem Wohnraum verpflichtet. Dazuhin boten sie den Menschen einen sozialen und kulturellen Raum, der Nähe und Solidarität schuf. So war es kein Wunder, dass sie von den Nazis nach 1933 zerschlagen wurden.

Einen Wiederaufschwung gab es nach 1945, als – erneut zur Bekämpfung der Wohnungsnot – zahlreiche neue, auch kommunale, WBGs gegründet wurden.
Dies funktionierte bis in die 1990er-Jahre, als per Gesetz die Vorteile der Gemeinnützigkeit für die WBGs abgeschafft wurden und der “soziale Wohnungsbau” (so der Oberbegriff) auf dem Altar des “freien Marktes” geopfert wurde.
Nun ist es aber so, dass die “unsichtbare Hand des Marktes” dazu führte, dass immer mehr Menschen, auch mit mittlerem Einkommen, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.
Deshalb wird vermehrt diskutiert, wieder genossenschaftliche oder kommunale WBGs zu gründen. Auch in Kernen?
Mehr dazu beim Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Ende letzten Jahres organsierten PFB und OGL zusammen einen Vortrag über das Mietshäuser Syndikat, als Teil einer Reihe über alternative Wohn- und Eigentumsformen für die Hangweide.

Am Mi, 22. Januar, 19.30 Uhr, Bürgerhaus stellen wir eine weitere alternative Eigentumsform vor: die Wohnungsbaugenossenschaft. Dazu haben wir Frau Beuerle eingeladen, seit 2019 Verbandsdirektorin des vbw (Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.).

Geschichte Wohnungsbaugenossenschaften (WBG)

Die Wurzeln der WGBs gehen zurück auf die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Zur Behebung der Wohnungsnot und zur Bekämpfung des Mietwuchers in den neu entstandenen Industriezentren wurden zahlreiche genossenschaftliche und gemeinnützige Selbsthilfeorganisationen gegründet. Diese waren vor allem dem Interesse ihrer Mitglieder an bezahlbarem Wohnraum verpflichtet. Dazuhin boten sie den Menschen einen sozialen und kulturellen Raum, der Nähe und Solidarität schuf. So war es kein Wunder, dass sie von den Nazis nach 1933 zerschlagen wurden.

Einen Wiederaufschwung gab es nach 1945, als – erneut zur Bekämpfung der Wohnungsnot – zahlreiche neue, auch kommunale, WBGs gegründet wurden.
Dies funktionierte bis in die 1990er-Jahre, als per Gesetz die Vorteile der Gemeinnützigkeit für die WBGs abgeschafft wurden und der “soziale Wohnungsbau” (so der Oberbegriff) auf dem Altar des “freien Marktes” geopfert wurde.
Nun ist es aber so, dass die “unsichtbare Hand des Marktes” dazu führte, dass immer mehr Menschen, auch mit mittlerem Einkommen, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.
Deshalb wird vermehrt diskutiert, wieder genossenschaftliche oder kommunale WBGs zu gründen. Auch in Kernen?
Mehr dazu beim Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Einen Wiederaufschwung gab es nach 1945, als – erneut zur Bekämpfung der Wohnungsnot – zahlreiche neue, auch kommunale, WBGs gegründet wurden.
Dies funktionierte bis in die 1990er-Jahre, als per Gesetz die Vorteile der Gemeinnützigkeit für die WBGs abgeschafft wurden und der “soziale Wohnungsbau” (so der Oberbegriff) auf dem Altar des “freien Marktes” geopfert wurde.
Nun ist es aber so, dass die “unsichtbare Hand des Marktes” dazu führte, dass immer mehr Menschen, auch mit mittlerem Einkommen, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.
Deshalb wird vermehrt diskutiert, wieder genossenschaftliche oder kommunale WBGs zu gründen. Auch in Kernen?
Mehr dazu beim Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Don-Kosaken-Chor in Stetten

MB 02-2020 vom 9.1.2020

„Kultur verbindet“, sagte eine Zuhörerin beim Konzert des russischen Don-Kosaken-Chores am Sonntag in der Stettener Dorfkirche. Sie drückte damit wohl die Gefühle von vielen der 150 begeisterten ZuschauerInnen aus.

Wenn mensch diese wunderschönen, teilweise jahrhundertealten, russischen Volks- und Kirchenlieder hört, dann ist nicht vorstellbar, dass es sich bei den Komponisten und Sängern dieser Weisen um „slawische Untermenschen“ handeln sollte, wie es ein „österreichischer Gefreiter“ (so Hindenburgs Bezeichnung für Hitler) mal behauptet hat.

Doch vor 87 Jahren fand Hitler Millionen Gefolgsleute, die bereit waren, ihm diesen Propaganda-Blödsinn zu glauben. Sie zogen willig in einen Krieg, der am Schluss ein verwüstetes Europa hinterließ. Es waren Gefolgsleute, die dem Volk der „Dichter und Denker“ angehörten, das einen Goethe, einen Kant oder Beethoven hervorgebracht hatte. Die bereit waren, das Land dieser „Untermenschen“ zu überfallen und zu verwüsten und 27 Mio Tote hinterließen, Soldaten und Zivilisten.

Es war eben diese Sowjetunion unter Gorbatschow, die durch ihre Zustimmung zum Zwei-plus-vier-Vertrag 1991 die Wiedervereinigung ermöglichte. Verbunden mit der Hoffnung auf ein neues Verhältnis zwischen uns und unserem großen Nachbarn im Osten.

Doch jetzt gibt es wieder interessierte Kreise in Deutschland, die alte Feindbilder aus der Schublade holen. Angeführt von 2 Frauen, „Kriegsministerin“ Kramp-Karrenbauer und ihre Vorgängerin, die wieder trommeln zum Kampf gegen Russland und deutsche Soldaten erneut in den Krieg führen wollen.

Setzen wir dem die Freundschaft der Völker entgegen. Durch die Musik. Und durch ein Aufeinanderzugehen. Verwenden wir die 50 Milliarden € Rüstungsausgaben (pro Jahr!) für Kindergärten, Schulen, Pflegeheime. Das wäre unser Wunsch für 2020 und für das neue Jahrzehnt.