Klima-Visionär Hermann Scheer

Am 14.10.2010 starb Hermann Scheer, Bundestagsabgeordneter unseres Wahlkreises und Vordenker für den Klimaschutz.

Vor seinem Tod sagte er in einem Film

„Energienutzung ist überall, wo Menschen arbeiten und leben. Förderung von Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran dagegen findet nur in ganz in wenigen Ländern der Welt statt. Es wird immer knapper. Die Abhängigkeiten werden größer und sie sind existenzieller Art.

Deshalb müssen atomare und fossile Energien durch erneuerbare Energien ersetzt werden, durch Sonnenstrahlen und -wärme, Wind, Laufwasserkräfte, Wellen, geothermische Energie. Kostenlos von der Natur geliefert.

Wir dürften das jetzt bekannte Potenzial schon gar nicht mehr verbrennen, das hält die Biosphäre des Erdballs – und wir sind ein Teil davon – nicht mehr aus. Man darf es heute nicht mehr erlauben, dass man einfach Energieemissionen hinterlässt und die ganze Gesellschaft die Folgen tragen muss.

Dass Regierungen angesichts dieser Vorgänge bei einer instabiler werdenden Welt noch ruhig schlafen können, kann man nur mit einem krankhaften Verdrängungsprozess erklären.

Es ist die Unterwerfung der Politik unter die Interessen der Energiewirtschaft. Damit man weiter festhalten kann an der herkömmlichen Energieversorgung, ein paar Jahrzehnte mehr.

Wenn jemand eine verantwortliche gestaltende Funktion hat, diese aber nicht wahrnimmt, weil er zu denkfaul ist oder weil er sich diesen neuen Anforderungen nicht stellt, noch nicht mal dadurch stellt, dass er sich informiert, dann ist das nicht zu entschuldigen.

Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass alles schneller, höher, größer und weiter gehen müsste. Es muss im Grunde genommen alles, was neu installiert wird, erneuerbare Energie sein.”

Soweit der Visionär Hermann Scheer vor 10 Jahren. Und was machen wir heute?

Stetten braucht eine Postfiliale

MB 42-2019 vom 16. Oktober 2019

Seit 1.6.2019 hat Stetten keine Post mehr. Wir berichteten schon mehrmals. Im BM-Wahlkampf kam Bewegung in die Sache, beim Sportplatz solle ein Container aufgestellt werden. Glaubhaft?

Wir schlugen vor, zu prüfen, ob die Post nicht in die ehem. KSK-Filiale in der Klosterstraße einziehen könnte. Dies wurde von BM mit dem Argument abgelehnt, dass die damalige Bürgerbeteiligung zum Umbau der Klosterstraße ergeben habe, dass dort Gastronomie reinkommen soll.

Wir guckten uns daraufhin die Ergebnisprotokolle der Bürgerbeteiligung von 2015 nochmals an. Dort steht, dass die Klosterstraße als Dorfzentrum wieder belebt werden soll. U.a. mit den Vorschlägen: Gastronomie (Cafe), “Weindorf Stetten”, regelmäßiger Markt, Kunst und Dorfbüro.

Der GR fasste im Juli 2016 den Beschluss, eine Machbarkeitsstudie hinsichtlich einer gastronomischen Nutzung der KSK-Flächen (vorzugsweise Cafe [!!]) erstellen zu lassen. Damals gab es jedoch noch eine Postfiliale. Und der GR ging davon aus, dass die KSK mit ihrer Filiale ins Erdgeschoss des gegenüberliegenden neuen Ochsen-Gebäudes einzieht. Ganz andere Voraussetzungen wie heute, wo wir keine Post und seit 2 Jahren keine KSK-Filiale mehr haben.

Deshalb unser Vorschlag (der auch viel Zustimmung der Bevölkerung bekam), die Post in der KSK unterzubringen, evtl. zusammen mit einem (inklusiven) Cafe oder einer Eisdiele. Außerdem eine zentrale Paketverteilstelle. Der KSK-Geldautomat, der noch keinen neuen Standort hat, könnte auch dort bleiben. Für diese Lösung gibt es schon konkrete Entwürfe, die bei der Verwaltung liegen. Dies käme wahrscheinlich auch den dortigen WohnungseigentümerInnen entgegen, die sich vehement gegen eine (Abend-)Gastronomie wehren.
Wir hoffen, dass sich die Gemeindeverwaltung offen mit diesen Ideen beschäftigt und bei der nächsten GR-Sitzung auf die TO setzt.

Pflege – wie geht es weiter?

MB 41-2019 vom 09. Oktober 2019

Ein wichtiges Thema der letzten Monate (auch im Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlkampf) war die Situation der Pflege in unserer Gemeinde. Mit durchaus überraschenden Entwicklungen.

Blicken wir kurz zurück: Schon im letzten und vorletzten Jahr hat das PFB im Gemeinderat erfolglos angemahnt, dass wir uns in der Gemeinde Gedanken über die Zukunft der Altenpflege in Kernen machen müssen. Und dass wir endlich auch ein Pflegeheim in Stetten brauchen. Dafür existiert schon seit vielen Jahren in der Frauenländerstraße ein gültiger Bebauungsplan. Ohne dass von Seiten der Diakonie, der das Gelände gehört, etwas passiert wäre.

Erst 2019 kam Bewegung in die Sache. Und zwar, als die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) des Hauses Edelberg an den Gemeinderat herantrat und auf ihre mißliche Lage aufmerksam machte. Die neue Heimbauverordnung erfordere hohe Investitionen, um das Haus für die darin geforderten Einzelzimmer umzubauen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch öffentlich bekannt, dass das Edelberg seit 2014 von dem französischen Pflegekonzern Orpea betrieben wird.

Wie sehr das Thema die Bevölkerung interessiert, zeigte sich bei einer PFB-Veranstaltung im Wahlkampf und am 31.7. bei einer Infoveranstaltung der Gemeinde im Bürgerhaus, zu der 400 Leute kamen. Diese war auf Vorschlag der OGL und des Seniorenrats zustande gekommen. Weitere Veranstaltungen sollen folgen.

Von BM Altenberger und der WEG wurde ursprünglich der Bau eines zweiten Orpea-Komplexes neben dem Bestehenden favorisiert, mit dann insg. fast 180 Plätzen. Dies ist inzwischen wieder vom Tisch. Jetzt sehen die Pläne so aus, dass der Altbau auf 112 Plätze umgebaut wird.

Nun kam plötzlich wieder die Diakonie ins Spiel, die in einem Brief an den Bürgermeister ihre Bereitschaft erklärte, nun doch eventuell in Stetten ein Pflegeheim bauen zu wollen. (Den Brief hat der Gemeinderat allerdings noch nicht gesehen).

Auch weitere Ideen sind im Spiel, zum Beispiel die Einrichtung einer Tagespflege. Diese soll, so der GR-Beschluss, in einen millionenteuren Neubau der Gemeinde in der Seestraße.

Das PFB hat in der letzten GR-Sitzung vorgeschlagen, dass zunächst die weiteren Planungen für die Seestraße ausgesetzt werden.

Was wir jetzt brauchen (und was in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurde) ist eine Gesamtkonzeption für die ganze Gemeinde. Wo das Edelberg mit drin ist (evtl. auch in anderer Trägerschaft), das Pflegeheim in Stetten, die Tagespflege, der Standort der Sozialstation und wo vor allem auch neue Ideen für die Pflege zuhause entwickelt werden sollten. Hier gibt es gute Beispiele, z.B. die „sorgende Gemeinschaft“ der Gemeinde Eichstetten, die vor 2 Jahren bei einer Allmende-Veranstaltung vorgestellt wurde.

Mit Prof. Barbara Steiner, die bei der Infoveranstaltung im Bürgerhaus sprach, wäre eine sehr kompetente Fachfrau vorhanden, wo diese Konzeption erstellen könnte. Erst danach sollten – nach Einbeziehung der Bevölkerung – weiter Zukunfts-Entscheidungen getroffen werden.

Klimabündnis in Kernen – dank Greta Thunberg?
Es begann im August 2018, als die damals 14-jährige Greta Thunberg sich mit einem Schild “Schulstreik fürs Klima” vor das schwedische Parlament setzte. Daraus ist in nur einem Jahr eine weltweite Bewegung entstanden. Greta Thunberg sprach vor kurzem vor der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in New York. Auch in Stuttgart demonstrierten am 20.9. fast 20.000 Menschen für eine Klimawende.
Vor zwei Monaten entstand ein Aktionsbündnis Klimaschutz Rems-Murr, das in einer Aktionswoche zahlreiche Veranstaltungen auf Kreisebene durchführte. Die Frage ist, ob es uns gelingt, auch auf lokaler Ebene ein entsprechendes Aktionsbündnis auf die Beine zu stellen?

Wohnbaugipfel der Kreisbaugesellschaft

MB 40-2019 vom 2. Oktober 2019

Sie werden es vielleicht bemerkt haben, dass letzte Woche kein PFB-Beitrag im Mitteilungsblatt erschien. Das liegt an den Statuten des Mitteilungsblatts. Diese besagen, dass die Fraktionen/Gruppierungen im Gemeinderat in den 2 Wochen vor der Wahl nichts veröffentlichen dürfen. Auch nicht vor einer Bürgermeisterwahl. D.h., eigentlich hätten wir auch schon vorletzte Woche nicht veröffentlichen dürfen. Nur – keiner hats gemerkt! Erst letzte Woche ist es der Verwaltung aufgefallen und sie nahm unseren – eigentlich schon in der Druckerei gesetzten – Beitrag wieder raus.

Dafür haben wir nun diese (und die nächste Woche) den doppelten Veröffentlichungs-Umfang.

Postfiliale in Stetten – versprochen!?

Den folgenden Beitrag hatten wir für das MB 39-2019 geschrieben. Er konnte dann aus den o.g. Gründen nicht veröffentlicht werden. Deshalb diese Woche:

Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung im Bürgerhaus letzte Woche sagte BM Altenberger, dass Stetten bis zum Jahresende wieder eine Postfiliale habe. Und bekräftigte dies mit einem „Versprochen“!

Nachdem sich die vorher angekündigte „beste Lösung“ beim REWE als nicht praktikabel herausstellte, wird nun eine Baracke auf dem Parkplatz beim Sportplatz favorisiert. Keine gute Idee. Dabei gäbe es eine ganz einfache Lösung: die seit 2 Jahren leer stehende Kreissparkassen-Filiale in der Klosterstraße. Dort könnte die Post sofort untergebracht werden. Dann hätten wir genug Zeit, nach einer langfristigen Lösung zu gucken. Unverständlich, dass BM Altenberger hier so blockt.

Wohnbaugipfel der Kreisbaugesellschaft

Vergangene Woche fand in Schorndorf ein Wohnbaugipfel der Kreisbaugesellschaft (KBG) statt. Wir begrüßten das, hatten allerdings im Vorfeld kritisiert, dass die ReferentInnen zu stark in Richtung Immobilienwirtschaft orientiert waren und machten Alternativvorschläge. Wir hoffen, dass dies bei dem geplanten Folgekongress der KBG passiert oder diese auch mal in unserem GR vorgestellt werden.

Ein wichtiger Grund für die gegenwärtige Wohnungsnot ist die Tatsache, dass in den letzten Jahren Millionen von Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung herausfielen bzw. dass viele Städte diese Wohnungen an internationale Wohnungskonzerne verscherbelten. Diese werden dann „luxussaniert“ und die bisherigen MieterInnen daraus vertrieben. Außerdem fällt dadurch der Dämpfungseffekt weg, den diese preisgünstigen Wohnungen auf die allgemeine Mietentwicklung hatten. Auch die Sozialwohnungen, wo die Gemeinde Kernen zusammen mit der KBG erstellt, haben nur eine Sozialbindung von 33 Jahren und kommen dann auf den „freien“ Markt.

Was tun? Wir brauchen einen wirksamen Mechanismus, der verhindert, dass preiswerter (kommunaler) Wohnraum irgendwann privatisiert werden kann. So ist es beim Mietshäuser Syndikat: MieterInnen gründen einen Hausverein. Dieser wiederum ist Gesellschafter einer GmbH, in der auch das Syndikat als Dachorganisation mit 51% drin ist. So hat das Syndikat im Grunde immer ein Vetorecht gegen den Verkauf bzw. die Privatisierung des Hauses.

Weiterführende Links zum Thema

Presemitteilung des Rems-Murr-Kreises zum Wohnbaugipfel am 27.09.2019
Online-Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 27.09.2019 zum Wohnbaugipfel
Internetseite des Mietshäuser Syndikats

Postfiliale in Stetten – versprochen!?

MB 39-2019 vom 26. September 2019

Der folgende Beitrag für das MB 39-2019 wurde auf Weisung des Rathauses an die Druckerei nichtabgedruckt. Grund: eine Bestimmung in den Statuten fürs Mitteilungsblatt, dass in den zwei Ausgaben vor einer Wahl (egal welcher) keine Beiträge der Fraktionen und politischen Gruppierungen mehr erscheinen dürfen. Nur: im Falle der Bürgermeisterwahl hatte niemand daran gedacht. Sonst hätte schon letzte Woche kein Beitrag des PFB mehr erscheinen dürfen. Wir meinen: eigentlich eine unnötige und überflüssige Regelung. Aber steht halt so in den Statuten.
Wenn es zu einer Stichwahl am 13. Oktober 2019 käme (weil keiner der Kandidaten im 1. Wahlgang über 50% der Stimmen bekommt), dann dürften wir auch in der KW 40 und 41 nichts veröffentlichen. Beachten Sie dann bitte die Veröffentlichungen auf dieser Webseite.

Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung im Bürgerhaus letzte Woche sagte BM Altenberger, dass Stetten bis zum Jahresende wieder eine Postfiliale habe. Und bekräftigte dies mit einem „Versprochen“!
Nachdem sich die vorher angekündigte „beste Lösung“ beim REWE als nicht praktikabel herausstellte, wird nun eine Baracke auf dem Parkplatz beim Sportplatz favorisiert. Keine gute Idee. Dabei gäbe es eine ganz einfache Lösung: die seit 2 Jahren leer stehende Kreissparkassen-Filiale in der Klosterstraße. Dort könnte die Post sofort untergebracht werden. Dann hätten wir genug Zeit, nach einer langfristigen Lösung zu gucken. Unverständlich, dass BM Altenberger hier so blockt.

Bürgermeisterwahl: Bewährtes oder Wandel?
Am Sonntag ist BM-Wahl. Vor 8 Jahren war BM Altenberger der einzige Bewerber. Diesmal ist es anders. Es gibt es mit Benedikt Paulowitsch einen ernsthaften Herausforderer. Trotz seines Alters mit viel (Verwaltungs-)Erfahrung. Die überwältigende Resonanz der Bevölkerung bei den Wahlabenden zeigt, dass ein großes Bedürfnis besteht, sich zu informieren und eine eigene Meinung zu bilden. Und dass wir eine Gemeinde sind, in der die BürgerInnen kommunalpolitisch sehr interessiert und aktiv sind. Darauf können wir stolz sein. Sehr erfreulich ist der Besuch vieler junger Menschen bei den Infoveranstaltungen. Schließlich entscheidet diese Abstimmung auch über ihre Zukunft.
Wir haben die Wahl zwischen “Das Bewährte erhalten, da wissen wir, was wir haben”. Oder aber “Zeit für einen Wandel, frischer Wind und neue Ideen ins Rathaus”. Und denken Sie auch daran: Schreiben Sie auf, was die Kandidaten versprechen. Damit wir sie zur gegebenen Zeit daran erinnern können.

Tipp: Wahlbenachrichtigung unauffindbar oder weggeworfen? Diese Woche neu beantragen. Oder mit Personalausweis im Wahllokal abstimmen.

Klimastreik am 20. September – Wir sind dabei

MB 38-2019 vom 18. September 2019

Am kommenden Freitag findet ein weltweiter Streiktag der Bewegung „Fridays for Future“ [Freitage für die Zukunft] statt. Diese Bewegung wurde 2018 von der damals 14-jährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg ins Leben gerufen. Mit einer kleinen Tafel, auf der „Schulstreik fürs Klima“ geschrieben stand, setzte sie sich (anfangs täglich, später jeden Freitagmorgen) vors schwedische Parlament. Sie protestierte dagegen, dass die verantwortlichen PolitikerInnen nichts gegen die Klimaerwärmung unternehmen (außer schönen Reden) und damit die Zukunft der heutigen Jugend und die Zukunft unseres Planeten gefährden. Daraus ist inzwischen eine weltweite Bewegung geworden, an der nicht mehr nur SchülerInnen teilnehmen, sondern die auch von vielen Erwachsenen und von zahlreichen WissenschaftlerInnen unterstützt wird.

Im Rahmen unserer Veranstaltungen zur Gemeinderatswahl hatten wir am 20.3.19 die Stuttgarter AktivistInnen Charlotte von Bonin und Nisha Toussaint ins Bürgerhaus eingeladen. Die über 50 ZuhörerInnen waren begeistert von der Kraft und Begeisterungsfähigkeit der beiden Frauen, die am Schluss ins Gästebuch schrieben. „Zu wenig passiert, die Zeit sie rennt, lass uns jetzt handeln, bevor die Welt brennt. Die Luft wird sauber, die Erde geheilt, wir treten in den Klimastreik“.

Wir rufen alle Interessierten auf, am Fr, 20.9., mit uns nach Stuttgart zu kommen. Die Kundgebung am Schlosspatz beginnt um 13:30 Uhr. Wir will und kann: Fahrradfahrt nach Stuttgart: 12 Uhr ab Klosterstraße in Stetten, 12:15 Uhr Bürgerhaus Rom. Selbstverständlich können Sie auch mit der S-Bahn fahren.

PFB-Sitzung

Heute, Mi, 18.9., 20 Uhr, Bürgerhaus, 1. Stock. Gäste willkommen.

Noch ne Demo

Das PFB unterstützt die Fahrrad-Demo der Bürgerinitiative “Sicherer Schulweg” L 1201 am Sa, 21.9., 11 Uhr. Treffpunkt: Seemühle

Wohnbaugipfel der Kreisbau

MB 37-2019 vom 11. September 2019

Letzte Woche berichteten wir über die Wohnungsnot in Kernen. Nach wie vor sind wir eine attraktive Zuzugsgemeinde. Folge: ein sehr angespannter Mietwohnungsbereich. Wir meinen: Die Gemeinde muss endlich in den Sozialwohnungsbau einsteigen. Geld dafür ist vorhanden. Großer Vorteil dieses Modells: Grundstücke und Verfügungsgewalt über die Wohnungen bleiben in der Hand der Gemeinde. Auch genossenschaftliche Modelle sollten gefördert werden.
Die Kreisbaugesellschaft (KBG), ein Tochterunternehmen des Landkreises, veranstaltet nun am 27.9. in Schorndorf einen Wohnbaugipfel mit VertreterInnen von Kommunen, Landtagsfraktionen und Wirtschaft. Begrüßenswert.
Allerdings stehen die ReferentInnen großteils für eine Herangehensweise, dass “der Markt” alles richten täte (was er weder tat noch tut) bzw. aus den politischen Kreisen, die die jetzige Misere mitverantworten und massenhaft Sozialwohnungen verscherbelten. Es wurde niemand eingeladen, wo Alternativen vorschlägt. Wie z.B. das Mietshäusersyndikat (www.syndikat.org), der Mieterverein (der zusammen mit anderen Organisationen einen „Akutplan für soziales und bezahlbares Wohnen“ vorgelegt hat, siehe www.mieterbund.de, Suchwort „Akutplan“), die Gewerkschaft VER.DI mit ihrem Papier „Gutes Wohnen-Arbeiten-Leben. Aufbruch in eine solidarische Wohnungspolitik“) oder die europaweite Bürgerinitiative „Housing for all – Wohnen für alle“, www.housingforall.eu), mit ihrem Ziel: bezahlbare Wohnungen als Menschenrecht. Wir haben unsere Alternativvorschläge den Verantwortlichen übermittelt. Bisher ohne Erfolg.

Keine Post in Stetten
Seit 1. Juni. Ein Skandal. Finden Sie auch?
Dann rufen Sie den Pressesprecher der Dt. Post an: Herr Gimpel, Tel. 0711.601606-77

Unsere nächste Sitzung
Mi, 18.9., 20 Uhr,
Bürgerhaus Rom, Fraktionszimmer im 1. OG.
Gäste sind immer herzlich willkommen.

Wohnungsnot in Kernen?

MB 36-2019 vom 04. September 2019

Eines der großen Themen unserer Zeit ist die Wohnungsnot. Immer mehr Menschen sind davon betroffen. Vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen, Alleinstehende mit Kindern, ältere Alleinstehende, aber auch immer mehr Menschen mit mittlerem Einkommen. In Kernen kommt das Problem hinzu, dass junge Familien, die Kinder bekommen, keine größere Wohnung finden oder diese nicht bezahlen können und deshalb aus unserer Gemeinde wegziehen, obwohl sie eigentlich gerne hierblieben.
Jahrelang wurde – trotz vieler Warnungen, z.B. von Organisationen wie dem Mieterverein – die Wohnungsnot nicht beachtet oder unterschätzt. Dazuhin haben viele Kommunen (z.B. Stuttgart) Hunderttausende von Wohnungen mit Mietpreisbindung an internationale Konzerne verscherbelt, die diese zu Eigentumswohnungen umgewandelt oder luxusrenovierten. Konsequenz: Vertreibung der angestammten MieterInnen, ständig steigende Preise auf dem Wohnungsmarkt. Die „vertriebenen“ Familien ziehen immer weiter ins Umland, wo Mieten (und Bauland) noch günstiger ist. Müssen dafür aber immer weitere Wege zur Arbeit in Kauf nehmen, was wiederum zu mehr Verkehr auf den Straßen führt.
Es werden zwar neue Wohnungen gebaut, aber in der Regel als gewinnbringende Kapitalanlage. Auf der Strecke bleiben mietpreisgebundene Wohnungen, früher als „Sozialwohnungen“ bezeichnet.

Die Gemeinde Kernen hat zwar zusammen mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen in den letzten Jahren viele mietpreisgebundene Wohnungen gebaut. Aber diese Mietpreisbindung gilt nur für 20 oder 25 Jahre, danach kommen diese Wohnungen auf den „freien Markt“. Die neugebauten Wohnungen decken aber noch lange nicht die Nachfrage. Außerdem sehen wir die Zusammenarbeit mit der Kreisbau kritisch, da sie rechtlich eine GmbH ist, die den NormalbürgerInnen keine Kontrolle ihrer Geschäftstätigkeit ermöglicht.

Was sind die Alternativen? (Forts. folgt)

Keine Post mehr in Stetten

MB 35-2019 vom 28. August 2019

Die großen Ferien gehen so langsam zu Ende und der geschäftliche Alltag hat uns bald wieder. Genießen Sie deshalb die restlichen schönen Tage dieses Sommers. Auch die Pause beim Mitteilungsblatt ist vorbei, der politische Alltag kehrt zurück. Und das gleich mit einem großen Problem. Seit dem 1.6.2019 gibt es in Stetten keine Post mehr. Das ist sehr ärgerlich und mit großem Aufwand für uns KundInnen verbunden. Wer auf der Post etwas erledigen oder abholen will, muss extra nach Rom fahren.
Die Deutsche Post (DP) ist verpflichtet, in allen Orten oder Ortsteilen mit über 2.000 EinwohnerInnen eine Postfiliale zu unterhalten. Entweder in Form einer Agentur (so wie bis zum 31.5.), wo die Postgeschäfte an einen Dienstleister ausgelagert werden. Oder sie muss selbst Räumlichkeiten anmieten und diese mit eigenem Personal versorgen. Diese gesetzliche Vorschrift wird von der DP seit einigen Monaten verletzt. Wir haben deshalb bei den Verantwortlichen in Stuttgart angerufen und uns beschwert. Aber es gibt keine Aussicht auf eine Lösung. Es gab zwar Interessenten für eine Agentur. Aber dies scheiterte, weil die Vergütung der DP für die erbrachten Dienstleistungen zu gering ist oder weil die BetreiberInnen keine 6-tägige bzw. ganzjährige Öffnung anbieten können.

Nun steht seit 2 Jahren die ehemalige Filiale der Kreissparkasse (KSK) in der Klosterstraße leer. Ursprünglich wollte die KSK in das neu errichtete Gebäude auf dem Ochsen-Gelände umziehen und die Gemeinde hätte die alte Filiale gekauft. Beides ist nicht passiert. Wir schlagen vor, dass die Gemeinde nun die leerstehenden Räumlichkeiten kauft und vorübergehend an die DP vermietet. Die Post gehört zur Grundversorgung der Bevölkerung. Dann könnte auch der Geldautomat der KSK dort stehen bleiben, für den es auch noch keinen neuen Standort gibt. (Forts. folgt)

Großes Interesse für Pflegeveranstaltung

MB 32-2019 vom 07. August 2019

Am vergangenen Mittwoch fand im Bürgerhaus eine Veranstaltung zur Situation der Pflege und der Lage im Haus Edelberg statt. Sie stieß auf sehr großes Interesse, 400 ZuhörerInnen kamen. Zum einen waren es Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) vom Haus Edelberg, die vor 25 Jahren mit ihren Einlagen den Bau des Hauses finanziert haben. Zum anderen aber auch viele Interessierte an der Zukunft der Pflege in unserer Gemeinde. Und das waren nicht nur Ältere!Die Veranstaltung wurde angestoßen durch Anträge der OGL und Wünschen des Seniorenrates, dass sich Verwaltung und Gemeinderat – unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung – mit der Zukunft der Pflege in Kernen befasst. Nach langem Drängen fand nun diese erste Veranstaltung statt. Bei der wir aber nicht stehenbleiben dürfen. Denn es geht nichtnur um das Haus Edelberg, sondern um die Altenpflege allgemein. In beiden Ortsteilen. Wie aus dem Vortrag von Professorin Dr. Barbara Steiner von der Dualen Hochschule in Heidenheim deutlich wurde, brauchen wir ein Gesamtkonzept einer „sorgenden Dorfgemeinschaft“, die sich um Jung und Alt kümmert. So wie es z.B. in Eichstetten am Kaiserstuhl gemacht wird, unter dem Motto „Ein Dorf übernimmt den Generationenvertrag“. Der dortige Bürgermeister Gerhard Kiechle war am 28.2.2018 beim PFB zu Gast.
Nachzulesen in unseren Beiträgen in den Mitteilungsblättern 8-11/2018 auf der Webseite der Gemeinde unter „Aktuelles“ und „Mitteilungsblatt 2018“.
Sowie auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de.
Siehe auch www.buergergemeinschaft-eichstetten.de

Einladung zum SommerfestAm Samstag, 10. August, 19 Uhr, Heidenäcker 1. Wenn Sie uns schon immer mal kennenlernen wollten – das ist jetzt die Gelegenheit. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Bitte um kurze Anmeldung (auch wg. Wegbeschreibung) unter Tel. 42866.