Partnerschaft mit der Telekom?

Am 29.11.2018 stand im Gemeinderat der Pkt. „Breitbandausbau – Kooperationsvereinbarung mit der Telekom“ auf der Tagesordnung. Dem GR wurde eine 120-seitige (!) Vorlage vorgelegt, mit vielen Vertragstexten und vielen schönen Versprechungen über die zukünftige „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ der Telekom mit den Gemeinden der Region Stuttgart beim Ausbau des Breitbandnetzes (Glasfaser). Ausbauvolumen: 1,1 Mrd € (Telekom) und 500 Mio € (Kommunen). Dem GR wurde die Pistole auf die Brust gesetzt, der Vertrag müsse bis Jahresende 2018 unterzeichnet werden, sonst „würden wir abgehängt“. Also Mehrheit von 17:3 Stimmen dafür.

Dann passierte erst mal gar nichts. Am 25.7.2019 wurde die Kooperationsvereinbarung mit derselben Mehrheit erneut beschlossen. Dann passierte wieder nichts.

Kurz vor Weihnachten 2019 waren in Stetten Telekom-Vertreter unterwegs, die den Menschen mit z.T. fragwürdigen Argumenten und Methoden an der Haustüre neue Verträge für einen Glasfaseranschluss verkaufen wollten.

Das PFB hat deshalb schon mehrere Male bei der Verwaltung nachgefragt, was es denn damit auf sich habe. Das Rathaus wusste nichts. Und argumentierte, diese Werbeaktion läge in alleiniger Verantwortung der Telekom.

Wir sehen das anders. Damit in Kernen der Glasfaserausbau für Privathaushalte starten kann, braucht die Telekom eine bestimmte Anzahl von Verträgen. Leider weiß niemand, wie hoch diese Zahl für Kernen wäre. (Anders wie z.B. in Fellbach). Es läge doch auf der Hand, eine gemeinsame Werbeaktion Kommune + Telekom zu machen. Z.B. dadurch, dass im MB darüber informiert wird, dass Telekom-Vertreter unterwegs sind. Und dass vor allem darüber informiert wird, was die Vor- und Nachteile (Kosten, Technik usw.) von Vertrag und Glasfaseranschluss wären. So stellen wir uns eine „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ vor.

Menschlichkeit oder Parteitaktik?

MB 06-2020 am 5.2.2020

Kelvin A., Flüchtling aus Nigeria, kam 2015 nach Deutschland. Er wohnte zuerst in der Kirchstraße, dann in Rom. Er lernte schnell Deutsch und fand 2016 eine Arbeitsstelle beim Bäcker Schöllkopf in WN. Er bezahlte Steuern, Sozialversicherungen und seine Miete. Am 12.12. tauchte die Polizei an seinem Arbeitsplatz auf und wollte ihn mitnehmen, zur Abschiebung in sein Heimatland. Er floh durch ein Fenster und ist seither untergetaucht.

Viele setzten sich danach dafür ein, dass Kelvin hier bleiben kann, u.a. der AK Asyl und sein Arbeitgeber Hermann Schöllkopf, CDU-Gemeinderat in WN. Das PFB schlug in der GR-Sitzung vom 19.12. vor, eine Resolution an den Innenminister (IM) zu schicken: „Der GR Kernen verurteilt die vorgesehene Abschiebung von Kelvin A., der in unserer Gemeinde als gut integrierter Mitbürger wohnt und bei der Bäckerei Schöllkopf als wertvoller Mitarbeiter arbeitet. Wir fordern den IM auf, ihm eine Ermessensduldung zu gewähren, so dass er weiterhin seiner Arbeit nachgehen kann.”

Der BM schlug jedoch vor, einen Brief ans IM zu schreiben. Letzte Woche kam die vorhersehbare Antwort: die Abschiebung sei gerechtfertigt. Hintergrund: IM Strobl (CDU) will sich – unter Druck der AFD – als strammer Vertreter von Recht und Ordnung profilieren, mit möglichst hohen Abschiebezahlen. Sein grüner Koalitionspartner trottet willig hintendrein. Schon viele Flüchtlinge wurden von ihrem Arbeitsplatz weggeholt und abgeschoben. Die Landtags-SPD brachte am 29.1. einen Antrag ein, gut integrierte Flüchtlinge vor Abschiebung zu schützen. Grün/Christlich stimmte dagegen, auch „unsere“ Abgeordneten Häffner (Grüne) und Paal (CDU). Ein erbärmliches Schauspiel. Es wäre ein einfacher Verwaltungsakt, Kelvin (und anderen Flüchtlingen in Arbeit) eine sog. Ermessensduldung zu geben. Menschlichkeit statt Parteitaktik.

Quelle der Grafik: https://www.spd-landtag-bw.de/

Es war einmal….

MB 05-2020 vom 29.1.2020

…. vor vielen Jahren. Da begab es sich, dass in einer Gemeinderatssitzung ein geheimnisvoller Mann aus der Lüneburger Heide auftauchte. Niemand hatte ihn vorher gekannt. Und auch danach ward er nie mehr gesehen.

In einem mit vielen Zahlen gespickten Vortrag machte er der honorigen Versammlung die Idee vom Bau einer Tagespflege in Kernen schmackhaft. Und dass mit der Einrichtung einer Tagespflege in der Trägerschaft der Gemeinde eine hohe RENDITE zu erzielen sei. Bei der Erwähnung dieses Zauberworts bekam ein mancher im Gremium leuchtende Augen.

Außerdem war die Gemeinde in der besonderen Situation, dass sie aus der Auflösung der örtlichen Krankenpflegevereine seit Jahren jede Menge Goldtaler im Werte von über 1 Mio € in ihrer Schatzkammer gehortet hatte. Auf diese Goldtaler hatte ein auswärtiger Herrscher namens Fiskus ein begehrliches Auge geworfen. Deshalb sollten sie in Betongold verwandelt werden.

Also wurden auswärtige ExpertInnen beauftragt, für viel Geld Pläne für den Bau dieser RENDITE-trächtigen Tagespflege zu erstellen. Und zwar in der SEE-Straße. Alle Warnungen von Ureinwohnern, dass diese Straße aus gutem Grund SEE-Straße hieße, wurden in den Wind geschlagen. Auch der Hinweis, dass die nächste Bushaltestelle zum Erreichen der Tagespflege viele hundert Meter weg sei, war vergeblich. Ebenso ins Leere lief der Vorschlag, dass es doch sinnvoller wäre, zuerst eine Gesamtkonzeption für die Pflege in der  g a n z e n  Gemeinde zu erstellen, bevor in der Seestraße gebaut wird.

So wurden weitere Planungen in Auftrag gegeben. Und, oh Wunder, es stellte es sich heraus, dass der Untergrund Investitionen von mehreren Hunderttausend Euro erforderte, damit das zukünftige Gebäude nicht im Sumpf versänke. Trotzdem wurde mit großer Mehrheit ein Baubeschluss im Gemeinderat gefasst. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf….

Zukunft Haldenschule

MB 04-2020 vom 22.1.2020

Am 16.1. beauftrage der GR die Fa. Zoll Architekten mit der Erstellung eines Masterplans für den “Kinder- und Jugend-Campus Haldenschule“.
Das Wort „Campus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutete ursprünglich „Feld“. Dann fand es Eingang ins Amerikanische, wo es eine parkähnliche Anlage mit vielen Gebäuden bezeichnet, in der Regel die Heimstatt einer größeren Universität. Inzwischen wird es auch für andere, zusammenhängende Gelände benutzt. Vielleicht a bissle unglücklich als Bezeichnung.

Die Haldenschule, die in ihren Grundzügen aus den späten 1950er Jahren stammt, ist von der Bausubstanz und von ihren Anlagen her in die Jahre gekommen. Deshalb ist es richtig und geboten, Überlegungen zu ihrer (baulichen) Zukunft anzustellen und notwendige Umbauten (z.B. WC) jetzt zu machen.

Der erste Schritt hätte eigentlich die Erstellung eines Schulentwicklungsplans für alle Schulen für die nächsten Jahrzehnte sein müssen. Wird die Haldenschule z.B. zur Ganztagsgrundschule? Dann müsste sie evtl. anders geplant werden. Dasselbe gilt für die Haldenschul-Turnhalle. Hier bräuchten wir einen Sportentwicklungsplan für alle Sportstätten der Gemeinde. Und erst danach sollten wir entscheiden, ob und wie neu gebaut wird. Also zuerst der große Plan, dann die Einzelmaßnahme.

Außerdem haben wir vorgeschlagen, dass bei dem geplanten Beteiligungsprozess für den Masterplan nicht nur LehrerInnen und Eltern beteiligt werden sollen, sondern alle, die mit der Schule zu tun haben, also auch Hausmeister, Putzpersonal, Sozialarbeiter. Auch die Idee der CDU: auf der Hangweide ganz neu bauen. Überlegenswert.

Genossenschaftliches Bauen auf Hangweide
Vortrag heute, Mi, 22.1., 19:30 Uhr, Bürgerhaus

Vortrag Andreas Hofer
Intendant Internationale Bauausstellung IBA 2027. Über Neues Bauen + Hangweide. Fr, 24.1., 19:30 Uhr, Glocke. VHS + Heimatverein.

Vortrag Iris Beuerle am 22.1.: Wohngenossenschaften

MB 03-2020 vom 15.1.2020

Ende letzten Jahres organsierten PFB und OGL zusammen einen Vortrag über das Mietshäuser Syndikat, als Teil einer Reihe über alternative Wohn- und Eigentumsformen für die Hangweide.

Am Mi, 22. Januar, 19.30 Uhr, Bürgerhaus stellen wir eine weitere alternative Eigentumsform vor: die Wohnungsbaugenossenschaft. Dazu haben wir Frau Beuerle eingeladen, seit 2019 Verbandsdirektorin des vbw (Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.).

Geschichte Wohnungsbaugenossenschaften (WBG)

Die Wurzeln der WGBs gehen zurück auf die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Zur Behebung der Wohnungsnot und zur Bekämpfung des Mietwuchers in den neu entstandenen Industriezentren wurden zahlreiche genossenschaftliche und gemeinnützige Selbsthilfeorganisationen gegründet. Diese waren vor allem dem Interesse ihrer Mitglieder an bezahlbarem Wohnraum verpflichtet. Dazuhin boten sie den Menschen einen sozialen und kulturellen Raum, der Nähe und Solidarität schuf. So war es kein Wunder, dass sie von den Nazis nach 1933 zerschlagen wurden.

Einen Wiederaufschwung gab es nach 1945, als – erneut zur Bekämpfung der Wohnungsnot – zahlreiche neue, auch kommunale, WBGs gegründet wurden.
Dies funktionierte bis in die 1990er-Jahre, als per Gesetz die Vorteile der Gemeinnützigkeit für die WBGs abgeschafft wurden und der “soziale Wohnungsbau” (so der Oberbegriff) auf dem Altar des “freien Marktes” geopfert wurde.
Nun ist es aber so, dass die “unsichtbare Hand des Marktes” dazu führte, dass immer mehr Menschen, auch mit mittlerem Einkommen, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.
Deshalb wird vermehrt diskutiert, wieder genossenschaftliche oder kommunale WBGs zu gründen. Auch in Kernen?
Mehr dazu beim Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Ende letzten Jahres organsierten PFB und OGL zusammen einen Vortrag über das Mietshäuser Syndikat, als Teil einer Reihe über alternative Wohn- und Eigentumsformen für die Hangweide.

Am Mi, 22. Januar, 19.30 Uhr, Bürgerhaus stellen wir eine weitere alternative Eigentumsform vor: die Wohnungsbaugenossenschaft. Dazu haben wir Frau Beuerle eingeladen, seit 2019 Verbandsdirektorin des vbw (Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.).

Geschichte Wohnungsbaugenossenschaften (WBG)

Die Wurzeln der WGBs gehen zurück auf die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Zur Behebung der Wohnungsnot und zur Bekämpfung des Mietwuchers in den neu entstandenen Industriezentren wurden zahlreiche genossenschaftliche und gemeinnützige Selbsthilfeorganisationen gegründet. Diese waren vor allem dem Interesse ihrer Mitglieder an bezahlbarem Wohnraum verpflichtet. Dazuhin boten sie den Menschen einen sozialen und kulturellen Raum, der Nähe und Solidarität schuf. So war es kein Wunder, dass sie von den Nazis nach 1933 zerschlagen wurden.

Einen Wiederaufschwung gab es nach 1945, als – erneut zur Bekämpfung der Wohnungsnot – zahlreiche neue, auch kommunale, WBGs gegründet wurden.
Dies funktionierte bis in die 1990er-Jahre, als per Gesetz die Vorteile der Gemeinnützigkeit für die WBGs abgeschafft wurden und der “soziale Wohnungsbau” (so der Oberbegriff) auf dem Altar des “freien Marktes” geopfert wurde.
Nun ist es aber so, dass die “unsichtbare Hand des Marktes” dazu führte, dass immer mehr Menschen, auch mit mittlerem Einkommen, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.
Deshalb wird vermehrt diskutiert, wieder genossenschaftliche oder kommunale WBGs zu gründen. Auch in Kernen?
Mehr dazu beim Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Einen Wiederaufschwung gab es nach 1945, als – erneut zur Bekämpfung der Wohnungsnot – zahlreiche neue, auch kommunale, WBGs gegründet wurden.
Dies funktionierte bis in die 1990er-Jahre, als per Gesetz die Vorteile der Gemeinnützigkeit für die WBGs abgeschafft wurden und der “soziale Wohnungsbau” (so der Oberbegriff) auf dem Altar des “freien Marktes” geopfert wurde.
Nun ist es aber so, dass die “unsichtbare Hand des Marktes” dazu führte, dass immer mehr Menschen, auch mit mittlerem Einkommen, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.
Deshalb wird vermehrt diskutiert, wieder genossenschaftliche oder kommunale WBGs zu gründen. Auch in Kernen?
Mehr dazu beim Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Don-Kosaken-Chor in Stetten

MB 02-2020 vom 9.1.2020

„Kultur verbindet“, sagte eine Zuhörerin beim Konzert des russischen Don-Kosaken-Chores am Sonntag in der Stettener Dorfkirche. Sie drückte damit wohl die Gefühle von vielen der 150 begeisterten ZuschauerInnen aus.

Wenn mensch diese wunderschönen, teilweise jahrhundertealten, russischen Volks- und Kirchenlieder hört, dann ist nicht vorstellbar, dass es sich bei den Komponisten und Sängern dieser Weisen um „slawische Untermenschen“ handeln sollte, wie es ein „österreichischer Gefreiter“ (so Hindenburgs Bezeichnung für Hitler) mal behauptet hat.

Doch vor 87 Jahren fand Hitler Millionen Gefolgsleute, die bereit waren, ihm diesen Propaganda-Blödsinn zu glauben. Sie zogen willig in einen Krieg, der am Schluss ein verwüstetes Europa hinterließ. Es waren Gefolgsleute, die dem Volk der „Dichter und Denker“ angehörten, das einen Goethe, einen Kant oder Beethoven hervorgebracht hatte. Die bereit waren, das Land dieser „Untermenschen“ zu überfallen und zu verwüsten und 27 Mio Tote hinterließen, Soldaten und Zivilisten.

Es war eben diese Sowjetunion unter Gorbatschow, die durch ihre Zustimmung zum Zwei-plus-vier-Vertrag 1991 die Wiedervereinigung ermöglichte. Verbunden mit der Hoffnung auf ein neues Verhältnis zwischen uns und unserem großen Nachbarn im Osten.

Doch jetzt gibt es wieder interessierte Kreise in Deutschland, die alte Feindbilder aus der Schublade holen. Angeführt von 2 Frauen, „Kriegsministerin“ Kramp-Karrenbauer und ihre Vorgängerin, die wieder trommeln zum Kampf gegen Russland und deutsche Soldaten erneut in den Krieg führen wollen.

Setzen wir dem die Freundschaft der Völker entgegen. Durch die Musik. Und durch ein Aufeinanderzugehen. Verwenden wir die 50 Milliarden € Rüstungsausgaben (pro Jahr!) für Kindergärten, Schulen, Pflegeheime. Das wäre unser Wunsch für 2020 und für das neue Jahrzehnt.

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

MB 51-2019 vom 18.12.2019

Für die letzte Ausgabe des Mitteilungsblatts ein kurzer Rückblick auf ein ereignisreiches kommunalpolitisches Jahr 2019:

Vier Ereignisse standen im Mittelpunkt:
zuerst die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai. Im Wahlkampf organisierten wir 15 Informationsveranstaltungen, Filme und Rundgänge, die von 800 Interessierten besucht wurden. Mit einem sehr erfreulichen Ergebnis für das PFB: wir konnten 22 KandidatInnen aufbieten (14 Frauen, 8 Männer) und unser Stimmenergebnis mehr wie verdoppeln. PFB-Mann Ebbe Kögel wurde mit großem Vorsprung Stimmenkönig. Mit unseren 3 Sitzen haben wir ab sofort auch Fraktionsstatus im Gemeinderat. Und das Gremium hat sich verjüngt.

Das nächste Ereignis war die Remstalgartenschau vom Mai bis September. Vom Zuspruch und von der Stimmung her ein großer Erfolg. Aber für uns zu viel Halli-Galli, zu wenig Nachhaltigkeit. Die Endabrechnung liegt allerdings noch nicht vor. 10 Mio €? Oder 12? Wir sind gespannt.

Ende September die Bürgermeisterwahl, mit der Abwahl des langjährigen Bürgermeisters Altenberger. In der Bevölkerung existierte wohl ein Bedürfnis nach Wechsel und Neuanfang.

Und schließlich noch der Kauf der Hangweide, mit großen Plänen für die Zukunft.

Einen ausführlichen Jahresrückblick 2019 (auch auf die Kommunalpolitik) mit Fotos gibt es Donnerstag, 2. Januar um 19 Uhr im Museum unter der Yburg, bei einer Veranstaltung der Allmende Stetten. Die Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen.

Unsere nächste Sitzung

Heute, Mi, 18.12.2019, 20 Uhr. TV-Heim Stetten (s’Burgstüble). Gäste sind immer gerne willkommen.

Dankschee

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung, Anregungen, Kritik und Lob. Und wünschen Ihnen ein paar geruhsame Feiertage. Bleiben Sie uns weiterhin gewogen, denn auch das Jahr 2020 wird spannend.

Alle Infos übers PFB auf unserer Webseite www.pfb-kernen.de

Das Mietshäuser Syndikat

MB 50-2019 vom 11.12.2019

Am 9.12. haben wir bei einem Vortrag das Mietshäuser Syndikat vorgestellt. Mit der Idee, dass diese andere Form des Eigentums auch eine Möglichkeit für das zukünftige Wohnen auf der Hangweide wäre.

Das Mietshäuser Syndikat ist eine – nicht auf Gewinn orientierte – Beteiligungsgesellschaft – zum gemeinschaftlichen Erwerb von Häusern, um damit langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der wichtigste Grundsatz dabei ist, dass Grundstücke bzw. Häuser, die seither im Privateigentum waren, in Gemeineigentum überführt werden. Aber nicht in Form einer Enteignung. Die Häuser werden schon auf dem „normalen“ Markt gekauft. (Manchmal sind sie vorher auch besetzt worden, nachdem sie jahrelang leer standen). Der Kauf erfolgt über Eigenkapital der Menschen, die darin wohnen wollen, über Direktkredite von UnterstützerInnen, über „normale“ Bankkredite und evtl. einen Beitrag aus dem Solidarfonds des Syndikats, mit dem finanzstärkere Hausprojekte die schwächeren unterstützen.

Die Menschen, die das Haus bewohnen, schließen sich zu einem Hausverein zusammen. Dieser Verein bildet zusammen mit dem Syndikat eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Hausverein und Syndikat haben in der GmbH Stimmengleichheit, so dass Verkauf oder Umwandlung nur einvernehmlich möglich sind. So ist gewährleistet, dass ein gemeinschaftlich erworbenes Haus nicht wieder privatisiert bzw. weiterverkauft werden kann.

Mit der Miete zahlen die BewohnerInnen zum einen die laufenden (Kredit-)Kosten und die Instandhaltung. Darin enthalten ist aber auch ein Solidarbeitrag an das Syndikat, mit dem dann wieder weitere Projekte unterstützt werden können. 2019 ist das Syndikat an fast 150 Hausprojekten beteiligt. Und es werden immer mehr.

Unsere nächste Sitzung

Mi, 18.12.2019, 20 Uhr. TV-Heim Stetten (s’Burgstüble). Gäste sind immer herzlich willkommen.

Vortrag Tilman Gocht: Das Mietshäuser Syndikat – Alternatives Wohnen auf der Hangweide

Die zwischen Rommelshausen und Stetten gelegene Hangweide soll in den nächsten Jahren von einem Konsortium aus Gemeinde Kernen, Kreisbau und LBBW zu einem neuen Wohnquartier für über 1000 Menschen ausgebaut werden.

Sie wird auch Teil der Internationalen Bauausstellung IBA, die 2027 in der Region Stuttgart stattfindet. Bei der Beteiligung der Bürgerschaft an den zukünftigen Planungen wurde vorgeschlagen, dort auch neue Wohnformen zu planen.

Eine dieser neuen Wohnformen ist das Mietshäuser Syndikat, dem inzwischen in Deutschland 150 Projekte angehören. Sie haben zum Ziel, Wohnraum zu sozial verträglichen Mietpreisen und unter Ausschluss privater Gewinninteressen zu schaffen. Die Mieten decken langfristig den Erwerb, die Sanierung sowie den Erhalt der Häuser. Mit den Überschüssen aus den Mieteinnahmen werden neue Projekte unterstützt.

Der Referent Tilman Gocht wohnt selbst in einem selbstverwalteten Haus und ist beim Syndikat als Berater beim Aufbau neuer Wohnprojekte tätig. Bei seinem Vortrag am Montag, 9.12.2019 um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Kernen beschreibt er Entstehungsgeschichte und Funktionsweise des Mietshäuser Syndikats.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Parteifreien Bündnisses und der Offenen Grünen Liste im Gemeinderat Kernen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Weitere Infos auf https://www.syndikat.org/de/

Anfang 2020 folgt dann eine Veranstaltung über Struktur und Funktionsweise von Wohnbaugenossenschaften.

Große Fridays for Future Demo

Am Fr., 29.11. forderten 10.000 junge Menschen in Stuttgart (und Millionen weltweit) die Politik auf, endlich mit konkreten Maßnahmen die Klimakrise aufzuhalten. Wir haben die Demo mit unserer Teilnahme unterstützt.

Prima Klima?

Vor 1 Jahr begannen auch in Stuttgart die wöchentlichen Versammlungen bzw. Proteste von jungen Menschen, die sich der Bewegung „Fridays for Future“ [Freitage für die Zukunft] angeschlossen hatten. Diese Bewegung entstand durch die junge Schwedin Greta Thunberg, die sich jeden Freitag vor das Parlamentsgebäude in Stockholm setzte. Sie protestierte damit gegen die Untätigkeit der verantwortlichen PolitikerInnen, die Augen (und Ohren) vor den Mahnungen der Wissenschaft verschließen, dass wir uns immer schneller auf eine Klimakatastrophe zubewegen. Wenn jetzt nicht massiv dagegengesteuert wird.

Auch wir in Kernen tragen dafür Verantwortung: die Bevölkerung (mit unserem Lebensstil), unsere Firmen (mit dem, was – und wie sie es herstellen), und auch die Lokalpolitik (beim Planen von neuen Baugebieten, bei Bau von Straßen, Gebäuden, Kläranlagen usw.).

Wir haben uns allerdings bisher wenig Gedanken darüber gemacht, wie wir uns dieser Verantwortung stellen wollen. Auf alle Fälle halten wir es für wichtig, die jungen Menschen zu unterstützen.

Wir rufen deshalb dazu auf, am Freitag 29.11. am weltweiten Aktionstag der „Fridays for Future“-Bewegung in Stuttgart teilzunehmen. Kundgebung um 13:30 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Wir fahren mit dem X20 um 12:42 ab Diakonie (12:47 Karlstr.), 12:58 ab WN mit dem RB13 bis Hbf. Sind Sie dabei?
Weitere Infos über https://fridaysforfuture.de. Die Stuttgarter Gruppe ist auch auf Facebook zu finden: www.facebook.com/fridaysforfuturestuttgart

Vortrag Mietshäuser Syndikat

Bei der Bebauung der Hangweide sollen auch alternative Wohnformen verwirklicht werden. Wir haben deshalb Tilman Gocht vom Mietshäuser Syndikat (siehe https://www.syndikat.org/de/) in Tübingen zu einem Vortrag eingeladen: Mo, 9.12., 19:30 Uhr, Bürgerhaus. Er ist ehrenamtlicher Berater für den Aufbau neuer Wohnprojekte. Bitte Termin vormerken.