Aktion im Gemeinderat für Kelvin Akuanyionwy

Im MB 06-20 berichteten wir schon mal über den Nigerianer Kelvin A., der 2015 nach Kernen kam. 2016 fand er eine Arbeitsstelle beim Bäcker Schöllkopf in WN. Trotzdem sollte er abgeschoben werden. Bei seiner Verhaftung floh er durch ein Fenster und ist seither untergetaucht.
In der GR-Sitzung vom 20.2. schlug das PFB den anderen GemeinderätInnen vor, einen Brief ans Innenministerium zu schreiben:
“Sehr geehrter Herr Innenminister,
die unterzeichnenden Mitglieder des Gemeinderats Kernen [insg. 19 von 22] verurteilen die vorgesehene Abschiebung des Nigerianers Kelvin Akuanyionwy, der in unserer Gemeinde Kernen als gut integrierter Mitbürger wohnt und bei der Bäckerei Schöllkopf in Waiblingen als wertvoller Mitarbeiter in einem Mangelberuf arbeitet.

Das ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil wir in unserer Gemeinde noch mindestens drei weitere, rechtlich ähnlich gelagerte Fälle haben. Auch hier leisten Flüchtlinge wertvolle Arbeit in Mangelberufen für örtliche Handwerks- und Industriebetriebe.

Es ist öffentlich angekündigt, dass die Landesregierung mit einer Bundesratsinitiative die gesetzlichen Voraussetzungen einer Beschäftigungsduldung erleichtern will. Vernünftiges Verwaltungshandeln soll künftig Abschiebungen zulasten von Unternehmen vermeiden.

Wir fordern deshalb, dass Abschiebungen von langjährig in Unternehmen arbeitenden ausreisepflichtigen Geflüchteten im öffentlichen Interesse ausgesetzt werden, zumindest bis neue Grundlagen für eine Beschäftigungsduldung geschaffen sind.

Wir sind guter Hoffnung, dass in all diesen Fällen vom Innenministerium eine Entscheidung getroffen werden kann, die sowohl den geflüchteten Menschen wie auch den Interessen der heimischen Wirtschaft (und der Landesregierung) gerecht wird.

Alles andere wäre den Bürgern nur sehr schwer zu vermitteln.”

Bildquelle: Zeitungsverlag Waiblingen WKZ 13.07.2016